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Wurzen Verein will Beuchaer Kulturhaus wachküssen
Region Wurzen Verein will Beuchaer Kulturhaus wachküssen
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00:35 02.07.2015
Unverwechselbares Party-Gelass: Auch Bürgermeister Arno Jesse setzt sich für die Belebung des Beuchaer Kulturhauses ein. Das beliebte Fass, wie es die Beuchaer nennen, könnte er sich gut als Ort für kleine Feierlichkeiten vorstellen. Quelle: Archiv
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Brandis/Beucha

Doch seit mittlerweile 20 Jahren steht das Kulturhaus leer. "Und diesen Zustand", so der Beuchaer Ortsvorsteher Wolfgang Drescher, "möchten wir nicht noch weitere 20 Jahre ertragen."

Deshalb wollen die Beuchaer am 2. Juli einen Verein gründen, der dem Treffpunkt wieder Leben einhaucht. "Es wäre einfach jammerschade, wenn das Haus weiter verkommen würde", findet Drescher. "Zu DDR-Zeiten herrschte hier immer Begängnis", erinnert sich der heute 46-Jährige. "Legendär waren die Mittwochs-Veranstaltungen. Da war Blues-Disko angesagt. Soweit ich mich erinnern kann, strömten die Leute aus der ganzen Gegend zu diesem Event." Einen regelrechten Ansturm bescherten die Frauentagsfeiern dem Ort, zu denen reiste die Damenwelt per Bahn an. "Beucha war verkehrsmäßig gut gelegen. Das Kulturhaus hatte ja gewissermaßen Gleisanschluss, nur einen Steinwurf vom Bahnhof entfernt gelegen, mussten sich viele Betriebe keine Gedanken machen, wie es um die Beförderung bestellt war. Bahnticket gekauft und ab ging's zum Schwof nach Beucha! Der Kulturtempel konnte einiges an Besuchern verkraften."

Noch heute flößt die Größe der Räume Respekt ein. Der Saal hat beeindruckende Ausmaße, fasst über 200 Besucher. Jährlich wurden früher 45 000 Gäste in Beucha gezählt. Das Kulturhaus war die erste Adresse weit und breit.

Von der Größe her könne da keine Veranstaltungsstätte in der Kommune mithalten. Auch heute nicht. Ausgenommen wäre vielleicht noch die Mehrzweckhalle in Brandis, aber die stoße bei Kulturterminen atmosphärisch an ihre Grenzen, findet der Ortsvorsteher. Trotz Vandalismus-Spuren kann sich Drescher deshalb vorstellen, dass man aus dem Beuchaer Saal wieder etwas machen könnte. Als wäre die Zeit stehen geblieben, finden sich sogar noch Überbleibsel der Kino-Phase. "Den Abba-Film habe ich hier gleich mehrfach gesehen", schwärmt der Beuchaer von seinen ersten cineastischen Erlebnissen. Auch "Sindbad" flimmerte damals über die Leinwand. Später - nach der Wende - waren die Jugendlichen froh, hier einen Treffpunkt zu haben, wo sie Billard spielen oder einfach nur Musik hören konnten.

Erklärtes Ziel der Stadt Brandis ist es ebenfalls, das seit Jahren leerstehende Kulturhaus mit Leben zu erfüllen. Gespräche laufen ebenfalls zur Einrichtung eines Geoportals, das sich in dem einstigen Kulturtempel etablieren soll.

Kleinere Veranstaltungen sind schon geplant, um den Beuchaer ihren alten Treffpunkt wieder ins Bewusstsein zu rufen. So wird am 27. September Kultur geboten. Hans Ross hat seine Beziehungen spielen lassen und organisiert für diesen Tag ein Benefizkonzert. Auch Klangkünstler Erwin Stache will im wahrsten Sinne des Wortes von sich hören lassen.

Wer mitmachen könnte, kann sich melden unter infos@wolfgangdrescher sowie 0152/29282480.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.06.2015
Simone Prenzel

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