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Wurzen Vorhang auf für den ganz normalen Wahnsinn
Region Wurzen Vorhang auf für den ganz normalen Wahnsinn
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05:00 08.09.2012
Bühnenprobe: Das Nemter Bauerntheater findet die Themen dafür auf der Dorfstraße und auf den Bauernhöfen. Quelle: Frank Schmidt
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Wurzen/Nemt

Das ganze Theater findet im Rahmen eines Dorffestes statt, das bereits gestern mit Lampionumzug, Lagerfeuer und „Partytime" seinen Anfang nahm. Heute gehen ab 11 Uhr die Jüngsten aus dem Ort mit ihrer Floßregatta unter dem Motto „Katamaran" an den Start. Doch Vorsicht vor überzogenen Erwartungen. Das Spektakel findet auf einem Gewässerlauf statt, der nicht einmal die Bezeichnung „Bach" verdient, so klein ist er. Dennoch oder gerade deshalb ist eine Menge Spaß vorprogrammiert, weil die Kinder ihre selbst gebastelten Schiffchen und Floße en miniature starten werden. Erstmals sind heuer auch Erwachsene zugelassen. Doch ob die tatsächlich eine reale Chance habe – die herzlich willkommenen Zuschauer werden es sehen.

Das ganz große Event geht ab 17 Uhr über die Bühne im Festzelt, wenn das schon erwähnte Nemter Bauerntheater sein Stück aufführt. Und das lässt wieder tief blicken in die Fenster der Nemter Stuben und Kammern. „Scheiden tut weh" heißt das zweideutige Stück, welches unter Regie von Kathleen Konrad einstudiert worden ist. „Die Themen für unsere Aufführungen liegen sozusagen auf der Dorfstraße und auf den Bauernhöfen", macht die Regisseurin Andeutungen, dass es ausschließlich die Geschichten der Dorfbewohner sind, die thematisiert und bühnenreif aufgearbeitet werden. Freilich mit dem nötigen Respekt gegenüber den Leuten, aber auch mit Witz und Humor. Dabei werden längst vergessene Begebenheiten ausgekramt, wie sie sich irgendwann einmal so oder so ähnlich haben zugetragen. „Schließlich haben wir in Nemt Leute, die auch über die Dorfgrenzen hinaus bekannt sind. Ihre Storys von einst sind Grundlage für unsere Drehbücher", sagt Kathleen Konrad. Aber Hallo, da müssen nun auch Beispiele genannt werden. „Nehmen wir Schneider Erich, den Milchfahrer. Mit seiner Pferdekutsche war der zwischen Nemt und Wurzen unterwegs. Und wenn es Geld gab, hat der immer vorne am ,Anker‘ angehalten – das ist noch heute unsere Dorfkneipe. Seine Frau musste dann Pferde und besoffenen Kutscher abschleppen – solche Schoten werden dann mit eingebaut." Worüber sich die 17 Laiendarsteller sowie die Hand voll Techniker dieses Jahr hermachen, soll nicht vorab verraten werden. Nur so viel: „Es geht um Ehekrach auf dem Bauernhof bei den Familien Wiesenhuber und Lerchenhofer. Die Handlung ist authentisch, die Namen frei erfunden. Wenn man so will eine Familiensaga, die über zehn Jahre hinweg eine Rolle spielt und immer aktualisiert wird. Da spiegeln sich auch Vereine aus dem Ort wider, etwa der Männerchor und die Feuerwehr." Also dann: Vorhang auf für den „ganz normalen Wahnsinn auf dem Lande", wie es Kathleen Konrad nennt.

Frank Schmidt

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