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Vorsicht vor falschen Ordnungshütern und angeblichen Pelzverkäufern

Prävention der Polizei in Wurzen Vorsicht vor falschen Ordnungshütern und angeblichen Pelzverkäufern

Der Alltag ist voller krimineller Gefahren. Es gibt „Polizisten“ der falschen Art und andere Betrüger, die sich gern ältere Opfer suchen. Polizeihauptmeister Jürgen Kratzmann war jetzt bei Senioren in Wurzen zu Gast, um ihnen ein paar präventive Tipps für den Alltag zu geben.

Die Gefahr lauert überall. Polizeihauptmeister Jürgen Kratzmann informierte in der VS-Begegnungsstätte, wie man sich vor ihnen schützen kann.

Quelle: Roger Dietze

wurzen. Die Gefahr lauert überall. Hin und wieder kommt sie sogar in Gestalt von Polizeibeamten daher. „Polizisten“ der Sorte, die sich Zutritt zu Wohnungen mit dem Vorsatz zu verschaffen versuchen, in Sachen Falschgeld aktiv werden zu müssen. Doch den vermeintlichen Ordnungshütern geht es nicht um das Aufspüren von „Blüten“, sondern ausschließlich um ihren eigenen Vorteil. Zum Nachteil der jeweiligen Mieter respektive Hausbesitzer, die sich nach dem Abzug der „Beamten“ um Bargeld, Schmuck und andere persönliche Dinge geprellt sehen. „Dabei treten diese Leute sehr professionell auf und weisen sich noch dazu mit Papieren aus, die 100-mal professioneller als ein originaler Polizei-Ausweis aussehen“, so Jürgen Kratzmann. Und der weiß, wovon er spricht. Denn Kratzmann ist Polizeibeamter in der Präventionsabteilung der Polizeidirektion Leipzig und in dieser Funktion pausenlos unterwegs, um unbescholtene Bürger vor den Tücken der Kleinkriminalität zu bewahren. Am Freitag tat er dies in der Begegnungsstätte des Wurzener Volkssolidaritäts-Kreisverbandes (VS) vor rund 20 Seniorinnen und Senioren. Allein altersspezifisch war nur ein kleiner Teil der Tipps und Hinweise des Polizeihauptmeisters, grundsätzlich, so Jürgen Kratzmann, könne es jeden und jede treffen. Etwa nach dem Abheben von Bargeld am Automaten. „Für einen Kriminellen ist eine Bank der ideale Ort, um auszukundschaften, wer mit Bargeld unterwegs ist“, warnt Kratzmann. Die Täter folgten ihren Opfern bisweilen über Stunden, um eine günstige Gelegenheit zum Diebstahl der Tasche abzupassen. „Deshalb sollte man nach dem Geldabheben so schnell wie möglich den Heimweg antreten.“ Doch nicht nur größere Mengen Bargeld sollte man dem Leipziger Polizeihauptmeister zufolge in der Öffentlichkeit nicht mit sich herumtragen, sondern ebenso auf die Mitnahme von Ausweisen verzichten. „In einem Schwimmbad, bei einem Konzert oder bei ähnlichen Anlässen muss man seinen Personalausweis nicht mit sich führen. Aber die vermeintliche Pflicht, dies zwingend tun zu müssen, ist bei vielen älteren ehemaligen DDR-Bürgern noch in den Köpfen“, so der 51-Jährige.

Demgegenüber nur schwer in die Köpfe hineinzubekommen ist laut Kratzmann, dass hinter vermeintlichen Lottogewinnen, in Not geratenen Enkeln und Kaffeefahrten in aller Regel eine Falle lauert. „Ältere Menschen, die in einem dubiosen Anruf um Bargeld gebeten werden, sollten sich zumindest den Bankmitarbeitern anvertrauen, weil dies schon manchen Senior vor dem Plündern seines Kontos bewahrt hat“, berichtete Kratzmann in der VS-Begegnungsstätte.

Ansonsten gelte ganz allgemein der Grundsatz, keinen unangemeldeten Besucher ins Haus zu lassen. „Gleich ob es sich dabei um vermeintliche Handwerker handelt, die den Wasserdruck zu kontrollieren vorgeben, oder Personen, die sich als Pelzankäufer vorstellen – diese Leute haben schon gewonnen, wenn sie es bis in die Wohnung geschafft haben.“ Um demgegenüber Kleinkriminelle auf die Verliererstraße zu schicken, gebe es eine Vielzahl von zu beachtenden grundsätzlichen Verhaltensweisen. „Haustüren, auch von Mietshäusern, sollten immer geschlossen sein, weil Rettungsdienste im Fall der Fälle sich immer Zutritt verschaffen können“, rät Kratzmann. Darüber hinaus sollten auch Sprechanlagen intensiv dafür genutzt werden, um die Absichten eines um Einlass begehrenden Zeitgenossen abzuklären. „Zu guter Letzt verbietet es sich fast von selbst, mit einer bevorstehenden Reise und der damit verbundenen Abwesenheit beim Fleischer und Bäcker um die Ecke hausieren zu gehen.“

Von Roger Dietze

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