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Weihnachtsoratorium erklingt in Naunhof

Goldene Töne Weihnachtsoratorium erklingt in Naunhof

Goldene Töne erreichen die Herzen der Menschen in der Naunhofer Stadtkirche. In diesem Jahr gestalteten das Ensemble vom Collegium Vokale Naunhof, der Kammerorchester Nova Justitia sowie die Solisten Friederike Holzhausen (Sopran), Marie Henriette Reinhold (Alt) und der Tenor Patrick Grahl das Weihnachtsoratorium.

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Genuss für Augen und Ohren: In Naunhof führen am Vorabend des Heiligen Abends traditionell Laien- an der Seite von Profimusikern Bachs Weihnachtsoratorium auf.

Quelle: Foto: Roger Dietze

Naunhof. Wo wohl mag es geblieben sein, jenes Gold, das die Heiligen drei Könige dem Jesuskind neben Weihrauch und Myrrhe mit in die Wiege gelegt haben? Naunhofs Pfarrer Norbert George wagte am Vorabend des Heiligen Abend in der Stadtkirche der Parthestadt aller dünnen Quellenlage zum Trotz eine Interpretation. Unter dem Eindruck des Bachschen Weihnachtsoratoriums stehend, welches soeben in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Gotteshaus erklungen war, sah der Gottesmann das große Musikwerk des einstigen Thomaskantors aus jenem Edelmetall hervorgegangen, das wiederum alljährlich in der Weihnachtszeit in musikalischer Form die Herzen der Menschen erreiche. Für die Formung dieser quasi goldenen Töne bedarf es indes weiterer Zutaten, nämlich guter Musiker, die die Intentionen des mitteldeutschen Musikgenies des Spätbarocks zu erfassen und an das Publikum zu bringen in der Lage sind. In der Naunhofer Stadtkirche geben sie sich auf Initiative der Vizevorsitzenden des Ladegastorgel-Fördervereins, Annette Reinhold, seit einigen Jahren jeweils am 23. Dezember ein Stelldichein. In diesem Jahr wurde das Ensemble vom Collegium Vokale Naunhof, dem Kammerorchester Nova Justitia sowie den drei Solisten Friederike Holzhausen (Sopran), Marie Henriette Reinhold (Alt) und dem jungen Tenor Patrick Grahl gebildet. Letzterer hatte Mitte des Monats seinen Ritterschlag von keinem Geringeren als dem Jahrhundert-Tenor Peter Schreier erhalten, der im Leipziger Gewandhaus nicht nur sein allerletztes Weihnachtsoratorium, sondern mit diesem auch sein allerletztes Konzert als Dirigent gab. Eine Begegnung, von der Patrick Grahl vermutlich seinen Enkeln noch berichten wird. „Er ist mit mir sowie den anderen jungen Musikern als Kollege unter Kollegen jenseits des Alters und der mit diesem verbundenen Erfahrungen an die Sache herangegangen“, erinnert sich der Jung-Tenor, demzufolge es Schreier wie kein anderer verstehen würde, Bachs Meisterwerk immer wieder aufs Neue anzugehen. Ein Meisterwerk, um das laut Grahl kein Tenor in der Weihnachtszeit herumkomme. Zum Glück für das Naunhofer Publikum, das somit unter anderem in Person des ehemaligen Thomaners in den Genuss eines unvergesslichen Musikerlebnisses kam. Dieser demonstrierte diese seine Klasse insbesondere in der höchst anspruchsvollen Arie „Frohen Hirten“, die der 27-Jährigen souverän und ohne einen äußerlichen Ausdruck von Nervosität meisterte. Qualitativ kongenial standen ihm dabei Dirk Schmidt (Bass), die Sopranistin Friederike Holzhausen und Altstimme Marie Henriette Reinhold zur Seite, die vom ehemaligen Naunhofer Kantors Marcus Friedrich in der bekannten Souveränität mit den Musikern des Collegium Vokale und des Kammerorchesters Nova Justitia zu einem musikalischen Ganzen verbunden wurden. Dass dabei musikalische Profis Seite an Seite mit Laien musizieren, macht den besonderen Reiz des Naunhofer Weihnachtsorchesters aus, das Pfarrer George als „wunderbares und einmaliges Projekt“ bezeichnet. Ein Projekt, das auch Tenor Patrick Grahl sofort in seinen Bann gezogen hat. „Naunhof ist familiär und hochprofessionell zugleich.“

Von Roger Dietze

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