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Wurzen Weniger Besucher als sonst beim Wurzener Nachtshopping
Region Wurzen Weniger Besucher als sonst beim Wurzener Nachtshopping
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12:18 16.11.2015
Tolle Idee: In der LVZ-Geschäftsstelle ließ sich Familie Kühne aus Sachsendorf fotografieren und auf eine Briefmarke bannen. Quelle: Frank Schmidt
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Wurzen

Jeans, dazu T-Shirt mit Strass und Loop: Die hippen Jessi Kricke und Jean Schäfer kommen so bezaubernd daher, dass sie hinter Glas müssen. Als lebendige Schaufensterpuppen sind sie im Modegeschäft am Markt beliebtes Fotomotiv. Chefin Kerstin Lehmann betont: "Die Leute denken womöglich, ich habe nur Sachen für die jungen Dinger. Nein, auch für die Älteren ist genügend auf Lager." In der Martin-Luther-Straße schickt Modezar Jan Jentzsch seine mal adrett, mal cool gekleideten Herren über den Laufsteg: Karos in Streifen, Fast Fashion, Sweatmantel mit Jogginghose - der neueste Schrei. Zeitgleich sitzt Corina Domaschke in der Wenceslaigasse an ihrem Spinnrad. Stroh zu Gold? "Schön wär's. Stulpen aus Wolle!" Regelmäßig lädt sie Handarbeitsfrauen zum kreativen Miteinander ein. Ob da nicht zu viel geschnattert werde: "Sicher, wer sich dabei verzählt, muss zurück stricken."

Zum 14. Nachtshopping hatte die Standortinitiative Wurzen am Freitagabend in die Innenstadt eingeladen. Bis 22 Uhr und in mehr als 50 Geschäften hieß es "Versuchung & Verführung" - mit purzelnden Preisen und rockenden Sängern, mit Moderator und Modenschau, mit Schlange und Apfel.

Christian und Elvira Hänselmann locken in ihrem Schreibwarengeschäft nahe der Wenceslaikirche mit einer Auswahl an Adventskalendern. Die Motive sind heimatlich: Dresden und die Frauenkirche, Leipzig und das Alte Rathaus, Moritzburg und drei Haselnüsse für Aschenbrödel. "Hänsel und Gretel haben wir als Servietten", lacht Frau Hänselmann. Schräg gegenüber bei "Bonnfinanz" suchen die jungen Fußballer Kevin Lehmann, Christian Erbs, Toni Lorius, Alexander Wiede und Kevin Schmiel-Mosig noch aufstrebende motivierte Banker und Versicherungskaufleute: "Wir wollen nicht wie andere Personal abbauen, sondern expandieren. Vision 2020 - 50 Mitarbeiter." Für ihr Ziel verzichten die Geschäftsleute sogar auf das im Fernsehen laufende Länderspiel Frankreich gegen Deutschland: "Wozu gibt es den Live-Ticker?"

Scheckübergabe am Jacobsplatz: Die Bäckerbrüder Ken und Percy Schwarze freuen sich, die Aktionen des Wurzener Verschönerungsvereins "Die Stadtwandler" mit 1500 Euro zu unterstützen - so viel ist beim vierwöchigen Verkauf des "Stadtwandlerbrotes" zusammen gekommen. Philipp Leipner von den Stadtwandlern zeigt sich gerührt wie der Kuchen im Regal: "Wahnsinn!" Der 28-Jährige ist überglücklich, als die Bäckerbrüder noch einen draufsetzen: "Wir würden gern Mitglied bei Euch werden."

Fußball in Paris, Regen in Wurzen - es kamen etwas weniger Kauf- und Schaulustige als sonst. Birgit Hessel, Vorsitzende der AG Innenstadt, war trotzdem zufrieden: "Auf den Straßen mag es ruhiger als im Frühjahr gewesen sein, dafür drängten sich die Besucher in den Geschäften", sagte die Frau vom Reisebüro, die als Stewardess verkleidet Salzstangen und Süßigkeiten unters Volk brachte. Mit Lufthansa-Lächeln fügte sie hinzu: "Eigentlich wäre ich jetzt in Honolulu, aber wegen des Streiks kann ich hier in Wurzen sein."

Optikermeister Gottfried Röthig präsentiert sich in roter Hose. Damit diese künftig noch schärfer aussieht, könnte eine Brille hilfreich sein. Also bittet er zur binokularen Augenprüfung, in modernster 3D-Technik. Dabei glaubt der Kunde seinen Augen nicht: Je nachdem, welches Auge dominanter ist, sieht er auf dem Bildschirm in ein und demselben Wesen entweder eine Katze oder einen Hund.

Andreas und Sylvia Kühne mit den Töchterchen Lea und Laura lassen sich in der LVZ-Geschäftsstelle fotografieren. Wenig später halten sie ihre persönliche Briefmarke der LVZ-Post in den Händen: "Tolle Idee. Mal sehen, was unsere Omas Erika und Beate sagen, wenn sie die Weihnachtsbriefe bekommen."

Haig Latchinian

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