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Wurzen Vegane Lebensweise liegt im Trend – auch im Landkreis Leipzig
Region Wurzen Vegane Lebensweise liegt im Trend – auch im Landkreis Leipzig
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10:17 26.11.2015
Es darf auch ohne Fleisch sein. Immer mehr Menschen ernähren sich vegan. Quelle: dpa
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Landkreis Leipzig

Die 34-jährige Alice Ebinger war der Kopf der einstigen Veggie-Gruppe Muldental, einer reichlichen handvoll Leute mit dem gemeinsamen Nenner, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. „Die Beteiligung blieb aber überschaubar“, sagt Alice Ebinger. Das hat nichts an ihrer Lebensweise geändert. Seit 17 Jahren isst die junge Frau, die freiberuflich in einer Steuerberatung arbeitet, kein Fleisch mehr. Seit vier Jahren lebt sie vegan und verzichtet damit auch auf alle tierischen Lebensmittel wie Milch oder Eier.

Dabei hat Alice Ebinger durchaus Fleisch gegessen, bis zu ihrem 16. Lebensjahr. Sie wuchs in Pyrna, einem kleinen Dorf bei Burkartshain im Wurzener Land auf, wo die Nachbarn ganz selbstverständlich schlachteten, wie es auf dem Lande üblich ist. Den ganz großen Appetit auf Wurst oder Schinken verspürte sie allerdings auch in dieser Zeit nie, so dass ihr der freiwillige Verzicht darauf keineswegs schwerfiel. Sie entschied sich dafür, „weil Fleisch nicht gesund ist“ und auch aus Mitgefühl mit den Kreaturen, die der menschlichen Ernährung wegen ihr Leben lassen müssen. Ihr damaliger Wunsch, durch die umgestellte Ernährung abzunehmen, erfüllte sich seinerzeit allerdings nicht. Das passierte dann, als sie vor vier Jahren zur Veganerin wurde – so wie nach Angaben des Vegetarierbundes Deutschland (Vebu) ein reichliches Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Immerhin: Zehn Prozent der Deutschen sind dem Vebu zufolge Vegetarier, was sich auch in der steigenden Zahl organisierter Vegetarier zeigt. Die lag Ende letzten Jahres bei etwa 14.000, und das waren 2000 mehr als im Jahr 2012.

Im Vebu sind allerdings die wenigsten Menschen organisiert, die mehr oder weniger ohne tierische Nahrung leben. So wie Alice Ebinger, für die Obst, Gemüse und Getreide, aber auch Nüsse und Pilze auf dem Speiseplan stehen. Brot natürlich auch, ebenso wie Kartoffeln. Bei Keksen und Kuchen fragt sie nach den Inhaltsstoffen, eine Angewohnheit, sie schon seit ihrem zwölften Lebensjahr hat. „Ich habe damals schon gelesen, was im Essen drin ist.“ Bewusste Ernährung ist Alice Ebinger wichtig, und dass sie als Veganerin auch auf Milch verzichtet, begründet sie damit, „dass Milch nicht gesund ist“.

Die junge Frau neigt aber nicht dazu, anderen ihre Ernährungsweise aufzudrängen. „Ich missioniere niemanden.“ Auch zu Erklärungen und Begründungen ist sie eher selten bereit, obwohl sie davon überzeugt ist, „dass Vegetarismus ein guter Weg ist, die Umwelt zu schonen“.

Ihr Freund isst Fleisch, muss es sich aber im Zweifelsfalle selbst zubereiten, „weil ich das ja nicht abschmecken kann“. Während es in Leipzig längst vegetarische Restaurants gibt und die meisten Gaststätten auch vegetarische Speisen auf der Karte haben, sind die Verhältnisse im Umland noch nicht ganz so. „Dann bestelle ich mir oft einen Salat“, sagt Alice Ebinger. Der Verzicht auf Fleisch etc. ist für sie gar kein Verzicht. Das Bedürfnis danach ist ihr eher fremd. Wobei sie keinen Totalverzicht lebt. Denn Antialkoholikerin ist sie nicht. Wenn es nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wird, „ist Bier ein veganes Lebensmittel“. Und die anderen geistigen Getränke sind es auch.

Von Nikos Natsidis

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