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Uschi Zirkenbach leitet seit über drei Jahren das Wurzener Tierheim

Unruhestand Uschi Zirkenbach leitet seit über drei Jahren das Wurzener Tierheim

Reisen, Garten, Enkelbetreuung: Es gibt viele Möglichkeiten, seine Zeit nach dem Eintritt in den Ruhestand zu gestalten. Dafür, dass es aber auch anders geht, steht Uschi Zirkenbach beispielgebend. Die knapp 65-Jährige hat sich nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben einer neuen Aufgabe gestellt.

Umtriebige Rentnerin: Uschi Zirkenbach leitet das Wurzener Tierheim

Quelle: Roger Dietze

Wurzen. Reisen, Garten, Enkelbetreuung: Es gibt viele Möglichkeiten, seine Zeit nach dem Eintritt in den Ruhestand zu gestalten. Dafür, dass es aber auch anders geht, steht Uschi Zirkenbach beispielgebend. Die knapp 65-Jährige hat sich nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben einer neuen Aufgabe gestellt.

2009 begann sich die im Osten der Messestadt beheimatete Tierfreundin im Wurzener Tierheim als Gassi-Geherin und Katzen-Streichlerin zu betätigen. In dieser Funktion erlebte sie auch die für das Tierheim schwierige Situation drei Jahre später hautnah mit, die fast zur Schließung der Einrichtung im Trauschkenweg geführt hätte. Als nach erfolgter Rettung des Heimes personell Not am Mann respektive der Frau war, sprang Uschi Zirkenbach in die Bresche und erklärte sich im Frühjahr 2013 zur kommissarischen Leitung bis zum Ende des Jahres bereit.

Voraussetzung dafür bildete eine Schulung im Tierschutzgesetz, darüber hinaus musste die neue Frau an der Spitze einen Sachkundenachweis für den Umgang mit sogenannten gefährlichen Hunden erbringen. „Dass ich die Heimleitung noch immer innehabe, liegt darin begründet, dass es bislang keine personellen Alternativen zu meiner Person gab“, sagt Uschi Zirkenbach, die an fünf bis sechs Tagen in der Woche gut 25 Kilometer Anfahrtsweg auf sich nimmt, um sich gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Helfern um die heimatlosen Wurzener Vierbeiner zu kümmern.

„Ich bin als Kind mit Tieren aufgewachsen, die Liebe zu diesen Geschöpfen begleitet mich schon mein ganzes Leben“, erzählt die Leiterin. Eine Liebe, die sie mit dem Naunhofer Tierarzt Martin Enderlein teilte, der in diesem Frühjahr völlig unerwartet mit gerade mal 47 Jahren verstarb. „Er hat unsere Einrichtung neben dem Schkortitzer Tierheim und dem Lossaer Gnadenhof betreut, er war ein großer Tierfreund, der rund um die Uhr für uns und unsere Tiere da war“, sagt Zirkenbach. „Zwar ist uns die Naunhofer Praxis als enger Partner erhalten geblieben, wir müssen aber jetzt mit jedem unserer Patienten nach Naunhof fahren.“

Zusätzliche Arbeit für das personell notorisch unterbesetzte Wurzener Tierheim-Team. „Wir haben Arbeit ohne Ende, könnten viel mehr ehrenamtliche Helfer benötigen“, so Zirkenbach, der von Ehemann Rainer der Rücken frei gehalten wird. „Er fährt unsere Futterspendenkörbe in die Geschäfte und holt sie wieder ab, er packt im Tierheim mit an, kümmert sich um Notfälle und schmeißt nicht zuletzt unseren privaten Haushalt inklusive der Betreuung unserer beiden Hunde. Sprich, ohne seine Unterstützung könnte ich die Tierheimleitung nicht in der von mir praktizierten Art und Weise ausüben“, berichtet Uschi Zirkenbach, die immerhin zwei junge Mitarbeiter an ihrer Seite hat, die das Zeug dazu haben, in ihre Fußstapfen zu treten.

„Wir sind am tüfteln, wie wir eine finanzierte Stelle für sie hinbekommen, weil ich in nicht allzu langer Zeit ins zweite bis dritte Glied zurücktreten möchte“, sagt die Chefin. Doch obgleich die Gemeinde Lossatal und vor allem die Stadt Wurzen das Tierheim nach ihren Möglichkeiten unterstützen würden, sei das Geld immer knapp. „Von großen Erbschaften oder großen Firmenspenden können die Tierheime im Osten im Gegensatz zu denen im Westen der Republik nur träumen, wir sind aber grundsätzlich über jede noch so kleine Spende für unsere Tiere dankbar.“

Grundvoraussetzung für deren Fluss ist ein gutes Image des Tierheimes, und Uschi Zirkenbach sieht diesbezüglich seit ihrer Übernahme der Leitung eine deutliche Verbesserung. „Beim diesjährigen Tag der offenen Tür Ende April haben uns wieder sehr viele positive Rückmeldungen erreicht.“ Eine Entwicklung, die nicht zuletzt mit der Person von Kristina Schmitt zu tun habe, die seit einem reichlichen Jahr an der Spitze des Tierschutzvereins Wurzen steht. „Sie ist sehr aktiv und rührig, was auch hinsichtlich der Spendenakquise zwingend notwendig ist, denn ein Tierheim steht und fällt mit der Arbeit des Vorstandes.“

Von Roger Dietze

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