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Wurzen Weniger Lehrlinge im Borsdorfer BTZ
Region Wurzen Weniger Lehrlinge im Borsdorfer BTZ
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05:00 20.04.2011
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. „Wir versuchen auf verschiedenen Wegen, dem demografischen Wandel Paroli zu bieten", erklärt Hans-Peter Schmidt, Leiter der handwerklichen Nachwuchsschmiede, gegenüber LVZ.

Die Zahl der Schulabsolventen im Kammerbezirk sei von 12 500 in den geburtenstarken Jahrgängen auf mittlerweile 6000 gesunken. „In diesem Jahr werden wir mit 5500 sogar den Tiefpunkt erreichen", so der Hauptabteilungsleiter der Handwerkskammer zu Leipzig. Es werde deshalb zunehmend schwerer für das Handwerk, geeigneten Nachwuchs zu finden. „Für uns kommt es verstärkt darauf an, den Jugendlichen die Attraktivität der Handwerksberufe und die guten Perspektiven vor Augen zu führen." Um dieses Ziel zu erreichen, setze man auf eine möglichst frühzeitige Berufsorientierung. „Mittlerweile haben wir Verträge mit 30 Schulen abgeschlossen." Zehn Tage lang haben Schüler die Möglichkeit, in die Berufswelt reinzuschnuppern. „Wenn der eine oder andere dann sagt, ein Handwerksberuf wäre etwas für mich, ist die erste Kontaktaufnahme schon geglückt."

Glücklicherweise schlage der Schülerrückgang nicht voll auf das BTZ durch. „Bei den betrieblichen Lehrstellen haben wir eigentlich keinen nennenswerten Rückgang zu verzeichnen." Deren Zahl sei von 1370 im Jahr 2005 auf 1130 im Vorjahr nur leicht gesunken. „Spürbar hingegen wurden die außerbetrieblichen Maßnahmen reduziert." Dies zeige sich am Rückgang der Gesamtlehrlingszahlen im BTZ von rund 2000 im Jahr 2005 auf nur noch 1300 im vorigen Jahr.

Noch intensiver kümmere man sich um die weniger leistungsstarken Bewerber. „Zehn bis 15 Prozent der Schüler sind nicht ausbildungsreif." Hier biete man den Betrieben gezielt Informationsveranstaltungen an, um auf alle zur Verfügungen stehenden Möglichkeiten hinzuweisen. Es gebe zahlreiche ausbildungsbegleitende Hilfen, die nicht bekannt seien.

Mit Entlassungen im Borsdorfer Steinweg seien die schrumpfenden Lehrlingszahlen nicht verbunden, versichert Hans-Peter Schmidt. „Wir haben ja verschiedene Standbeine, die den Schülerrückgang ausgleichen." So werde der Rückgang auf der einen Seite durch einen wachsenden Drang nach Weiterbildung kompensiert. „In der Meisterausbildung haben wir steigende Zahlen zu verzeichnen, selbst in Bereichen, wo keine Meisterpflicht besteht." Zudem gebe es einen regen Austausch mit Partnern in Norwegen, Ungarn, Frankreich und Griechenland. „Auch diese Gäste müssen ja von unseren Mitarbeitern betreut werden."

Den Lehrlingsmangel mit Nachwuchs aus Osteuropa abzufedern, so wie es derzeit im Kammerbezirk Chemnitz propagiert wird, hält Hans-Peter Schmidt nicht für aussichtsreich. „Auch wir haben erste Gespräche dazu mit unserer Partnerkammer in Ungarn geführt. Aber unsere Lücke werden Lehrlinge aus Tschechien, Polen oder Ungarn nicht schließen." Letztlich hätten diese Länder genau die gleichen demografischen Probleme wie Deutschland. Theoretisch sei es aber schon möglich, dass ab kommendem Schuljahr auch junge Osteuropäer in Borsdorf die Schulbank drücken. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit lässt ab 1. Mai die letzten Schranken fallen. Voraussetzung sei allerdings ein konkreter Ausbildungsvertrag mit einem örtlichen Handwerksbetrieb.

Simone Prenzel

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