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Wurzen Waldpolenz: Bereitschaftspolizei streicht die Segel
Region Wurzen Waldpolenz: Bereitschaftspolizei streicht die Segel
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05:00 29.02.2012

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Mitglieder des Sondereinsatzkommandos und Hundertschaften der Bereitschaftspolizei tummelten sich jahrelang auf dem Ex-Militärflugplatz Waldpolenz. In der ehemaligen Schule, die früher als Kommandantur diente, trainierten sie unter anderem das Verhalten bei Amokläufen. Das abseits von der Öffentlichkeit gelegene Gebäude wurde von der Stadt Brandis kostenlos zur Verfügung. Bürgermeister Andreas Dietze hatte zur Begründung argumentiert, dass es ja auch Brandis nutze, wenn die Staatsmacht auf dem Gelände immer mal wieder Präsenz zeige. Das habe abschreckende Wirkung und halte den Vandalismus in Grenzen. Spezialisten des SEK seilten sich auch schon mal auf Hausdächer ab oder es wurde der Umgang mit Wasserwerfern geübt.

Seit einiger Zeit hat die Bereitschaftspolizei nun allerdings die Segel gestrichen. „Es ist richtig, wir haben den Vertrag mit dem Freistaat gekündigt", bestätigte das Brandiser Stadtoberhaupt auf LVZ-Anfrage. Zum einen müsse man die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die geplanten Abbruchmaßnahmen, die als ökologischer Ausgleich für das neue Porsche-Werk im Leipziger Norden geplant sind, ordnungsgemäß erfolgen könnten. Zum anderen ist die Vertragskündigung aber auch als Signal ans Land zu verstehen. „Nachdem wir jahrelang die Polizei bei uns üben ließen, hatten wir eigentlich auch eine Kooperation beim Thema Kampfmittelbeseitigung erwartet", lässt Dietze durchblicken. Aber hier zeigte das Land offenbar kein Entgegenkommen und löste damit eine gewisse Verstimmung im Brandiser Rathaus aus. Obwohl der Freistaat in eigenen Internet-Verlautbarungen ein Gefahrenpotenzial auf ehemaligen Militärflächen sieht, wolle man in Waldpolenz nichts von dem Thema wissen, beklagt Dietze. „Das Land beruft sich immer noch auf den vor Jahren mit Geschäftsführer Jörg Becker von der Kommunalen Entwicklungsgesellschaft Muldental geschlossenen Vertrag zum Kauf des Geländes." Damals habe die KEM einen Freibrief unterzeichnet und alle künftigen Risiken quasi auf ihre Kappe genommen. Diese Großzügigkeit falle Brandis nun auf die Füße.

Nachdem Waldpolenz nicht mehr zur Verfügung steht, hat die Bereitschaftspolizei jetzt in der Gemeinde Löbnitz (Kreis Nordsachsen), direkt an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt, ihre Zelte aufgeschlagen. Auch dort ist es wie in Brandis eine seit Jahren leerstehende Schule, in der nun für Einsätze trainiert wird. „Wir haben ein Objekt gesucht, bei dem wir unbekannte Lagen unter realistischen Bedingungen üben können", so Silvaine Reiche vom Präsidium der Bereitschaftspolizei Sachsen. Insbesondere handele es sich dabei um Durchsuchungen, Amokläufe und das Auflösen von Veranstaltungen. Das Schulgebäude im Ortsteil Reibitz biete die entsprechenden Bedingungen dafür.

Simone Prenzel

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