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Vulkan-Visite: Unesco-Experten fühlen Geopark auf den Zahn

Porphyrland Vulkan-Visite: Unesco-Experten fühlen Geopark auf den Zahn

Vertreter der Deutschen Unesco-Kommission haben sich einen Tag lang Zeit genommen und sind durch den Geopark Porphyrland gereist. Nach intensiven Gesprächen und Befragungen heißt es jetzt erst einmal: Geduld aufbringen. Denn ob die Bewerbung um den Titel Unesco Global Geopark eine Chance hat, ließen die hochrangigen Gäste noch nicht durchblicken.

Touristen finden im Norden des Geoparks Porphyrland bereits zwei Geoportale in Röcknitz (Foto) und Hohburg sowie zahlreiche Wanderwege und bedeutende Geotope vor. Weitere Anlaufpunkte befinden sich in Großbothen, Rochlitz und Mügeln.

Quelle: Thomas Kube

Landkreis Leipzig. Der Geopark Porphyrland hat diese Woche wichtigen Besuch erhalten. „Ich freue mich, Sie an der Wiege des Geoparks - im Herrenhaus Röcknitz – begrüßen zu können“, empfing der Thallwitzer Bürgermeister Thomas Pöge Vertreter der Deutschen Unesco-Kommission und weitere Experten. Die historische Wasserburg aus dem Jahr 1696 beherbergt eines der vier Geoportale, die Besucher auf die geologischen Besonderheiten der Region aufmerksam machen.

Das Ziel heißt Unesco Global Geopark – ein Gütesiegel, das von der Kulturorganisation der Vereinten Nationen erst seit dem Vorjahr verliehen wird. Nachdem sich das Porphyrland schon mit dem Titel Nationaler Geopark schmücken darf, liegt die Latte für die internationale Anerkennung nun noch ein Stückchen höher. Die Akteure zwischen Röcknitz und Rochlitz streben den begehrten Titel an, weil er besondere Qualität, Einmaligkeit und auch internationale Bekanntheit verspricht. Es ist die höchste Würdigung, die der Geopark überhaupt erreichen kann.

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Gewaltige Vulkanausbrüche vor 300 Millionen Jahren formten das Bild der Landschaft. Wie die Region aus diesem geologischen Erbe zwischen Röcknitz und Rochlitz Kapital schlägt, wollten Unesco -Vertreter bei einem Vorort-Besuch wissen.

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Um den Zusatz im Namen tragen zu dürfen, sind allerdings etliche Hürden zu nehmen. Erst muss das Porphyrland auf nationaler Ebene in der Vorauswahl überzeugen. Sollte es der Region gelingen, bei der Deutschen Unesco-Kommission (DUK) Eindruck zu schinden, leitet diese die Bewerbung dann an das Sekretariat der UN-Organisation in Paris weiter.

Potenzial für internationale Anerkennung

„Wir sind überzeugt, dass wir das Potenzial für diese internationale Anerkennung haben“, unterstrich der ehemalige Landrat des Landkreises Leipzig, Gerhard Gey, der dem Trägerverein Geopark mit seinen 13 Mitgliedskommunen und weiteren 20 Partnern vorsteht. Auch Park-Managerin Kerstin Fiedler, die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden, Landrat Henry Graichen sowie Sandra Brandt von der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH schilderten die vielfältigen Bemühungen, aus dem geologischen Erbe Kapital zu schlagen.

„Wir brennen darauf, das Thema Geopark weiter voranzubringen“, bekräftigte Ines Krüger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geographie der Universität Leipzig und Geburtshelferin der Initiative. „Erst durch die Entstehung des Geoparks wurde auch die Forschung zum Nordwestsächsischen Vulkanitkomplex neu befeuert“, verdeutlichte sie. „Röcknitz ist ein Steinarbeiterdorf, das Thema war immer präsent“, ergänzte Heike Tretschok vom örtlichen Heimatverein an der ersten Station der Rundreise. „Die Leute sind zu Hunderten in die Steinbrüche zur Arbeit gefahren. Dass es um die Ecke aber wissenschaftlich bedeutsame Gletscherschliffe gibt, rückt erst jetzt ins Bewusstsein – mit der Profilierung des Geoparks.“

Schatz liegt zu Füßen der Region

Nun gelte es, den Schalter umzulegen und den riesigen Granitkomplex zu Füßen der Region auch für Regionalentwicklung und Tourismus in Wert zu setzen, warb Geopark-Managerin Kerstin Fiedler. Das Thema Umweltbildung spielt dabei eine wichtige Rolle. So hat es der Geopark bereits geschafft, in sächsische Lehrbücher aufgenommen zu werden. Regelmäßig pilgern Schulklassen in die Region, um sich vom höllischen Spiel aus Feuer, Wasser und Eis begeistern zu lassen. Projekte wie die Ausbildung von Junior-Ranchern, Ideen für Geo-Routen, eine professionelle Vermarktung oder Angebote zum Thema Geopark und Genuss wurden den Unesco-Gästen ebenfalls vorgestellt. Stationen waren neben dem Herrenhaus Röcknitz das Steinarbeiterhaus Hohburg, Schloss Trebsen, das Künstlerhaus Schaddelmühle in Großbothen und das Porphyrhaus in Rochlitz.

Diplomatisch zurückhaltend hieß es im Nachgang: „Ich denke, wir haben eine gute Visitenkarte abgegeben“, so Kerstin Fiedler. Jetzt gilt: Daumendrücken und Abwarten: „Anfang November rechnen wir mit einer Entscheidung, ob wir auf nationaler Ebene weiterkommen und dann die Chance haben, den Unesco-Titel zu erhalten.“ In Deutschland dürfen sich bislang sechs Geoparks mit dem Unesco-Label schmücken, davon mit dem Muskauer Faltenbogen einer in Sachsen.

Von Simone Prenzel

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