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Wanderung und Gedenkstein erinnern an die Opfer der Todesmärsche

Wanderung und Gedenkstein erinnern an die Opfer der Todesmärsche

Wurzen/Borsdorf. Mit einem Gedenkstein wird künftig an die Opfer der Todesmärsche erinnert, die Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene vor 70 Jahren auf die Muldenwiesen bei Wurzen führten.

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Am 3. Mai gibt es den 16. Gedenkmarsch von Borsdorf nach Wurzen, mit dem an die Opfer der Todesmärsche vor 70 Jahren erinnert wird.

Quelle: Frank Schmidt

bei Wurzen führten. Das Mahnmal wird nach Angaben von Projektleiter Ingo Stange vom Netzwerk für demokratische Kultur (NdK) in Wurzen am 3. Mai im Rahmen der Gedenkwanderung für die Opfer der Todesmärsche eingeweiht. Mehrere tausend Menschen aus den Leipziger Außenlagern des Konzentrationslagers Buchenwald in Abtnauendorf und Grünau hatten am 3. Mai 1945 auf der Ostseite der Mulde bei Wurzen gelagert. Die Strecke dort hin hatten sie entlang der ehemaligen B 6 zurückgelegt.

Die Gedenkwanderung fand erstmals im Jahr 2000 statt. Sie führt auch in diesem Jahr über Gerichshain, Machern und Bennewitz, wo es jeweils Stopps und Ansprachen geben wird, so Stange. Bei den Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern, die aus Polen, Ungarn und Frankreich stammten, handelt es sich vielfach um Menschen, die bei der Leipziger Hugo und Alfred Schneider AG (Hasag) beschäftigt waren, zu diesem Zeitpunkt einem der wichtigsten Rüstungsbetriebe im Deutschen Reich und der einzige Hersteller von Panzerfäusten. Mit dem Heranrücken der US-Armee wurden sie in Richtung Osten in Marsch gesetzt, wobei viele Menschen starben. Von Wurzen aus, so NdK-Projektleiter Stange weiter, sollten sie nach Theresienstadt gebracht werden. Zwischen Oschatz und Riesa türmten die Wachmannschaften, so dass die Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter allein umherirrten. Zahlreiche der Häftlinge überlebten die Strapazen nicht. Sie starben zumeist an Hunger, Durst oder Entkräftung.

"Viele von ihnen haben versucht, in die Großstadt Leipzig zurückzukommen", so Stange. Was sich konkret in den Tagen um den 3. Mai 1945 schon deshalb als ausgesprochen kompliziert erwies, weil Wurzen zu diesem Zeitpunkt noch von den Amerikanern besetzt war und die Mulde Richtung Leipzig nur mit einem Passierschein überquert werden durfte.

An das Schicksal der Überlebenden soll mit Gedenkwanderung erinnert werden, an der auch Delegationen aus Frankreich und Tschechien teilnehmen. Zu den Besuchern zählt auch Alain Nocet, ein Enkel von Marie Nocquet. Die verstorbene Frau vom Jahrgang 1906 gehörte zu den Überlebenden des Marsches von Leipzig nach Wurzen und verbrachte dort die Nacht vom 3. zum 4. Mai auf den Wiesen an der Mulde. Alain Nocet hatte vor Jahresfrist in Wurzen im Rahmen des Friedensprojekts "Die längste Schnitzeljagd der Welt" den Anstoß für die Errichtung des Gedenksteins gegeben.

Von der Mulde aus wollen die Teilnehmer des Gedenkmarsches nach der Einweihung des Gedenksteins bis zum Wurzener Friedhof laufen. Zur Abschlussveranstaltung wird auch der bekannte Schauspieler Peter Sodann ("Tatort") erwartet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.04.2015
Natsidis, Nikos

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