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Wanderimker Dieter Peche beklagt die noch zu vielen negativen Umweltfaktoren für Bienen

Wanderimker Dieter Peche beklagt die noch zu vielen negativen Umweltfaktoren für Bienen

Wurzen.

Mitten in einem Feldstück zwischen Wurzen und Nischwitz, es wirkt auf den ersten Blick wie eine Wildnis, befindet sich das auf dem zweiten Blick unverkennbare Paradies der Familie Renate und Dieter Peche.

Sie haben sich dort ein Kleinod inmitten von Flora und Fauna geschaffen. Aber auch ihrem Hobby, der Imkerei, viel Raum und damit ein Zuhause gegeben.

Es summt nur so um einen herum, betritt man das Gartengrundstück. Nicht ganz ungefährlich für Menschen, die möglicherweise allergisch reagieren auf Stiche von Honigbienen. Dennoch, Angst sollte man nicht haben und gleich gar nicht zeigen. „Das merken die Bienen", weiß Peche, der im Imkerverein „Bienen- und Naturfreunde Wurzen" organisiert ist. Er ist, im Gegensatz zu den Standimkern, ein typischer, jedoch immer selten werdender Wanderimker, der Anfang Mai seine Bienenvölkern an die Trachten heranführt. Eine Tracht, so erklärt Peche, „ist das, was blüht, also Pflanzen, wo die Bienen genügend für die Honigproduktion reinholen können." Sein Wissen lässt es erahnen, Peche betreibt die Imkerei intensiver und macht auch keinen Hehl daraus, es auf die Bestäubungsprämie abgesehen zu haben. „Das ist eine gewisse finanzielle Absicherung für das Winterfutter der Bienen", sagt er. Allerdings hat er die Erfahrung gemacht, „dass die Obstblüte weniger ertragsreich ist." Anders, wenn der Raps in voller Blüte steht. „Dann sprechen wir Imker von einer Massentracht". Für solche lukrative Standorte müsse man sich eine Standgenehmigung holen, die aber reine Formsache sei. „Da werden wir mit offenen Armen empfangen, weil die Bestäubung der Kulturpflanzen wichtig ist." Aber auch die der Wald- und Wiesenpflanzen, was, wie Pesche erfreut konstatiert, die Politik auch begriffen habe. „Für das Anwandern in den Wald muss der Imker keine Standgebühr mehr bezahlen."

Wenn den Imker etwas sticht, dann Krankheiten, oder, wie in jüngster Vergangenheit im Muldental aufgetreten, ganze Seuchen. „Die Faulbrut etwa ist so eine meldepflichtige Seuche. Die kann jeden Imker treffen", sagt Peche und erklärt wie. „Zum Beispiel durch Infizierung am eingeführten Honig, wenn der Verbraucher sein leeres Honigglas in den Abfall gibt – die Bienen riechen das und fliegen darauf ab." Nicht zwangsläufig müsse es zur Seuche kommen, nämlich dann nicht, wenn das Immunsystem der Bienen intakt ist. Aber das komme durch verstärkte Monokulturen immer mehr ins Schwanken. Eine andere, seit Ende der 70er-Jahre über asiatische Honigbienen nach Europa eingeschleppte Krankheit sei die Varroamilbe. Die befällt die Brut bis hin zum Zusammenbruch ganzer Bienenvölker, denen bis zu 65 000 Honigbienen angehören. Aber vonseiten der Politik werde viel getan, um die Imker in Lehrgängen zu schulen, was die Eindämmung von Krankheiten auf einen guten Weg gebracht habe. Deshalb wollte Peche „aus eigener Erfahrung" von einer Zunahme der Bienenkrankheit nicht sprechen, obwohl es noch zu viele negative Umweltfaktoren geben würde – besonders die intensive Landwirtschaft.

Aus Gesprächen mit Imkerkollegen weiß Peche, dass der Ertrag in diesem Jahr sehr unterschiedlich sei. „Die Wanderimker haben einen durchschnittlichen Ertrag, der schon besser gewesen ist. Und die Standimker erzielten ein teils schlechteres Ergebnis, bedingt durch ungünstige Wetterlagen und die Tatsache, dass die Völker in kleinerer Anzahl an Individuums über den Winter gekommen sind", sagt Peche.

Frank Schmidt

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