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Wurzen Vorfahrt für Autos in Brandiser Hauptstraße
Region Wurzen Vorfahrt für Autos in Brandiser Hauptstraße
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00:41 20.04.2018
Fiel im Ausschuss durch: Bei der Gestaltungsvariante hätten Pflanzkübel und Bänke linksseitig Parken unattraktiv gemacht. Quelle: Montage: Stadtverwaltung
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Brandis


Die Verkehrssituation in der Hauptstraße hatte im Dezember schon einmal den Ortschaftsrat beschäftigt, jetzt versuchte sich der Technische Ausschuss an einer Lösung, die auch das vor einigen Jahren erarbeitete Brandiser Verkehrskonzept fordert. „Die Hauptstraße ist Schnittpunkt verschiedenster Interessen. Deshalb ist es extrem schwer, eine für alle akzeptable Lösung zu finden“, erklärte Tom Schiebold, Ordnungsamt. „Wir müssen die Zugänge attraktiv halten, dürfen es den Händlern aber nicht noch schwerer machen, als sie es durch den Strukturwandel ohnehin haben“, ergänzte Bürgermeister Arno Jesse (SPD).

Die Neugestaltung der Geschäftsstraße Mitte der 1990er war ein Kompromiss: Der Ausbau wie für eine Fußgängerzone – schmaler Fahrstreifen, beiderseits von breiten Fußwegen ohne Bordstein gesäumt – sollte sowohl Händlern entgegenkommen, für die eine Flaniermeile die Lösung wäre, als auch denen, deren Kunden das Auto benötigen und dafür kurz parken dürfen. Der Ist-Zustand: „Hier wird geparkt, wie man will“, sagte Stadtrat und Ortschaftsratsvorsitzender Ulrich Gäbel (Linke). Zudem würden Parkplätze von Anliegern und Händlern selbst blockiert. Und da neuerdings auch noch der Bus durch die Hauptstraße fährt, wird es manchmal richtig eng. Dabei sollte es ein verkehrsberuhigter Bereich sein, in dem man sich gern aufhält.

Schiebold betonte, dass das Fahrverhalten chaotisch, aber trotzdem legal sei, „Kontrollen sind daher nur eingeschränkt möglich“. So suggeriere Pflasterwechsel im verkehrsberuhigten Bereich: Parken erlaubt. Er schlug zwei Varianten vor, wobei die erste die Tendenz im Ortsrat berücksichtigte. „Das Hauptaugenmerk lag dort auf motorisiertem Verkehr.“

Ausschilderung an der Einfahrt vom Markt als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit Tempo 20 und Kurzzeitparken rechts, aber mehreren Parkverboten links; Beibehaltung der unechten Einbahnstraße, wonach die Einfahrt von der Grimmaischen Straße verwehrt bleibt, aber aus der Gartengasse in Richtung Markt abgebogen werden darf – „ohne diese Regelung könnte der Bus nicht fahren“, betonte er.

Der verkehrsberuhigte Bereich bleibt, Parken stadtauswärts links schränken Pflanzkübel und Bänke ein, der Aufenthalt in der Straße wird attraktiver und die Situation für Fußgänger besser.

Stoff für Diskussion: Die Gestaltungsvariante befürwortete mit Blick auf das vom Stadtrat vor einem Jahr einhellig beschlossene Leitbild der Stadt nur Antje Busch-Sandmann (Bürgerverein). Gäbel lehnte sie aufgrund des Pflegeaufwandes erneut ab. Zuschauer Jürgen Stopfkuchen (Bürobedarf) dagegen erinnerte an die gesunkene Zahl der Geschäfte. „Die restlichen sind auf anfahrende Kunden angewiesen“ – auch aus den Ortsteilen, untermauerte Roland Eibeck (CDU). Durch kontrolliertes Kurzzeitparken beidseits verspricht er sich Entspannung. Außerdem riet er, nur dem Bus das Abbiegen von der Gartengasse Richtung Markt zu erlauben. „Täglich beobachte ich brenzlige Situationen.“ Bärbel Uhlig (Bürgerverein) wiederum könnte sich gar eine Aufhebung der Einbahnstraße vorstellen: „Man darf eh nur Schritt fahren.“ Das lehnte Schiebold ab: „Wir hätten ein Vielfaches an Verkehr Richtung Markt, vorm Musikhaus gibt es jetzt schon Probleme beim Ausparken.“

Einzig Uwe Engel (Linke) stellte die Grundsatzfrage. „Wie locken wir mehr Leute in die Innenstadt? Wegen 20 Autos, mit denen 20 Leute kommen, vergrätzen wir alle anderen. Wir müssen den Mut haben, in andere Richtungen zu denken!“

Das blieb – vorerst – aus. Jesse nahm die Bevorzugung der Ausschilderungsvariante aus der Disskussion mit und den Rat Alexander Buschs (CDU), das zwei Jahre zu testen. „Wir werden mehr kon-trollieren“, versprach er. „Ich erwarte dabei auch die Unterstützung der Händler.“

Von Ines Alekowa

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