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Wurzen Wärmeversorgung Wurzen GmbH soll für 3,4 Millionen Euro verkauft werden
Region Wurzen Wärmeversorgung Wurzen GmbH soll für 3,4 Millionen Euro verkauft werden
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09:52 27.04.2018
Das Blockheizwerk in der Liscowstraße: Von hier aus versorgt das Unternehmen etwa 1750 Wohnungen und mehrere Industriebetriebe der Stadt mit Fernwärme. Quelle: Klaus Peschel
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Wurzen

Per Mehrheitsvotum haben die Mitglieder des parlamentarischen Finanz- und Verwaltungsausschusses grünes Licht für den Verkauf der Wärmeversorgung Wurzen GmbH (WvW) gegeben. Das stadteigene Unternehmen wurde am 21. Juli 1992 gegründet und versorgt aktuell circa 1750 Wohnungen sowie mehrere größere Gebäude und Industriebetriebe mit Fernwärme. Seit Mitte 2012 betreibt die WvW außerdem auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Eilenburger Straße eine Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von zweieinhalb Megawatt und seit 2014 die Photovoltaikanlage der Kita Spatzennest.

Wie Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) das Gremium zur jüngsten Sitzung im Stadthaus informierte, soll die kommunale Gesellschaft nunmehr veräußert werden und in Zukunft unter dem Dach der Wurzener Land-Werke (WuLaWe) firmieren. Doch um den Kaufpreis zu ermitteln, erfolgte zunächst eine Bewertung der GmbH, die die Fernwärme für ihre 3000 Kunden im Blockheizwerk in der Liscowstraße erzeugt. Das Gutachten erstellten Röglin zufolge die Wirtschaftsprüfer der Baker Tilly – ein deutsches Beratungsunternehmen mit elf Niederlassungen und 1030 Mitarbeitern.

„Das Ergebnis wurde am 7. August des Vorjahres im Aufsichtsrat der Wärmeversorgung Wurzen GmbH vorgestellt und am 23. August zu einer gemeinsamen Beratung der Gemeinde- und Stadträte des Wurzener Landes.“ Demnach schlugen die Experten vor, die Anteile der WvW einschließlich der nicht notwendigen Liquidität zu einem Kaufpreis von 3,377 Millionen Euro zu veräußern. „Ich finde, dass ist ein durchaus angemessener Wert“, so das Stadtoberhaupt. Schließlich würde Wurzen auf einem Schlag über eben diese Summe als Barmittel im Haushalt verfügen.

Im Nachgang beantwortete Röglin die Fragen der Volksvertreter. Unter anderem wollte CDU-Fraktionschef Matthias Rieder wissen, warum auf einmal alles so schnell passieren muss. Laut Oberbürgermeister benötige die WuLaWe schon deshalb eine finanzkräftige Tochter wie die Wärmeversorgung, um in Schwung zu kommen. Ansonsten seien die vier Kommunen des Wurzener Landes als Gesellschafter gezwungen, erneut Geld zuzuschießen.

Bedenken zum Verkauf äußerte CDU-Stadtrat Michael Freigang. Aus seiner Sicht seien die über drei Millionen Euro rasch ausgegeben. Jedoch verliere Wurzen zugleich ein Unternehmen, das immerhin jedes Jahr 150 000 bis 200 000 Euro an Gewinn in die Kasse spült. „Und was passiert eigentlich, wenn die WuLaWe pleite geht? Dann ist alles weg!“ Im Übrigen zahlen die Landwerke den Kaufpreis über einen Kredit, erfuhr Freigang von Röglin. Ein Zusage gebe es demnach bereits von der Deutschen Kreditbank.

Überzeugen konnte ihn der Oberbürgermeister nicht, denn Freigang stimmte mit Nein und sein Fraktionskollege Wolf-Rüdiger Jacoby enthielt sich. Die restlichen Ausschussmitglieder indes ebneten den Weg für eine Veräußerung. Das letzte Wort in der Sache hat jedoch der Stadtrat zu seiner nächsten Plenartagung am 27. März.

Zum Hintergrund: Im Dezember 2016 signierten die Bürgermeister Röglin, Bernd Laqua (parteilos), Thomas Pöge (parteilos) und Uwe Weigelt (SPD) die Gründungsurkunde der Wurzener Land-Werke und besiegelten damit offiziell jene kommunale Holding, deren Zweigfirmen solche Aufgaben, wie Energiebeschaffung und -vertrieb, energetische Projekte für die Bürgerschaft oder die Breitbandversorgung integrieren, aber auch Themen der Daseinsvorsorge, darunter Mobilität, Abwasser sowie Verwaltung. Eine Tochter gibt es bereits – die WuLaWe Glasfaser GmbH. Geschäftsführer der Landwerke ist seit 1. Oktober 2017 Mario Maron. Er löste den Thallwitzer Bürgermeister Pöge ab.

Von Kai-Uwe Brandt

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