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Wurzen Uranos blickt unter den Asphalt
Region Wurzen Uranos blickt unter den Asphalt
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05:00 20.05.2010
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. Ein Umstand, den die Stadt den kreativen Mitarbeitern des Fachbereiches „Services und Bauwesen" zu verdanken hat, die das Ereignis quasi ins Rollen brachten.

Zu ihnen gehört Mitarbeiter Michael Zerbs: „Wir sind im Internet auf das Angebot der Firma Lehmann und Partner gestoßen. Die verlosten im Rahmen der Erstausgabe ihrer Kundenzeitschrift eine Fahrt mit dem Sondierungsfahrzeug. Wir haben uns beworben und gewonnen."

So drehte das etwas seltsam anmutende Gefährt, dessen Name an den Planeten Uranus erinnert, aber „Uranos" heißt, zum Nulltarif für die Stadt insgesamt drei Kilometer über die genannten Straßen, scannte und sammelte Daten über den Untergrund der Trassen.

Marc Thomas von der Ingenieurgesellschaft für Straßendaten und Baustoffprüfung (B+P) erklärt die Technologie der Radartechnik: „Insgesamt zwölf Sender- Empfänger-Paare schießen ein Radarsignal in die Tiefe." Auf dem Bildschirm empfängt Thomas so genannte Reflexionsbilder und -horizonte. „Daraus können wir dreidimensionale Modelle errechnen, die uns Aufschluss über die Beschaffenheit des Untergrundes und mögliche Hindernisse oder alte Leitungen geben."

Ganz auf die Radarwellen verlassen sich die Experten allerdings nicht. „In der Regel ziehen wir noch Bohrkerne, die Aussagen über die Korngröße des Untergrundmaterials zu lassen. Das ist wichtig, um das Radargerät zu kalibrieren", erklärt Thomas.

Michael Zerbs freut sich, dass die Stadt mit Fortuna im Bunde war und das kostenlose Scannen möglich wurde. „Wir müssen im Rahmen der Einführung der neuen Buchführung unter anderem sämtliche Straße neu bewerten. Oft fehlen uns Daten über Zustand und Innenleben der Trassen. Da ist das Scannen sehr hilfreich." Mit Hilfe von Hochrechnungen seien zudem Vergleiche und Schlüsse für weitere Straßenabschnitte in der Stadt möglich.

Mit dem Einsatz des Uranos-Fahrzeuges spart die Stadt Wurzen unmittelbar rund 2500 Euro. Langfristig jedoch wesentlich mehr. Denn der Leistungsumfang künftiger Eingriffe in den Straßenkörper kann besser abgeschätzt werden. Michael Zerbs erläutert: „Wir erfahren durch die aufbereiteten Messdaten, ob ein grundhafter Ausbau einer Straße sinnvoll ist. Wir können mit Hilfe der ausgewerteten Daten abschätzen, was uns in der Tiefe erwartet. Macht das Flicken von Schlaglöchern Sinn oder müssen wir uns eine andere Technologie überlegen, weil die Qualität des tragendes Untergrundes eine Deckschichtreparatur eigentlich ausschließt?" Böse Überraschungen seien so praktisch ausgeschlossen, sagt der gelernte Bauingenieur.

In einigen Wochen werden die ausgewerteten Daten, präzise interpretiert von den Erfurter und Berliner Experten dann im Wurzener Stadthaus vorliegen. „Wir bekommen eine komplette Datenzusammenstellung", kündigt Zerbs an, der die Arbeit der beiden Firmen lobt. Die beiden Unternehmen sind erstmals in Wurzen aktiv gewesen. In einigen Kommunen der Region sind sie schon längst regelmäßige Partner.

Drago Bock

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