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Wurzen Weihnachtsausstellung lockt in die Wurzener Wenceslaikirche
Region Wurzen Weihnachtsausstellung lockt in die Wurzener Wenceslaikirche
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13:52 03.12.2018
Hans-Otto Jurich (l.) und Carl Rößler begeistern sich vor allem für die Vitrine mit den Nussknackern. Quelle: Haig Latchinian
Wurzen

Wer dieser Tage die Wenceslaikirche betritt und die Figur halten möchte, sollte schon gegessen haben. Die diesjährige Weihnachtsausstellung ist buchstäblich zum Knabbern süß. Zwar ist das Pfefferkuchenhaus der Familie Becker wirklich nur zum Anschauen da, doch gleich daneben lockt eine Schale mit lauter Schokoladenkügelchen. Damit nicht genug: Die Bäckerei Schwarze stiftete in Glockenform gezauberte Kekse, die zugunsten des für 2019 erwarteten neuen Geläuts angeboten werden.

Bis zum 16. Dezember ist die Adventsschau in der Wenceslaikirche in Wurzen täglich von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Leckereien – ausdrücklich nicht zum Verzehr gedacht – hält auch die von einer alteingesessenen Dehnitzer Familie geschmückte Weihnachtstanne bereit: Daran „baumeln“ getrocknete Apfelsinenscheiben, Walnüsse aus dem eigenen Garten und – kein Witz – sogar ganze Knackwürste. „Die bäuerliche Tradition verlangt es so“, lachen Kathrin und Ines Lehne um die Wette.

Der Advent wird zum Event

Bei freiem Eintritt bittet Carl Rößler vom Förderverein der Wenceslaikirche noch bis zum 16. Dezember täglich zwischen 14 und 17 Uhr in das altehrwürdige Gotteshaus. Ausdrücklich lobt der Chef sein Vorstandsmitglied Hans-Otto Jurich. Der 70-Jährige nahm zwei Tage lang sämtliche weihnachtliche Leihgaben in Empfang. Unterstützt von Friederike Conrad und Roland Berger stellte er sie zur nunmehr 18. Ausstellung zusammen. So wird der Advent einmal mehr zum Event.

Das hölzerne Riesenrad mit sechs Gondeln von Arnd Brinkmann, der Wurzener Bahnhof des örtlichen Modellbahnclubs, die vom achtjährigen Alfons Thiele komplett aus Legosteinen gebaute Kirche – es scheint, als könnten sich die Besucher gar nicht satt genug sehen. Wohin das Auge auch blickt – überall Pyramiden, Nussknacker und Räuchermännchen. Ein Hingucker auch die Spieluhr des Wurzeners Gotthold Wagner, einst Kantor in Seiffen.

Wurzener Premiere vor 18 Jahren

Die Emporen sind zu beiden Seiten geschmückt mit Wandteppichen, die gerade in der heutigen Flüchtlingskrise aktuell sind. „Sie fanden keinen Raum“, steht mit Bezug auf Marias und Josefs Herbergssuche auf dem einen Teppich voller Häuser. Auf dem anderen sind die Eltern mit dem Christkind im Stall abgebildet. Die farbigen Applikationen gestaltete die inzwischen verstorbene Erika Siebert. Sie hatte im Jahre 2000 die Idee zur damals ersten Weihnachtsausstellung.

Der langjährige Allgemeinmediziner Peter Krüger steuerte nicht nur hölzerne Traktoren, Laster und Bagger aus DDR-Zeiten bei, sondern konstruierte zusätzlich einen eisernen Wagen mit Kurbel. „Damit konnte ich die schweren Vitrinen anheben und bequem von A nach B fahren“, sagt Hans-Otto Jurich, der Engel ohne Flügel, der zusammen mit seiner Frau Kristina die meisten Aufsichten schiebt.

Macherner Sammlerin bereichert Schau

Was wäre die Weihnachtsausstellung in St. Wenceslai ohne Cornelia Richtarskys kultige Adventskalender?! 600 Exemplare besitzt die Machernerin, die von klein auf sammelt. Verschneites Rathaus, Kaufmannsladen, Bethlehem: „Meine Mutter konnte sich nie von etwas trennen – und so stammen die ältesten Kalender aus den Dreißigern. Jedes Jahr kommen bis zu 30 weitere hinzu.“

Die Kinder der AG Basteln der Ringelnatz-Grundschule schmückten für die Ausstellung eine weitere Tanne – mit künstlerisch gefalteten Engeln aus Papier. Das Ehepaar Rößler verzauberte einen anderen Baum mit lauter Motiven aus Stroh. Insgesamt sieben ganz unterschiedlich und eben nicht nur mit Knackwürsten behangene Weihnachtsbäume stehen derzeit in St. Wenceslai. Bleibt nur noch die Frage, wer die Tannen freundlicherweise stiftete: Saskia Palme. Das passt!

Von Haig Latchinian

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