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Von Hochzeit bis Konzert – kulturelle Angebote bald auch in Schloss Brandis

Veranstaltung Von Hochzeit bis Konzert – kulturelle Angebote bald auch in Schloss Brandis

Weiße Ballons flattern im Wind, das Festzelt steht, Palmen werden zur Deko verteilt – am Sonntag lädt Schloss Brandis erstmals zu einer Hochzeitsmesse ein. Von 11 bis 18 Uhr präsentieren zahlreiche Aussteller Ideen, Produkte und Dienstleistungen für den wohl schönsten Tag im Leben.

Nur scheinbar noch im Dornröschenschlaf: Das sanierte Innere des Schlosses bietet Raum für vielfältige Veranstaltungen.

Quelle: Ines Alekowa

Brandis. Weiße Ballons flattern im Wind, das Festzelt steht, Palmen werden zur Deko verteilt – am Sonntag lädt Schloss Brandis erstmals zu einer Hochzeitsmesse ein. Von 11 bis 18 Uhr präsentieren zahlreiche Aussteller Ideen, Produkte und Dienstleistungen für den wohl schönsten Tag im Leben. 13.30 und 15.30 Uhr gibt es Modenschauen. Die Veranstaltung bietet aber nicht nur Brautpaaren Gelegenheit, einen Blick ins Schloss und die weitläufige Barockanlage zu werfen, wo später dann auch die Hochzeit stattfinden könnte, sondern auch interessierten Brandisern.

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2012 kaufte der Leipziger Rico Schück das Brandiser Schloss. Seitdem wurden große Teile der Räumlichkeiten saniert. Am Sonntag bietet sich bei einer Hochzeitsmesse Gelegenheit zu einem Blick in die barocke Anlage mit ihrem großen Park. Perspektivisch will der Schlossherr auch zu kulturellen Veranstaltungen einladen.

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Das Innere des Schlosses hat Eigentümer Rico Schück seit 2012 zu großen Teilen saniert. Von außen präsentiert es sich zwar noch etwas angegraut, um so mehr freut sich der Schlossherr über den Aha-Effekt, wenn sich die Türen öffnen. Das Erdgeschoss ist in schlichtem Weiß gehalten, einziger Schmuck ist Stuck an Wänden und Decken, an dem sich das durch die großen Fenster eintretende Licht bricht. Teilweise wurde bei den Decken auf einen Anstrich verzichtet, um bewusst den Kontrast von Alt und Neu zu provozieren, erklärt Schück, der als studierter Bauingenieur das nötige Wissen mitbringt, um die Facetten des von Architekt David Schatz entworfenen Kleinodes wieder aufzupolieren. Er war im Schloss, das bis 2002 Alten- und Pflegeheim war, mehrfach als Gutachter gefragt gewesen, als sich die Gelegenheit zum Kauf bot, schlug der Leipziger zu. „Der Rest ist Leidenschaft und Fleiß.“ So erhielten Räume durch Rückbau von Zwischenwänden ihre großzügige Anmutung zurück, sodass in Garten - und Steinernem Saal, Gewölbehalle und Schlossbar mit ihrem historisierten Tresen 500 Quadratmeter Veranstaltungsfläche zum Beispiel auch für Weihnachts- und Firmenfeiern oder Tagungen zur Verfügung stehen. Eine Übernachtung ist gleich in den Appartements eine Etage höher möglich.

Perspektivisch soll aber auch die Zahl der öffentlichen Events deutlich zunehmen. Schück stellt Lesungen, Kabarett, vielleicht ein schönes Klavierkonzert in Aussicht. „Wir sind mit der Musikarche Brandis im Gespräch, 2016 gastierten bereits die Macherner Operini hier. Die Umgebung lechzt nach solchen kulturellen Angeboten“, ist er überzeugt. Schon jetzt freut er sich auf den Winterball mit Walzer, Showtanz und Tangokonzert am 20. Januar. „So etwas hat das Schloss lange nicht mehr gesehen.“ Begleitendes Feuerwerk schließt er aus. „Wir wollen vielmehr durch Schallschutz den Lärm für die Anwohner möglichst gering halten.“

Im Blick hat Schück auch den vier Hektar großen Schlosspark mit Mausoleum, Wasserturm und Pavillon, der sich vor der aufwendig sanierten Porphyrtreppe vorm Gartensaal ausbreitet. Er hat auch hier Hand angelegt, einige Wege geebnet, Wildwuchs entfernt. „Schon jetzt sind Parkführungen auf Anfrage möglich. Aber wir wollen mehr anbieten.“ Vielleicht enden sie ja irgendwann sogar in einem Museum. Schück, der mit den früheren Eigentümern von Pentz in Kontakt steht, hat dafür bereits einige Teile der früheren Ausstattung zusammengetragen.

Doch während das noch Zukunftsmusik ist, nehmen die Pläne für das Torhaus konkrete Züge an. Mit Denkmalschutz und Architekt ist er gerade im Gespräch, wie es saniert und der angrenzende Flügel, von dem nur noch die nackten Außenmauern stehen, wieder aufgebaut werden kann. 15 Wohnungen, 50 bis 100 Quadratmeter groß, sollen entstehen, so wie es das Immobilienunternehmen Youniq, von dem Schück 2012 Schloss und Park und zwei Jahre später das Torhaus erwarb, auch schon in den Nebengebäuden rechts und links des Innenhofes vorgemacht hat. „Wenn sich das Ensemble dann wieder geschlossen präsentiert, wird es wunderschön“, ist Schück überzeugt. Um die Nachfrage macht er sich keine Sorgen. „In Brandis mangelt es an Wohnungen, ich habe schon jetzt Anfragen.“ Den direkten Zugang des Torhauses zum Markt möchte er, da Brandis keine Touristinformation besitzt, am liebsten für ein kleines Infozentrum nutzen. „Für die Stadt wäre das eine tolle Sache, zugleich könnte man mehr auf das Schloss aufmerksam machen.“

Von Ines Alekowa

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