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Unbekannte vergiften über 20 Apfelbäume entlang der Stolpener Straße in Heyda

Lossatal Unbekannte vergiften über 20 Apfelbäume entlang der Stolpener Straße in Heyda

Das Entsetzen ist groß in Heyda. Vor einem Jahr pflanzten hier die Bewohner des Ortes 34 Apfelbäume. Kürzlich attackierten Unbekannte über 20 der Jungtriebe mit einer giftigen Substanz. Doch die Baumpaten wollen sich von der Tat nicht unterkriegen lassen und sagen den Baumfrevlern den Kampf an.

Sie rücken jetzt noch enger zusammen: Die Baumpaten der Stolpener Straße wollen sich von den „dummen und boshaften Baumfeinden“ nicht in die Knie zwingen lassen. Ihre Kampfansage: Für jeden Baum, der nicht überlebt, wird ein neuer gepflanzt.

Quelle: Kai-Uwe Brandt

Lossatal/Heyda. Die Aktion war dem Lossa-Boten im Nachgang sogar ein Artikel wert. Zu Recht! Damals – vor gut einem Jahr – berichtete das Amtsblatt vom Pflanzprojekt im Ortsteil Heyda. Entlang der Stolpener Straße setzten Bewohner am 6. April 2016 insgesamt 34 Apfelbäume in die Erde. Damit die Jungtriebe gedeihen, sorgten genauso viele Baumpaten für die erforderliche Pflege. Doch Anfang Mai wurden ihre Mühen mit einem Schlag zunichte gemacht – inmitten der Blüte. Großflächige braune Flecken am Standort von rund 20 Bäumen zeigen, dass hier eine vernichtende Flüssigkeit in den Boden geflossen ist, die die Wurzeln offensichtlich schädigt. Die Bäume warfen ihr Laub ab und scheinen zu verdorren.

„Was jetzt in den Nächten zwischen dem 10. und 12. Mai geschah, ist mit normalem Menschenverstand nicht nachvollziehbar“, berichtet Ina Starke. „Dumme und boshafte Baumfeinde vergifteten alle Bäume.“ Schon deshalb bittet Starke die Bevölkerung des Dorfes um Hilfe. „Wer in dieser Zeit an der Zufahrtsstraße etwas beobachtet hat, sollte dies dem Ordnungsamt der Gemeinde melden.“ Sie und mit ihr alle engagierten Paten wollen sich nämlich von „solchen asozialen Subjekten“ nicht in die Knie zwingen lassen. „Für jeden Baum, der es nicht überlebt, wird ein neuer gepflanzt – das ist uns eine Herzenssache. Frei nach dem Reformator Martin Luther: Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

Die Kampfansage stößt bei ihren Mitstreitern auf breites Echo. Zum Vor-Ort-Termin sind alle gekommen, die konnten. Unter ihnen Felicitas von Carlowitz. Immerhin zündete vor 13 Monaten die Kulturstiftung Schloss Heyda den Funken und entfachte ein Lauffeuer. Die Institution der Familie von Carlowitz fördert vor allem Kunst, Kultur, Denkmalpflege, Umwelt- und Landschaftsschutz in der Gemeinde Falkenhain.

Wie Felicitas von Carlowitz zum Hintergrund des Heydaer Projektes erläutert, haben Obstbaumalleen in der hiesigen Kulturlandschaft eine lange Tradition. Vor 1989 wurden sie noch verpachtet, gehegt und gepflegt. Doch nach der Wende fielen viele von ihnen aufgrund des nachlassenden Interesses und der veränderten Anforderungen an den Straßenverkehr sowie der Landwirtschaft der Säge zum Opfer. Daher entschloss sich die Kulturstiftung im Schulterschluss mit dem Ortschaftsrat Falkenhain, der Entwicklung entgegenzuwirken. Die Idee steckte an. Jeder der Baumpaten erwarb einen Apfelbaum. „Übrigens erfolgte die Auswahl der Pflanzen einer Sortenempfehlung der Umweltbehörde im Landratsamt“, so Felicitas von Carlowitz.

Zweitklässler der Grundschule Hohburg fertigten ferner sämtliche Namensschilder an. Und alle Paten erhielten eine Urkunde für ihr „Engagement zur Gestaltung des Landschaftsbildes unserer Heimat“ – darunter die Älteren wie Olaf Döring und Jüngere wie Jannis Schneider. Selbst die Eigentümer des Grund und Bodens stellten ihre Flächen am Eichberg zur Verfügung. Insofern, verdeutlicht Starke, bringt die Tat eine ganze Gemeinschaft auf, die sich das nicht gefallen lässt. „Ganz im Gegenteil: Wir halten jetzt fester denn je zusammen.“ Außerdem weiß das Team auch den Ortschaftsrat Falkenhain mit Ortsvorsteherin Christiane Hörnig hinter sich, dessen Mitglieder am 6. April selbst zum Spaten griffen. „Der Ortschaftsrat hat sich seinerzeit mit voller Absicht an der Aktion beteiligt“, bekräftigt Hörnig.

Von Kai-Uwe Brandt

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