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Region Wurzen Was ist Borsdorf wert?
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16:25 09.04.2018
Auch die Skulptur "Kopf" im Schwanenteichpark wurde bewertet: Sie ist laut Bilanz 4897 Euro wert. Quelle: Klaus Peschel
Borsdorf

Schwarz auf weiß ist jetzt nachzulesen, was die Gemeinde wert ist.

Bereits zum 1. Januar 2010 und damit wesentlich früher als die Mehrheit der kommunalen Familie stürzte sich die Parthe-Kommune in das Abenteuer Doppik und nahm Abschied von der Kameralistik. Bis Anfang diesen Jahres dauerte es allerdings, die entsprechende Eröffnungsbilanz vorzulegen. Es sei ein gewaltiger Kraftakt gewesen, erklärte Bürgermeister Ludwig Martin (CDU). "Nunmehr kommt endlich mehr Licht ins Zahlendickicht."

Die kaufmännische Buchführung spiegele die wirtschaftlichen Verhältnisse der Kommune besser wider. Auch für Gemeinderäte und Bürger werde nun klarer, was welche Kosten verursacht. Mit der Eröffnungsbilanz legt die Kommune ihre Karten auf den Tisch. Schwarz auf weiß ist nunmehr nachzulesen, was zum Beispiel die rund 830 Grundstücke und 27 Gebäudekomplexe wert ist.

Die Erfassung und Bewertung des kommunalen Vermögens habe den Mitarbeitern enorm viel abverlangt. In Archiven und Kellern wurde nach alten Rechnungen gekramt, längst vergilbte Bescheide gewälzt, Straßen wurden mit Kamerawagen abgefahren, Bäume gezählt - ein gewaltiger Aufwand, der die Bediensteten teilweise an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit brachte.

Das Ergebnis sind beeindruckende Zahlen, die Kämmerin Ramona Fischer jetzt präsentierte. Borsdorf ist demnach mehrfacher Millionär, allerdings sind die meisten Vermögenswerte fest gebunden: So ist wohl kaum anzunehmen, dass man beispielsweise das Rathaus so einfach zu Geld machen könnte, das auf 750 000 Euro taxiert ist. Auch die 20,7 Millionen Euro, die die kommunalen Straßen, Wege und Plätze wert sind, lassen wohl eher den immensen Erhaltungsaufwand erahnen statt Dagobert-Duck-Gefühle zu schüren.

In den vergangenen Jahren waren im Gemeindegebiet sämtliche Vermögensgegenstände und Schulden, wie Grundstücke, Gebäude, Straßen, Brücken, Maschinen und technische Anlagen sowie Kreditverpflichtungen zu inventarisieren und zu bewerten.

So wurden für rund 830 Grundstücke die real genutzten Flächen und der zugehörige Bilanzwert ermittelt, erläutert der Borsdorfer Ortschef. Eine gewaltige Herausforderung sei auch die Aufnahme von 50 Kilometern Gemeindestraßen gewesen. Zu bewerten waren auch alle Einrichtungsgegenstände in den öffentlichen Gebäuden, berichtet Finanzfrau Ramona Fischer.

Und selbst der Borsdorfer Schädel fand Eingang in die Eröffnungsbilanz. Die Skulptur von Künstler Tobias Rost im Borsdorfer Schwanenteichpark ist exakt 4897 Euro und 48 Cent wert. Weitere Beispiele für kommunalen Besitz: Die Grundschule Panitzsch schlägt mit 2,5 Millionen Euro zu Buche, die drei Gerätehäuser in in den Ortsteilen Borsdorf, Panitzsch und Zweenfurth bringen zusammen 1,16 Millionen Euro auf die Waage. Die im Gemeindegebiet vorhandenen Brücken stehen mit 2,4 Millionen Euro in der Bilanz. Ein Aushängeschild in der Leipziger Straße, das historische Hirtenhaus mit Heimatmuseum, wird mit 115 000 Euro angegeben.

Die Gemeinderäte nahmen die Zahlen beeindruckt zur Kenntnis, fragten allerdings auch, was der ganze Spaß gekostet hat. "Obwohl die Verwaltung vieles selbst ermittelt hat, sind wir natürlich ohne externe Hilfe nicht ausgekommen", erklärte der Rathauschef. Ein Kommunalberatungsunternehmen aus Dresden habe die Gemeinde über die gesamte Zeit begleitet. Kostenpunkt der Hilfe seit 2010: rund 80 000 Euro.

Nunmehr warten die nächsten Aufgaben auf Verwaltung und Gemeinderäte. Sämtliche ausstehenden Jahresabschlüsse müssten jetzt angegangen werden, erläuterte Ludwig Martin. "Zudem wollen wir dem Gemeinderat wieder einen Doppelhaushalt für die Jahre 2014/2015 vorschlagen." Dieser solle demnächst vorgelegt und diskutiert werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.03.2014
Simone Prenzel

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