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Verletzungsgefahr für Sportler: Macherner Kunstrasen muss erneuert werden

Tresenwald Verletzungsgefahr für Sportler: Macherner Kunstrasen muss erneuert werden

Schäden sind am Kunstrasen im Sportpark Tresenwald in Machern zu beklagen. Gastmannschaften hätten sich schon geweigert, hier zu spielen, weil ihnen die Verletzungsgefahr zu groß erscheint, beklagt der heimische SV Tresenwald. Über die Finanzierung einer neuen Anlage wird derzeit heftig diskutiert. Kritische Stimmen dazu gab es bei der Mitgliederversammlung.

Der Sportpark Tresenwald wurde 1998 eröffnet. Das einstige Prestigeobjekt geht mächtig ins Geld.
 

Quelle: Archiv

Machern.  Der Macherner Kunstrasenplatz ist in die Jahre gekommen. „Wir brauchen endlich eine Antwort – und zwar eine ehrliche, ob wir mit der Erneuerung der Anlage rechnen können“, machte Gabriele Möhring, Vereinsvorsitzende des SV Tresenwald, auf der jüngsten Mitgliederversammlung deutlich. Nach einer ausführlichen Schilderung der sportlichen Erfolge, die in dem 800 Mitglieder zählenden Verein erbracht werden, redete die Vorsitzende Klartext: „Machern verfügt über einen schönen Sportpark – das wissen wir durchaus zu schätzen. Nach so vielen Jahren ist es aber mittlerweile auch eine Tatsache, dass das Objekt Abnutzungserscheinungen zeigt.“ Am meisten brennt den Sportlern der desolate Kunstrasen unter den Nägeln. „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Platz gesperrt werden muss“, monierte Gabriele Möhring. Für die Sportler bestehe sowohl im Trainings- als auch Wettkampfbetrieb Verletzungsgefahr. „Und dieser Umstand ist allen Beteiligten seit langem bekannt.“ Hockey-Trainer Daniel Hanschmann berichtete, dass sich Gastmannschaften schon geweigert hätten, in Machern anzutreten. „Hier besteht wirklich, wirklich Handlungsbedarf“, unterstrich der Nachwuchscoach. Neben der Hockey-Abteilung sind es vor allem die Fußballer, die auf eine Erneuerung des Kunstrasens hoffen. Allerdings konnte deren Vertreter Eberhard Westphal keine Abnormität im derzeitigen Zustand des Platzes erkennen. „Der hat seine Laufzeit einfach hinter sich, das ist nach so langer Zeit normal“, meinte der Ehrenamtliche. Für ihn wäre es naheliegend, sich mit der Firma ins Benehmen zu setzen, die den Platz vor über 15 Jahren gebaut hat.

Hockey hat in Machern eine Heimstatt

Hockey hat in Machern eine Heimstatt. Im Vorjahr wurde eine Deutsche Meisterschaft im Damenbereich ausgetragen.

Quelle: Archiv

Genau danach steht Uwe Richter nicht der Sinn. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gerichshainer Bau- und Wohnungsgesellschaft, in deren Eigentum sich der Sportpark befindet, sprach der Gerichshainer von „Pfusch am Bau“. Ein Gutachten habe eindeutig ergeben, „dass bei der Errichtung des Kunstrasenplatzes geschludert wurde“. So sei die Drainage eingebrochen und es sei zu Senkungen gekommen. „Es ist unstrittig, dass etwas passieren muss.“ Dabei ist es mit ein wenig Kosmetik nicht getan. Probebohrungen hätten ergeben, dass die Schichten unterschiedlich dick sind. „Deshalb reicht es nicht, nur den Belag zu erneuern, auch der schadhafte Untergrund muss ausgetauscht werden.“ Im Raum steht eine halbe Million Euro, die eine Erneuerung verschlingt. „Davon gehen zumindest Kostenschätzungen aus“, nannte Richter eine vorläufige Hausnummer. Die GBW fühle sich als Eigentümer des Sportparks in der Pflicht.

Um das Prestigeobjekt am Leben zu halten, buttert aber auch die Kommune seit Jahren kräftig zu. Jährlich schultert die Gemeinde immense finanzielle Lasten, damit ihre Tochtergesellschaft GBW die Kredite, die unter anderem für den Sportpark-Bau aufgenommen wurden, bedienen kann. Aus diesem Sanierungsbeitrag leitet Bürgermeisterin Doreen Lieder, ebenfalls Gast der jüngsten Mitgliederversammlung, ein Mitspracherecht beim Thema Investitionen ab: „Kosten für den Tresenwald lasten in Größenordnungen auf der Gemeinde. Wollen wir uns vor diesem Hintergrund eine Ausgabe dieser Dimension leisten: Ja oder Nein? An dieser Stelle muss sich ganz einfach der Gemeinderat positionieren“, erklärte Lieder. Uwe Richter hingegen sieht die Entscheidung eher beim Aufsichtsrat der GBW. „Wir bemühen uns derzeit bei der Sächsischen Aufbaubank um Fördermittel.“ Allerdings stünden die Chancen nicht besonders gut. Als Grund gilt unter anderem, dass Machern über kein Sportkonzept verfügt. Damit würde schon eine Voraussetzung fehlen, um gegenüber anderen Antragstellern zu punkten.

Am Abend der Mitgliederversammlung gab es aber noch mehr kritische Stimmen. Die Vereinsspitze zeigte sich zwar einsichtig, dass den Sportlern der Tresenwald nicht allein gehört, sondern Machern durch andere Nutzer auch Einnahmen akquirieren muss. „Aber wo hören die Ausnahmen auf und wo fängt die Verdrängung des Sportes an?“, fragte Gabriele Möhring. Andere vermissten eine Wertschätzung der vielen ehrenamtlichen Trainer, die sich jedes Mal aufs Neue um Hallenzeiten bemühen müssten. Letztlich sei auch nicht einzusehen, wieso zum Beispiel bei den Antik-Märkten das Hallenparkett nicht durch Filzbelag geschützt wird. „Nach jedem dieser Märkte herrscht für unsere Sportler Verletzungsgefahr“, monierte eine Vertreterin der Abteilung Badminton. Laut Gabriele Möhring würde sich vieles besser regeln lassen. „Aber oftmals werden wir als SV Tresenwald einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Von Simone Prenzel

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