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Wurzen Veto im Lossatal verhindert Gründung der Wurzener Land-Werke GmbH
Region Wurzen Veto im Lossatal verhindert Gründung der Wurzener Land-Werke GmbH
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16:38 10.11.2016
Robert Krock Quelle: Frank Schmidt
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Lossatal/Hohburg

Der Gemeinderat Lossatal hat in seiner Sitzung am Mittwochabend im Kulturhaus „Zur Hohburger Schweiz“ den geplanten Gründungstermin für die Wurzener Land-Werke GmbH am 17. November platzen lassen. So stimmten acht Abgeordnete gegen die Beschlussvorlage zur Bestellung eines Interimsgeschäftsführers für die kommunale Holding der vier Gesellschafter Wurzen, Thallwitz, Bennewitz und Lossatal. Sechs Volksvertreter votierten mit Ja, zwei enthielten sich.

Wie berichtet, sorgte das Verwaltungspapier bereits im Wurzener Parlament für heiße Debatten und einem knappen Ergebnis. Vor allem ging es dabei um das Honorar für den vorgesehenen Kandidaten Robert Krock. Der Wirtschaftsingenieur aus Berlin begann Mitte 1996 seine Karriere in der Unternehmensentwicklung des Energieversorgers Bewag AG, jetzt Vattenfall, und wechselte 2000 zur Strategieberatung BBD. Von 2005 bis Mitte 2016 wirkte der 48-jährige Krock schließlich als Geschäftsführer und Projektleiter der SNPC GmbH mit Sitz in Berlin und Büro in Frankfurt am Main. Quasi als Geburtshelfer der Wurzener Land-Werke in den ersten drei Monaten sollte Krock ein Salär von 25 500 Euro erhalten und hernach bei Bedarf einen Tagessatz von 1700 Euro zuzüglich Umsatzsteuer. Eigens hierfür konnte der Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge (parteilos) einen EU-Fördertopf anzapfen, um nicht das Stammkapital der Landwerke GmbH von 100 000 Euro anzugreifen.

Doch schon in Wurzen sorgten die Honorarsumme bei einigen Mandatsträgern für Sorgenfalten. Zwar vermochte Pöge, den Amtskollege Jörg Röglin (parteilos) zur Sonderratstagung am 3. November an seine Seite bat, manchen Zweifler zu überzeugen. Das Urteil fiel mit elf Ja-Stimmen der Linken, SPD und unabhängigen Wählergemeinschaft Bürger für Wurzen zu achtmal Nein aus der CDU-Fraktion dennoch knapp aus.

Keinerlei Parteigrenzen sichtbar machte dagegen der Mehrheitsentscheid im Lossatal. Selbst Pöge, der wiederum als Diskussionspartner für diesen Tagesordnungspunkt zur Verfügung stand, änderte mit seinen Argumenten reinweg gar nichts mehr am Ausgang. Was vielleicht auch am Echo aus Wurzen lag. Immerhin beobachtete der eine oder andere Gemeinderat damals als Zuschauer im Plenarsaal des Stadthauses die Debatte und Vorstellung Krocks. Auf die Eingangsfrage des Lossataler Rathauschefs Uwe Weigelt (SPD), welchen Eindruck die Tagung hinterließ, sagte Angela Hübner (Bürger für Lossatal): „Der Funke ist nicht übergesprungen.“ Und Hennig Grigat, Vorsitzender des Ortschaftsrates Lüptitz, fügte an, dass er danach „nicht ganz so befriedigt“ nach Hause gegangen sei.

Im Übrigen blies Bennewitz als Vierter im Bunde der Wurzener Land-Werke aufgrund des Lossataler Vetos die für Donnerstag Abend anberaumte Ratssitzung gleich ab. Zur Gründung am 17. November hätte es nämlich von allen kommunalen Parlamenten einen positiven Mehrheitsbeschluss geben müssen.

Von Kai-Uwe Brandt

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