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Wurzen Untersuchung des ACE-Kreisclubs Borna: Jeder zehnte Kraftfahrer ohne Gurt unterwegs
Region Wurzen Untersuchung des ACE-Kreisclubs Borna: Jeder zehnte Kraftfahrer ohne Gurt unterwegs
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09:56 07.07.2016
Nur rund 90 Prozent der Autofahrer schnallen sich an. Quelle: Foto: dpa
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Borna/Grimma

Bis zu zehn Prozent aller Kraftfahrer sind Gurtmuffel. Das ist das Ergebnis einer Erhebung der Kreisgruppe Leipzig/Nordsachsen des Autoclubs Euro (ACE). Der ACE hatte mehrere Stunden lang in der Geschwister-Scholl-Straße in Borna das Anschnallverhalten von Autofahrern überprüft. Die Aktion war Bestandteil der bundesweiten ACE-Kampagne „Komm Gurt an“, mit der Kraftfahrer, die sich selbst oder Kinder im Fahrzeug nicht richtig sichern, zum Umdenken bewegt werden sollen. Hintergrund dafür ist auch die Einführung der Gurtpflicht vor 40 Jahren in der Bundesrepublik.

Die ACE-Kreisvorsitzende Anita Kern zeigte sich vom Ergebnis der Zählaktion wenig überrascht. Es entspreche der durchschnittliche Gurtmuffelquote in Deutschland. Acht bis zehn Prozent aller Autofahrer schnallen sich nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) nicht richtig an.

Die ACE-Kreischefin hatte sich an einem Donnerstagmorgen vor dem Kindergarten „Sputnik“ postiert. Ergebnis ihrer Zählung: „Von 255 Autofahrern waren 30 nicht angeschnallt.“ Zudem registrierte sie zehn Beifahrer, die auf den Gurt verzichteten. Von 24 Kindern waren zwei nicht in den entsprechenden Rückhaltesystemen gesichert. Mehrere Kraftfahrer hatten das Handy am Ohr.

Anlass für die Untersuchung waren nach Angaben von ACE-Frau Kern „besorgniserregende Zahlen aus den Polizeiberichten“. So war nach Angaben des ACE im Jahr 2014 bundesweit jeder fünfte Verkehrstote zum Unfallzeitpunkt nicht angeschnallt. 10 765 Kinder verunglückten 2014 als Mitfahrer in einem PKW. Viele von ihnen waren nicht oder nicht richtig angeschnallt. Für die ACE-Kreisvorsitzende Kern ist deshalb klar: „Nichts schützt im Auto effektiver als der Gurt.“

Allerdings seien Kinder oftmals gerade auf dem Weg zum Kindergarten oder in die Schule falsch oder gar nicht gesichert, „denn viele Eltern gehen davon aus, dass bei niedrigen Geschwindigkeiten nichts passieren kann“. Das sei „eine fatale Fehleinschätzung“. Ungesicherte Kinder hätten „ein siebenfach höheres Risiko, bei Unfällen schwere oder gar tödliche Verletzungen zu erleiden“.

Gurtmuffeln drohen Bußgelder. Wer als Erwachsener nicht angeschnallt ist, muss 30 Euro zahlen. Sind Kinder nicht ordnungsgemäß gesichert, verdoppelt sich das Bußgeld auf 60 Euro. Die ACE-Kreisvorsitzende fordert, Autos mit einer Anfahrsperre für nichtangelegte Sicherheitsgurte auszurüsten.

Der ACE ist mit etwa 600 000 Mitgliedern der zweitgrößte Automobilclub in Deutschland. Er wurde 1965 wurde Gewerkschaftern gegründet.

Von Nikos Natsidis

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