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Wurzen Vergessene Bilder – Museum in Solingen zeigt Ringelnatz als Maler
Region Wurzen Vergessene Bilder – Museum in Solingen zeigt Ringelnatz als Maler
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12:08 06.05.2016
Das schwarz-weiß Foto eines als verschollen geltenden Ringelnatz Bildes wird in Solingen (Nordrhein-Westfalen) gezeigt. Quelle: Kunstmuseum Solingen/dpa
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Solingen/Wurzen

Joachim Ringelnatz (1883-1934) war nicht nur Dichter schräger Reime, er war in der Weimarer Republik auch ein anerkannter Maler. Erstmals stellt das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen umfassend das malerische Werk des von den Nazis verfemten Künstlers vor.

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Erstmals stellt das Zentrum für verfolgte Künste in Solingen (Nordrhein-Westfalen) umfassend das malerische Werk des von den Nazis verfemten Künstlers Joachim Ringelnatz vor.

Dabei werden nicht nur rund 50 Originale von öffentlichen und privaten Leihgebern ausgestellt, sondern auch rund 50 Faksimiles verschollener Werke, die anhand von alten Fotografien rekonstruiert wurden. Die Ausstellung „War einmal ein Bumerang. Der Maler Joachim Ringelnatz kehrt zurück“ ist von Freitag bis zum 17. Juli im Kunstmuseum Solingen zu sehen. Ergänzt wird sie durch eine Schau zum literarischen Werk des humoristischen Dichters.

Das im Dezember 2015 offiziell eröffnete Zentrum für verfolgte Künste erinnert an Künstler, die in der NS-Diktatur verboten und verfolgt wurden. Viele von ihnen kommen - wie auch Ringelnatz - im heutigen Kunstkanon nicht vor.

Die undatierte Aufnahme zeigt den deutschen Schriftsteller, Lyriker und Kabarettist Joachim Ringelnatz (eigentlich Hans Bötticher). Quelle: dpa

Das Multitalent Joachim Ringelnatz

Joachim Ringelnatz, der Schöpfer vom Seemann „Kuttel Daddeldu“, ist vor allem für seine satirisch-heiteren und oft grotesken Reime bekannt. Dabei sind seine Texte mitunter erschütternd ernst - hinter dem Ironisch-Satirischen verbergen sich Schwermut und Sarkasmus.

Schon früh entwickelte Ringelnatz, der als Hans Bötticher 1883 in Wurzen (Sachsen) zur Welt kam, seine Liebe fürs Skurrile. Das Gymnasium besuchte er nur bis zur Mittelstufe, dann wurde er von der Schule geschmissen. 1901 heuerte als Schiffsjunge an. 1908 tauchte er in die Münchner Bohème ein - und debütierte in der Künstlerkneipe „Simplicissimus“.

Als reisender Artist trug der Sachse jahrelang überall seine Verse vor. Nach den Vagabundenjahren zog Ringelnatz mit seiner Frau Leonarda, die er „Muschelkalk“ nannte, nach Berlin. Dort fand er Anerkennung als Mitglied der Kleinkunstbühne „Schall und Rauch“ - und als Maler. Er schuf Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen, von denen fast die Hälfte seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen gilt.

1933 erhielt Ringelnatz Auftrittsverbot, seine Bücher wurden verbrannt, seine Malerei als „entartet“ gebrandmarkt. Der Künstler verarmte. Mit 51 Jahren starb er 1934 in Berlin an Lungentuberkulose.

Von LVZ

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