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Und sie dreht sich noch: Thallwitzer Mühle wird erneut mit Wasser angetrieben

Deutscher Mühlentag Und sie dreht sich noch: Thallwitzer Mühle wird erneut mit Wasser angetrieben

Zehn Monate lag die Wassermühle trocken: Am Pfingstmontag setzte der Heimatverein das Bauwerk erneut in Gang. Dringende Reparaturen sind nötig, um das technische Denkmal betriebsfähig zu halten.

Alte Technik, die noch immer fasziniert: Dieter Moßig (v. r.) und Egon Dammann erläutern Leonie Deyle und ihrer Mutter Kristin aus Esslingen nahe Stuttgart die Funktionsweise der Thallwitzer Sägemühle.

Quelle: Roger Dietze

Thallwitz. Am Pfingstmontag, 11 Uhr, hatte der Thallwitzer Heimatverein Gewissheit: Das im Jahr 1790 erstmals in Dokumenten erwähnte technische Bauwerk lässt sich noch in Bewegung setzen. Zehn Monate lang stand das 1998 zusammen mit den übrigen hölzernen Außenbauten neu gefertigte Mühlenrad still, nachdem das durch diverse Hochwasser in Mitleidenschaft gezogene Lossawehr, mit dem der Wasserzufluss zur Mühle via Mühlgraben gesteuert wird, Ende Juli des vergangenen Jahres zerbrochen war. Seitdem konnte die Mühle nicht mehr mit Wasser versorgt werden, trockneten die hölzernen Bauteile aus.

„Ein solcher Trockenfall ist für das Holz sehr ungesund“, beschrieb Egon Dammann die Situation. Das 78-jährige Heimatverein-Vorstandsmitglied, das sich gemeinsam mit Dieter Moßig und Siegfried Neumann der Hege und Pflege der Thallwitzer Sägemühle angenommen hat, war auch maßgeblich an der Generalreparatur vor 18 Jahren beteiligt. „Damals konnten wir die Kosten noch über eine Förderung abdecken, heute ist es wesentlich schwieriger, an die nötigen finanziellen Mittel zu gelangen“, so Dieter Moßig. Und diese hätten schon wieder eine Größenordnung erreicht, die die Möglichkeiten eines jeden Heimatvereins übersteigen. „Dringend reparaturbedürftig sind das Lager des Pleuelrades sowie ein lockeres Lager in der Mühlenradwelle, darüber hinaus steht alsbald die Erneuerung vieler Holzteile auf dem Programm“, so der 65-Jährige. Arbeiten, die mit Kosten von bis zu 40 000 Euro veranschlagt werden. „Und darin noch nicht einmal eingerechnet ist die Reparatur des Wehres“, meinte Moßig, der für das Mühlenfest-Rahmenprogramm eine irische Band gewinnen konnte.

Abgerundet wurde die Traditionsveranstaltung am Deutschen Mühlentag mit Angeboten für die kleinen Besucher, Gaumenfreuden vom Grill sowie dem beliebten Hausmacherkuchen der Heimatvereinsfrauen. Während diese alle Hände voll damit zu tun hatten, die süßen Verführungen unters Mühlenfest-Volk zu bringen, standen Dieter Moßig und Egon Dammann den trotz des winterlich anmutenden Wetters zahlreichen Technikinteressierten geduldig Rede und Antwort. Auch Dieter Rentzsch, der aus Grimma in den Norden des Muldentals gekommen war. „Ich ziehe meinen Hut vor Leuten, die ihre Freizeit und manchen privaten Euro in den Erhalt alter Technik stecken“, sagte Rentzsch.

Er erfuhr ebenso wie die übrigen Mühlenfest-Besucher, dass sich das Thallwitzer Technikdenkmal erstmals wieder vor knapp 18 Jahren mit der Kraft des Wassers in Bewegung setzte. Am 24. September 1998 hatte der Elektromotor, der zwischenzeitlich die historische Sägemühle - mithin die einzige ihrer Art in Sachsen - angetrieben hatte, ausgedient. Damals ergoss sich erstmals wieder wie in alten Zeiten das Wasser des Mühlgrabens über das reichlich drei Tonnen schwere Mühlenrad, das sich seinerseits um eine über zwei Tonnen schwere, ebenfalls aus Eichenholz gefertigte Wette dreht.

Wie lange dieses technische Ensemble Bestand haben wird, wenn sich Männer wie Egon Dammann und Dieter Moßig seiner nicht mehr annehmen können, steht in den Sternen. Dieter Moßig aber gibt sich zuversichtlich. „Nach uns kommen immer wieder welche“, so der 65-Jährige, dessen Optimismus von Egon Dammann geteilt wird. „Im Heimatverein gibt es einige junge Leute, deren berufliche Verpflichtungen zwar im Moment ein intensiveres Engagement nicht zulassen, von denen ich aber hoffe, dass sie die Lücke, die wir hinterlassen werden, füllen können.“

Von Roger Dietze

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