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Wurzen Weltumrunder gastiert in Wurzen
Region Wurzen Weltumrunder gastiert in Wurzen
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14:10 23.01.2010
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Wurzen

2007 durchquerte er die Region von der Türkei bis in den Oman. Sie war ein Teil seiner Weltumrundung zu Fuß. „Fitness-Guru Dr. Michael Spitzbart hat mein Leben verändert“, sagt er. 1998 war es. Robby Clemens wiegt 125 Kilogramm, raucht und trinkt. „Nach einem Seminar bei Dr. Spitzbart habe ich mir am Montag danach Sportschuhe gekauft und bin im Stadion in Hohenmölsen gelaufen. Ich war nach einer Runde so platt“, gesteht er. Aus der einen Runde werden schließlich zwei, später kommen die ersten Mittelstreckenläufe hinzu. Nur zwei Jahre nach seinem radikalen Lebenswandel läuft er seinen ersten Marathon. 79 Kilogramm wiegt er nur noch. Aus dem Marathon werden schließlich Extremläufe. Es entwickelt sich bei ihm der Traum, die Welt auf den eigenen Beinen zu umrunden. Am 3. Januar 2007 startet er seinen „WorldRun“ in Leipzig. Über den Balkan und durch die Türkei geht es durch den Nahen Osten über Ägypten bis nach Dubai. Weiter durch Indien, Vietnam und die USA bis nach Westeuropa zurück. Nach seinen Vorträgen zur gesamten Weltumrundung findet morgen in Wurzen eine Premiere statt. Auf vielfachen Wunsch stellt er den Orient erstmals genauer vor. „Oberbürgermeister Jörg Röglin hat sich während des Via-Regio-Laufes sehr dafür stark gemacht, dass ich bald wieder Wurzen besuche. Ich hoffe mit dieser Premiere den Erwartungen gerecht zu werden“, hofft Clemens. Bei den Geschichten, die er zu erzählen hat, dürften daran gar keine Zweifel bestehen. Schon beim Eintritt in die Türkei geht es los. „Scheinbar haben dort viele Tageszeitungen im Vorfeld über mich berichtet“, vermutet er. „Jedenfalls kam mir auf einmal ein junger Bursche mit türkischer Fahne entgegengelaufen und fragte mich, ob er mich durch die Türkei als Dolmetscher begleiten könnte.“ Bei seinen täglichen Marathons ist Robby Clemens meist drei Stunden gelaufen und hat eine Stunde Pause gemacht. „In der Zentraltürkei haben wir an einer Molkerei pausiert. Plötzlich kamen da Bauern mit 20 Eimern voller Joghurt“, blickt er zurück. Am Wegesrand trifft er auch Deutsche. „Viele haben dann Geld gespendet und uns viel Erfolg gewünscht. Das gesamte Geld hat unser Team einer Nomadenschule in Indien gespendet“, erzählt er. Clemens hat aber auch Leid gesehen. „Kinderarbeit ist in Indien leider Normalität, besonders in den nicht-touristischen Gebieten.“ Armut gibt es auch in Syrien. „Aus unserer Sicht haben die Leute dort nichts. Aber sie fassen es anders auf und fühlen sich nicht arm.“ Eine besondere Begegnung hat er in Syrien mit der Tischtennis-Nationalmannschaft der Behinderten. „Die haben unser Team auf einen Besuch eingeladen. Ich habe dann gegen einen gespielt, der auch bei den Paralympics angetreten ist. Mir sind die Bälle nur so um die Ohren geflogen“, gibt er zu. Weitere Anekdoten gibt es morgen ab 16 Uhr im Kulturhaus „Schweizergarten“ zu hören. Karten sind noch an der Tageskasse erhältlich.

Robin Seidler

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