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Wurzen Weihnachten im Krankenhaus: Bescherung für die Kinder und musizierende Mitarbeiter
Region Wurzen Weihnachten im Krankenhaus: Bescherung für die Kinder und musizierende Mitarbeiter
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17:13 23.12.2016
Anästhesieschwester Iris Kosinowski lässt an ihrem Hobby alle Anteil haben. Während der Weihnachtszeit musiziert sie mit ihrem Alt-Saxophon auf den verschiedenen Stationen des Krankenhauses Grimma und bringt so den Patienten und Mitarbeitern etwas Abwechslung. Quelle: Foto:
Grimma/Wurzen

Egal ob Patient, Arzt oder Schwester – Weihnachten ist jeder lieber zu Hause als im Krankenhaus. In den zwei Häusern der Muldentalkliniken in Grimma und Wurzen entlassen die zuständigen Ärzte vor Weihnachten jeden Patienten, der – gesundheitlich gesehen – nach Hause kann. Nur die dringenden Fälle bleiben auf Station. „Am Heiligen Abend gibt es eine richtige Entlassungswelle“, verdeutlicht Pflegedienstleiterin Annett Berger.

Für die Mitarbeiter des Klinikums sind die Feiertage aber irgendwie auch normale Arbeitstage. Rund um die Uhr kümmern sie sich um die Kranken und um Notfälle. Die Notaufnahmen beider Krankenhäuser sind natürlich 24 Stunden lang besetzt und werden laut Berger nach dem Fest bis Neujahr sogar mit Hilfskräften verstärkt, weil wegen geschlossener Praxen gerade ab 27. Dezember mit einem erhöhten Patientenaufkommen gerechnet wird. Beim Dienstplan gibt es aber schon ein ungeschriebenes Gesetz: „Es wird wert darauf gelegt, dass am Heiligen Abend Mütter mit kleinen Kindern nicht zum Spätdienst eingeteilt sind“, erzählt die Pflegedienstleiterin. Die Kollegen würden sich abstimmen, damit die Muttis zur Bescherung bei ihren Familien sind. Ansonsten gilt die Regel, wer Weihnachten Dienst schiebt, hat Silvester und Neujahr frei, wer zum Jahreswechsel arbeitet, darf Weihnachten zu Hause bleiben.

Jene Klinik-Mitarbeiter, die am Heiligen Abend zur Bescherungszeit an den Patientenbetten sind, machen es sich aber auch schön, sofern es ihre Zeit erlaubt. Berger weiß, dass es zum Kaffee Stolle gibt, zum Abendbrot legen sich die Mitarbeiter Kartoffelsalat und Wiener auf die Teller. Es gebe untereinander auch kleine Geschenke. Berger selbst ist am Vormittag des 24. Dezember mit Geschäftsführer Jörg Christian Langner und Chefarzt Dr. Uwe Krause auf den Stationen beider Häuser unterwegs und verteilt für die Spätdienst-Mitarbeiter und Rund-um-die-Uhr-Schichtler ein kleines Präsent. „Wir lassen uns jedes Jahr etwas einfallen, diesmal ist es ein kleines Räuchermännchen“, verrät die Pflegedienstleiterin.

Auch die Kranken werden – so gut es eben geht – weihnachtlich bedacht. Für die Abteilung der Kinder- und Jugendmedizin sind die Päckchen mit Spielen und Kuscheltieren schon gepackt. „Es gibt eine Bescherung, allerdings ohne Weihnachtsmann“, weiß Gudula Kienemund, Referentin Unternehmenskommunikation. In der Spätschicht finde sich auch Zeit, um an den Feiertagen an den Kinderbetten mal eine Geschichte vorzulesen oder Weihnachtslieder zu singen. Die Familien lassen natürlich ihre Kinder zu Weihnachten nicht allein und kommen sie besuchen.

Küchenchef Michael Ihm und seine Teams in Grimma und Wurzen lassen in den Töpfen weihnachtliche Gerichte schmoren. Am Abend des Heiligen Abends gibt es traditionell Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen, am 1. Feiertag werden Entenkeule und Lachsfilet serviert und am 2. Feiertag Wildgulasch und Hähnchenbrust aufgetischt. Die Schonkost werde angepasst, sagt Berger. Zudem erhalten alle Patienten eine kleine Aufmerksamkeit – einen Beutel mit Süßigkeiten und Schoko-Weihnachtsmann.

Die Krankenhäuser sind auch weihnachtlich geschmückt. Laut Kienemund wird vor allem die Adventspyramide aus dem Erzgebirge im Foyer des Grimmaer Krankenhauses viel bestaunt. Sie ist ein Geschenk des Fördervereins. Mit einem musikalischen Geschenk haben in der Adventszeit OP-Schwester Iris Kosinowski im Krankenhaus Grimma und Pfleger Werner Maiwald im Krankenhaus Wurzen aufgewartet. Beide sind begabte Musiker, die die Stationen besuchten und Weihnachtslieder spielten – die OP-Schwester mit ihrem Saxophon und der Pfleger auf seiner Trompete.

Von Frank Prenzel

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