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Warum Luther einen weiten Bogen um Wurzen machte?

Freundeskreis Museum Warum Luther einen weiten Bogen um Wurzen machte?

Ganz im Zeichen des Reformators Martin Luther stehen derzeit die Vorbereitungen des Freundeskreis Museum Wurzen. Am 11. September soll dann auch gemeinsam mit dem Altstadt- und Geschichtsverein und in erlebbarer Form die Frage geklärt werden, warum Luther einen weiten Bogen um Wurzen machte.

Angebote für Familien und Kinder: Mit einem Wochenende rund um das Thema Mühlen setzte der Freundeskreis im Vorjahr seine Reihe „Altes Handwerk“ fort.
 

Quelle: Roger Dietze

Wurzen.  Viele Kommunen in der Region können beim Thema Luther ein Wörtchen mitreden. In der Ringelnatzstadt hingegen wurde dazu bislang weitgehend geschwiegen. Dies soll sich nun in diesem Frühherbst ändern. Wenngleich Spektakuläres trotz der Tatsache, dass Wurzen am sächsischen Lutherweg liegt, nicht zu vermelden sein wird. Denn weder hat der Reformator in der Domstadt gepredigt, noch weiß deren Chronik von einer den weiteren Verlauf der Reformationsgeschichte beeinflussenden Nonnenflucht zu berichten. Luther hat schlicht und einfach einen Bogen um das mittlerweile reichlich 1000 Jahre alte Wurzen gemacht.

Warum dies allerdings so war, ist wiederum eine Geschichte für sich. Und mit dieser wollen die Mitglieder des Freundeskreises des Museums Wurzen am 11. September an die Öffentlichkeit gehen. „Wir haben uns bei der Jahresplanung mit dem Altstadtverein auf das Thema Luther verständigt“, berichtet Freundeskreis-Akteurin Annette Grundmann. Während der Schwerpunkt des Wirkens des Altstadtvereins auf Vorträgen liegen werde, wolle sich der Freundeskreis der Thematik in schauspielerischer Form annehmen. Und zwar dort, wo des Pudels geschichtlicher Kern von Luthers Wurzen-Abstinenz liege, nämlich am Schloss der Bischöfe von Meißen, die die Domstadt lange als ein Bollwerk gegen die Reformation hielten.

„Wir werden diese Zeit in Form kleiner Geschichten erlebbar machen, wobei auch die Wurzener Fehde im Jahr 1542 eine Rolle spielen wird“, so Grundmann, die ankündigt, dass bei aller Unterhaltung die geschichtliche Genauigkeit nicht zu kurz kommen soll. „Schließlich arbeiten wir bei den Vorbereitungen eng mit dem Stadtchronisten Wolfgang Ebert zusammen“, so die Dornreichenbacherin, die gemeinsam mit einem guten Dutzend Freundeskreis-Mitstreiterinnen und Mitstreitern seit gut zehn Jahren Geschichte in Wurzen erlebbar macht. Etwa mit Erlebniswochenenden für Kinder und Familien rund um das Thema alte Handwerkskünste, aber auch in Form von Teilnahmen an öffentlichen Veranstaltungen wie dem Festumzug im Rahmen der 1050-Jahrfeier vor fünf Jahren, in den sich der Freundeskreis mit der Gestaltung des Bildes „Die Renaissance“ einbrachte.

Zwei Jahre später traten die Museumsfreunde mit einer Ausstellung anlässlich des 200. Jahrestages der Völkerschlacht in der Ringelnatzstadt in Erscheinung und unterstützten vor zwei Jahren die Auftaktveranstaltung „900 Jahre Wurzener Land“. Sechs Mal veranstaltetet der Freundeskreis zwischen 2004 und 2009 zudem die „Wurzener Hausmusik“, lud zwei Mal zu Buchveröffentlichungen ein und initiierte öffentliche Themenabende etwa zu den Hussiteneinfällen im Wurzener Land. „Eines unserer Hauptanliegen ist es dabei, den Nachwuchs für die regionale Geschichte und alte Handwerkskünste zu interessieren, weshalb wir auch großen Wert darauf legen, dass sich Kinder bei unseren Angeboten ausprobieren können“, so Grundmann. Für den Nachwuchs engagiert sich der Museums-Freundeskreis ferner in diesem Jahr, indem er die Diesterweg-Grundschule bei deren Luther-Projekt unterstützen wird. Darüber hinaus schon alsbald in Erscheinung treten wird der lose Zusammenschluss engagierter Frauen und Männer beim 15. Nachtshopping am 8. April.

„Wir werden an diesem Abend Spaziergänge durch die Wurzener Gassen zum Museum anbieten“, kündigt Annette Grundmann an.

Von Roger Dietze

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