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Wurzen Von Industriekultur bis Ringelnatz
Region Wurzen Von Industriekultur bis Ringelnatz
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05:00 17.08.2012
Einladend: Das Museum in der Domgasse lockt 2013 mit interessanten Ausstellungen. Quelle: Andreas Röse
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Wurzen

Dass das Museum im nächsten Jahr 65 wird – wenn man die Wiedereröffnung im Mai 1948 zugrunde legt –, wird zwar das ganze Jahr über Thema sein, aber nur im Foyer. Viel wichtiger als Selbstbespiegelung sind Museumsleiterin Sabine Jung die wechselnden Ausstellungen im Haus. Und die sind in diesem Jahr mit großen Namen verknüpft. Zum Auftakt kommt im März die Wanderausstellung „Industriekultur in Sachsen – erhalten, erleben, erinnern" in die Städtische Galerie am Markt. „Für eine solche Ausstellung ist Wurzen mit seiner Industriegeschichte ja prädestiniert", sagt Jung. Um so mehr habe es sie geärgert, dass Wurzen im Ausstellungskatalog nicht vorkommt. „Das geht gar nicht", meint sie bestimmt. Nach Inaugenscheinnahme der Schau hat sie sich deshalb bemüht, diese in die Muldestadt zu holen. „Wir übernehmen 60 Tafeln und dürfen sie um einen eigenen Regionalteil aus sechs bis zehn Tafeln ergänzen, der dann auch weiter wandert", erklärt sie und fügt hinzu: „Eigentlich haben wir noch viel mehr über Wurzen zu sagen." Denn man habe noch viel intakte Industrie, wie die Filz- und die Keksfabrik; als einzige nicht mehr erhalten sei die Teppichfabrik. Als Kooperationspartner, berichtet Jung, habe sie Ulrich Heß von der Standortinitiative gewinnen können, der bereits Ausstellungen zur Industriegeschichte von Wurzen gemacht habe und deshalb über ein gutes Archiv verfüge. Ergänzen will Sabine Jung zudem die Wander- durch eine Sonderausstellung über Wurzener Villenarchitektur und dabei sowohl noch genutzte als auch bereits abgerissene Objekte, wie die Krietsch-Villa im Mühlgraben, ins Blickfeld rücken. „Damit eröffnen wir die Möglichkeit, auch die Industriellen näher kennen zu lernen, die hier für Wohlstand gesorgt haben." Als passender Ausstellungsort hierfür ist die ehemalige Klinkhardt-Villa angedacht.

Von Juni bis August steht dann wieder einmal Ringelnatz im Mittelpunkt und zwar mit einem runden Geburtstag, dem 130. Die Museumsleiterin nimmt dies zum Anlass, um einmal Ringelnatz‘ Verhältnis zu den Frauen zu beleuchten. „Er hatte eine Menge Kontakte", ist Sabine Jung bei der Lektüre aufgefallen. „Er muss sehr unterhaltsam gewesen sein, denn eine Schönheit war er nicht." Sie will versuchen, „seinen" Frauen über Fotos, Briefe usw. ein Gesicht zu geben und dann interessante Persönlichkeiten bitten, ihre Sicht des jeweiligen Verhältnisses zu Papier zu bringen. – Was indes zum Schwoof auf dem Markt passieren soll, daran tüftele man noch mit dem Ringelnatzverein. „Wir hätten natürlich gern passend zum Thema ein Frauenkabarett", lacht sie.

Und was ist mit Napoleon? Der war schließlich vor 200 Jahren Logiergast im Haus in der Domgasse. „Eine extra Ausstellung werden wir nicht machen, denn wir sind nur eine von vielen Stationen Napoleons", stellt die Museums-Chefin klar, „aber wir werden das Haus schmücken und vielleicht jemanden für einen Vortrag engagieren."

Geplant ist schließlich noch eine Neuauflage der Ausstellung mit Arbeiten des Kunst-Leistungskurses des Lichtwer-Gymnasiums. „Die erste Anfang dieses Jahres ist so gut angekommen, dass wir den Kontakt beibehalten wollen", erklärt Sabine Jung. Und während im Februar so der Nachwuchs das Sagen in der Städtischen Galerie hat, werden es im Oktober/November Meisterschüler Neo Rauchs sein.

Ines Alekowa

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