Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Wasserstoffzug im Muldental: Studie untersucht Potenziale
Region Wurzen Wasserstoffzug im Muldental: Studie untersucht Potenziale
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:08 26.03.2018
Oliver Mietzsch, Geschäftsführer des ZVNL. Quelle: André Kempner
Anzeige
Brandis

Noch sind die Exoten: Wasserstoffzüge, die nahezu geräuschlos und emissionsfrei über Schienen gleiten. Was in Niedersachsen derzeit mit 14 Exemplaren des französischen Bahntechnik-Konzerns Alstom Fahrt aufnimmt, verfolgt man auch im Muldental aufmerksam. Denn der Einsatz alternativer Antriebe gilt vielleicht als Schlüssel, um einem Gebiet mit rund 60 000 Einwohnern bessere Verkehrsverbindungen zu bescheren.

Wie berichtet, machen die Bürgermeister von Brandis, Grimma, Naunhof und Parthenstein unter dem Motto „S-Bahn fürs Muldental“ für einen Anschluss ans Mitteldeutsche S-Bahn-Netz mobil. Ende 2017 unterzeichneten sie ein Positionspapier, dem sich inzwischen auch der Landkreis angeschlossen hat. Darin fordert das Quartett, bis zu einer nach wie vor angestrebten Elektrifizierung der Strecke Leipzig-Grimma-Döbeln auch alternative Wege zu prüfen. Zum Beispiel den Einsatz von Wasserstoff- oder Brennstoffzellen-Technik.

Zug-Gipfel in Brandis

Zu einer Art Zug-Gipfel trafen sich die Beteiligten jetzt erneut in Brandis. Bei dem Treffen, zu dem Stadtchef Arno Jesse (SPD) die Runde eingeladen hatte, wurden erste Ergebnisse einer Studie präsentiert. Demnach sei Wasserstoff als Antriebstechnik für den Zugverkehr in Mitteldeutschland „grundsätzlich geeignet“, wie Oliver Mietzsch, Geschäftsführer des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), informierte. Wasserstoffzüge gelten vor allem auf nicht elektrifizierten Nebenstrecken als echte Alternative zum Dieselbetrieb. Ein Ansatz, auf dem die vorgelegte Machbarkeitsstudie unter dem Titel „H2 – Schienenverkehr in Mitteldeutschland“ basiert.

Der ZVNL als zuständiger Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr in Westsachsen stieß die Untersuchung gemeinsam mit der Metropolregion Mitteldeutschland unter Beteiligung des ostdeutschen Wasserstoffclusters HYPS an. Experten der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH untersuchten in den vergangene Monaten die Potenziale - mit Unterstützung der Alstom Transport Deutschland und dem Tüv-Süd Rail. Die Studie stelle einen weiteren Schritt auf dem Weg dar, sich dem Thema alternative Antriebe zu nähern, hieß es im Nachgang.

Mietzsch: Weitere Untersuchungen nötig

Konkrete Aussagen zur Wirtschaftlichkeit und vor allem zu einem möglichen Startschuss für Wasserstoffzüge ließen sich derzeit allerdings noch nicht treffen, bremste Mietzsch dem Protokoll zufolge ein. Dazu bedürfe es weiterer Untersuchungen, die auch andere innovative Antriebe, zum Beispiel batteriebetriebene Fahrzeuge, in den Blick nehmen. Wie Jesse berichtete, soll sich eine weitere Studie normalen elektrischen Triebwagen mit zusätzlichem Batteriespeicher widmen. „Erst dann können beide Hybridlösungen fundiert verglichen werden“, erklärt der Brandiser. „Das Ergebnis wiederum könnte dann in die Ausschreibung des neuen Vertrages zum Betrieb des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes ab 2025 einfließen, sofern bis dahin keine Elektrifizierung der Strecke ins Muldental erfolgt sein sollte.“

Nicht aus den Augen verloren haben die Akteure zeitnahe Verbesserungen für die Fahrgäste. Dabei gehe es um die ohnehin vertraglich fixierten Qualitätsversprechen und das Ziel, möglicherweise bereits mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 auf der jetzigen Strecke der RB 110 Optimierungen zu erreichen.

Von Simone Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Umgang mit dem Wolf ist längst auch zu einer politischen Frage geworden. Der CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Georg-Ludwig von Breitenbuch fordert deshalb Abschusspläne für Wölfe. Der Umgang mit dem Tier sei der Lackmustest für die Politik.

13.02.2018

Für die Umgestaltung der Leipziger Straße in Bennewitz liegen ersten Vorschläge auf dem Tisch. Das Leipziger Ingenieurbüro für Siedlungswasserwirtschaft und Tiefbau ISW&T stellte sie im Gemeinderat vor. Bei allen Verbesserungen – die Allee von früher bleibt Geschichte.

12.02.2018

Das DRK Muldental kann jetzt mit den Planungen eines neuen Rotkreuz-Zentrums im Gewerbegebiet Nord beginnen. Allerdings gab es vor dem Verkaufbeschluss im Stadtrat noch einmal eine Debatte, die SPD-Fraktionschef Richerdt anheizte. Er fühlte sich nämlich im Vorfeld bedroht.

12.02.2018
Anzeige