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Wurzen Ur-Wurznerin feiert 100. Geburtstag
Region Wurzen Ur-Wurznerin feiert 100. Geburtstag
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17:34 04.01.2010
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Wurzen

Da die eine Tochter in Leipzig wohnt, wurde ein Platz im dortigen Altenpflegeheim Bethanien gewählt.

Hildegard Brückners Vater, Friedrich Brückner, war in der Stadtverwaltung als Polizeiexpedient und Amtmann angestellt, so dass die Tochter schon früh aus häuslichen Gesprächen einiges über die Probleme der Heimatstadt erfuhr.

Ab 1916 besuchte sie die private Höhere Töchterschule in der Parkstraße (heute Geschwister-Scholl-Straße). Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde die staatliche Schulausbildung der Mädchen verlängert und damit verbessert. Gleichzeitig ging durch die Inflation das Kapital der Privatschulen verloren, so dass sie schließen mussten. Die Schülerinnen wurden somit in die Mädchenschule am Domplatz übernommen. Von 1924 bis 1926 besuchte Hildegard Brückner die öffentliche Handelsschule in der Moltkestraße (jetzt Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straße). Nach Schulabschluss arbeitete sie dort ein Jahr als Kanzlistin, danach als Sekretärin bei Rechtsanwalt Dr. Tacken, später in einem Privathaushalt, um hauswirtschaftliche Tätigkeiten zu lernen.

Am 1. Mai 1925 hatte der Direktor der Handelsschule, Albin Gürtler, in Hinblick ein größeres Schulgebäude und die Erweiterung zur Öffentlichen Höheren Handelslehranstalt in der Seetzenstraße (seit 1946 Eduard-Schulze-Straße) den Studienrat Albert Schneider aus Oberschlesien eingestellt. Unverheiratet, hatte der wohl bald ein Auge auf die hübsche und begabte Schülerin Brückner geworfen. Mit näheren Kontakten musste er aber warten, bis diese die Schule verlassen hatte. Dann wurde aber am 15. Dezember 1928 geheiratet. Das war natürlich nicht nur den übrigen Schülern und Lehrern ein Ereignis. Auch das „Wurzener Tageblatt“ soll von der Heirat zwischen Lehrer und Schülerin berichtet haben. Das führte zu entrüsteten Anrufen, so dass die Zeitung berichtigen musste „Lehrer und ehemalige Schülerin“. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Der Sohn starb mit 28 Jahren an Krebs. Die ältere Tochter wohnt verwitwet in Erlangen und hat mehrere Kinder, die jüngere wohnt in Leipzig.

Der Mann der Jubilarin war als Studienrat beschäftigt bis zur Auflösung der Handelsschule am 31. August 1949 und danach Lehrer an der Berufsschule in Wurzen bis 1962. Wegen der Weiterbeschäftigung 1945 gab es keine Probleme. Er hatte sich von den Nazis distanziert und durfte auch nicht zum Eintritt in eine ihrer Organisationen überredet werden, da er Mitglied der 1933 aufgelösten Loge gewesen war. Er verstarb am 28. Dezember 1970.

Die Jubilarin war eine körperlich und geistig rege Frau. Mit über 80 Jahren fuhr sie noch Rad, trat mit 85 Jahren in einen Seniorenchor ein. Der Verfasser wollte sie vor einigen Jahren in seiner Eigenschaft als Heimatforscher besuchen. Doch da machten schon die Augen nicht mehr mit und sie lehnte höflich ab. Sie kann auch jetzt aus gesundheitlichen Gründen keine Besuche und Glückwünsche annehmen. So möchte der Verfasser ihr an dieser Stelle gratulieren.

Richard Klinkhardt

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