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Wurzen Umweltminister ehrt den Wurzener Klaus Zeibig für seine Verdienste beim Naturschutz
Region Wurzen Umweltminister ehrt den Wurzener Klaus Zeibig für seine Verdienste beim Naturschutz
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10:26 05.10.2017
Der Wachtelberg mit dem Bismarckturm: Das Naturschutzgebiet Wachtelberg-Mühlbachtal ist seit dem 27. März 1911 als Naturdenkmal ausgewiesen und somit das älteste Schutzgebiet in Deutschland. Quelle: Foto: rank Schmidt
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Wurzen

Er kennt den Wachtelberg und Bismarckturm in Dehnitz wie seine Westentasche. Und viele Wurzener kennen ihn – Klaus Zeibig. Und das vor allem als strengen Wächter, der auf der Plattform des 19 Meter hohen Bauwerkes gar manchen Spaziergänger oder Radfahrer auf den Pfad der Tugend zurückführt – unverbesserliche Rasenlatscher schon mal lautstark per Megafon. Schließlich wächst rechts und links der Wege im ältesten Pflanzenschutzgebiet Deutschlands die vom Aussterben bedrohte Echte Kuhschelle.

Zeibigs aufopferungsvolles Wirken über nunmehr sechs Jahrzehnte würdigte Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) jetzt mit einer Urkunde beim Jahrestreffen der ehrenamtlichen Naturschützer im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch (Landkreis Nordsachsen). Der 78-jährige Wurzener wusste davon nichts und freut sich deshalb um so mehr. Denn der Wachtelberg bestimmt den Großteil seines Lebens. Oder wie es Minister Schmidt in seiner Laudatio sagte: „Ohne ihn wäre das 23 Hektar große Schutzgebiet heute nicht mehr vorhanden. Seiner Unterstützung ist es auch zu verdanken, dass der Turm restauriert und für den Publikumsverkehr geöffnet wurde.“

Zeibig winkt bescheiden ab und beginnt zu erzählen. Eigentlich stammt er aus Dresden, flüchtete wegen der Bombenangriffe im Februar 1945 mit der Mutter aus der Stadt. „Unterwegs nach Bad Schandau nahm uns ein Offizier mit der Kutsche mit. Erst übernachteten wir in der Turnhalle, später bei einer Witwe.“ Zwei Wochen danach wieder zurück in Dresden waren vom Heim nichts außer die Grundmauer geblieben. Also ging es für Familie Zeibig nach Wurzen – zum Großvater mütterlicherseits. Bruno Ahnert betrieb in der Muldestadt den Sächsischen Hof und hier wuchs Zeibig auf. In Leipzig lernte er zunächst Spitzendreher, bildete sich in der Abendschule zum Elektromonteur weiter, machte seinen Elektromeister an der Ingenieurschule und arbeitete als Energetiker im damaligen Nahrungsmittelkombinat „Albert Kuntz“. Erstmals mit dem Naturschutz in Berührung brachte ihn Anfang der 50er-Jahre der frühere Naturschutzbeauftragte Walter Schirmer. „Herr Schirmer hatte bei uns eine Garage und kleine Werkstatt.“ Im Juli 1954 stieg Zeibig dann „voll ein“. Seither betreut er nicht nur den Wachtelberg, sondern kümmert sich ebenso um den Kleinen Berg in Hohburg und um den Spitzberg in Lüptitz.

1971 ernannte ihn die Stadt Wurzen zum Ortsnaturschutzbeauftragten, drei Jahre darauf wurde er Leiter der Arbeitsgemeinschaft „Mittlere Mulde“. 1985 wechselte Zeibig in die Stadtverwaltung und wirkte als Mitglied des Bezirksfachausschusses Botanik. Die Tätigkeit Zeibigs als Stadtinspektor war von kurzer Dauer. „Mit der Wende flog ich raus und wechselte bis zur Rente als ABM-Beschäftigter zum Naturschutz.“

Zeibigs Engagement für die Sache reicht bei weitem über die Stadtgrenzen hinaus. Zum Beispiel gehört er zu den Gründern der Ameisenschutzwarte Sachsen in Tharandt (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und ist dort mittlerweile Ehrenmitglied. Zu seinen größten Erfolgen zählt der rüstige Rentner die Rettung des Bismarckturmes. Auf Vorschlag des Rates des Kreises sollte im April 1974 der Turm gesprengt und der ehemalige Steinbruch zur Müllkippe für die Wasserglasfabrik verwendet werden. Zeibig verhinderte die Pläne und geht noch immer voller Stolz die 60 Stufen der Stahltreppe nach oben. Und zwar so lange, „wie ich’s machen kann“. Zum Schluss verrät er allerdings: „Es wird schon ein Nachfolger gesucht.“ Übrigens ehrte Umweltminister Schmidt noch zwei weitere Naturschützer der Muldentaler Region für ihre langjährige Tätigkeit – Lothar Heinze aus der Gemeinde Lossatal sowie Steffen Müller aus Colditz.

Von Kai-Uwe Brandt

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