Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Umweltminister ehrt den Wurzener Klaus Zeibig für seine Verdienste beim Naturschutz

Auszeichnung Umweltminister ehrt den Wurzener Klaus Zeibig für seine Verdienste beim Naturschutz

Fast sein ganzes Leben ordnete der Wurzener Klaus Zeibig dem Naturschutz unter. Jetzt wurde der 78-Jährige für sein ehrenamtliches Wirken von Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) beim Jahrestreffen im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch, Landkreis Nordsachsen, geehrt.

Der Wachtelberg mit dem Bismarckturm: Das Naturschutzgebiet Wachtelberg-Mühlbachtal ist seit dem 27. März 1911 als Naturdenkmal ausgewiesen und somit das älteste Schutzgebiet in Deutschland.

Quelle: Archiv

Wurzen. Er kennt den Wachtelberg und Bismarckturm in Dehnitz wie seine Westentasche. Und viele Wurzener kennen ihn – Klaus Zeibig. Und das vor allem als strengen Wächter, der auf der Plattform des 19 Meter hohen Bauwerkes gar manchen Spaziergänger oder Radfahrer auf den Pfad der Tugend zurückführt – unverbesserliche Rasenlatscher schon mal lautstark per Megafon. Schließlich wächst rechts und links der Wege im ältesten Pflanzenschutzgebiet Deutschlands die vom Aussterben bedrohte Echte Kuhschelle.

Zeibigs aufopferungsvolles Wirken über nunmehr sechs Jahrzehnte würdigte Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) jetzt mit einer Urkunde beim Jahrestreffen der ehrenamtlichen Naturschützer im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch (Landkreis Nordsachsen). Der 78-jährige Wurzener wusste davon nichts und freut sich deshalb um so mehr. Denn der Wachtelberg bestimmt den Großteil seines Lebens. Oder wie es Minister Schmidt in seiner Laudatio sagte: „Ohne ihn wäre das 23 Hektar große Schutzgebiet heute nicht mehr vorhanden. Seiner Unterstützung ist es auch zu verdanken, dass der Turm restauriert und für den Publikumsverkehr geöffnet wurde.“

Zeibig winkt bescheiden ab und beginnt zu erzählen. Eigentlich stammt er aus Dresden, flüchtete wegen der Bombenangriffe im Februar 1945 mit der Mutter aus der Stadt. „Unterwegs nach Bad Schandau nahm uns ein Offizier mit der Kutsche mit. Erst übernachteten wir in der Turnhalle, später bei einer Witwe.“ Zwei Wochen danach wieder zurück in Dresden waren vom Heim nichts außer die Grundmauer geblieben. Also ging es für Familie Zeibig nach Wurzen – zum Großvater mütterlicherseits. Bruno Ahnert betrieb in der Muldestadt den Sächsischen Hof und hier wuchs Zeibig auf. In Leipzig lernte er zunächst Spitzendreher, bildete sich in der Abendschule zum Elektromonteur weiter, machte seinen Elektromeister an der Ingenieurschule und arbeitete als Energetiker im damaligen Nahrungsmittelkombinat „Albert Kuntz“. Erstmals mit dem Naturschutz in Berührung brachte ihn Anfang der 50er-Jahre der frühere Naturschutzbeauftragte Walter Schirmer. „Herr Schirmer hatte bei uns eine Garage und kleine Werkstatt.“ Im Juli 1954 stieg Zeibig dann „voll ein“. Seither betreut er nicht nur den Wachtelberg, sondern kümmert sich ebenso um den Kleinen Berg in Hohburg und um den Spitzberg in Lüptitz.

1971 ernannte ihn die Stadt Wurzen zum Ortsnaturschutzbeauftragten, drei Jahre darauf wurde er Leiter der Arbeitsgemeinschaft „Mittlere Mulde“. 1985 wechselte Zeibig in die Stadtverwaltung und wirkte als Mitglied des Bezirksfachausschusses Botanik. Die Tätigkeit Zeibigs als Stadtinspektor war von kurzer Dauer. „Mit der Wende flog ich raus und wechselte bis zur Rente als ABM-Beschäftigter zum Naturschutz.“

Zeibigs Engagement für die Sache reicht bei weitem über die Stadtgrenzen hinaus. Zum Beispiel gehört er zu den Gründern der Ameisenschutzwarte Sachsen in Tharandt (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) und ist dort mittlerweile Ehrenmitglied. Zu seinen größten Erfolgen zählt der rüstige Rentner die Rettung des Bismarckturmes. Auf Vorschlag des Rates des Kreises sollte im April 1974 der Turm gesprengt und der ehemalige Steinbruch zur Müllkippe für die Wasserglasfabrik verwendet werden. Zeibig verhinderte die Pläne und geht noch immer voller Stolz die 60 Stufen der Stahltreppe nach oben. Und zwar so lange, „wie ich’s machen kann“. Zum Schluss verrät er allerdings: „Es wird schon ein Nachfolger gesucht.“ Übrigens ehrte Umweltminister Schmidt noch zwei weitere Naturschützer der Muldentaler Region für ihre langjährige Tätigkeit – Lothar Heinze aus der Gemeinde Lossatal sowie Steffen Müller aus Colditz.

Von Kai-Uwe Brandt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wurzen
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

15.10.2017 - 21:32 Uhr

HFC-Torjäger Schwibs und Purrucker sorgen nach der Pause für den achten Sieg im achten Spiel.

mehr