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Wurzen „Wer frech wird, kann duschen gehen“
Region Wurzen „Wer frech wird, kann duschen gehen“
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05:00 12.06.2010
Diei jungen Schiedsrichter des ATSV Wurzen: Ronny Manhique und Toni Bierstedt.
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Wurzen

Gerade mal eine gelbe Karte habe er verteilt, erklärt Toni. „Und die war auch berechtigt“ fügt er ernsthaft hinzu.

Was treibt einen Jungen zur Schiri-Ausbildung? „Also, ich bin ja auch noch Torwart in unserer Mannschaft“, sagt Toni. Aber vom Verein sei nachgefragt worden, ob er Lust dazu habe und so sei er eben zur Ausbildung nach Döbeln und Grimma gefahren. „Das ging ziemlich schnell. Zwei Wochenenden Theorie im Januar und dann eine schriftliche Prüfung.“ Die muss es in sich gehabt haben, denn der 12-Jährige riss zweimal ganz knapp, erst im dritten Anlauf hat es dann geklappt. War’s die Aufregung? „Wahrscheinlich.“ Jetzt habe er jedenfalls durchaus Spaß an der neuen Aufgabe – auch wenn sie für ihn Zusatztermine bedeutet. Für den Lichtwer-Elftklässler Ronny hatte der Job des Schiris schon länger seinen Reiz. „Das hat mich immer interessiert.“ Dabei hat er – zumindest theoretisch – auch eine berufliche Perspektive im Sinn. „Bundesliga-Schiedsrichter zu werden wäre schon super.“ Allerdings seien die Chancen überschaubar: „Dazu müsste ich ja ab sofort jedes Jahr eine Klasse aufsteigen.“ Eher unrealistisch, sagt Ronny. Aber nicht unmöglich. Die Scouts des DFB säßen bei Spielen gelegentlich unerkannt am Rand. Eine zusätzliche Motivation. Sollte es damit nichts werden, möchte er am liebsten Sportreporter werden, auf internationalem Niveau. Auch Toni könne sich eine Karriere beim DFB durchaus vorstellen, gibt er zu. „Das wäre schön. Aber für mich hat erst mal die Schule Vorrang.“

Auf den Spielalltag habe man sie ganz gut vorbereitet, erklären die Jungs unisono. Devise: „Immer ruhig bleiben“, sagt Ronny und Toni nickt zustimmend. „Falls nötig, angemessene Sanktionen, kein Palaver auf dem Platz.“ Und wenn einer frech wird? „Dann kann er duschen gehen.“ Sollte einer auf die Idee kommen, Toni körperlich zu bedrängen, hier eine Warnung: Der Bursche macht Kampfsport. Auch, wenn man ihm das nicht unbedingt ansieht. Derlei Gedanken treiben die Nachwuchsschiedsrichter aber nicht um. Auf dem Platz ginge es recht gesittet zu. Auch das Lied vom Schiri und seinem Auto haben sie noch nicht gehört. „Selbst wenn“, sagt Toni grinsend. „Ich bin erst zwölf und habe kein Auto.“

Ansonsten treiben die beiden, was Jungs in dem Alter eben so machen. Sport, Musik und mit den Kumpels abhängen. Auch mal Zocken am Computer. Da sind sie sich ziemlich einig. Klar auseinander gehen die Meinungen allerdings, wenn sie die Chancen der Nationalelf bei der WM beurteilen sollen. Toni: „Wir haben gute Chancen, ins Endspiel zu kommen.“ Zunftgenosse Ronny dagegen unkt: „Deutschland fliegt als Letzter der Gruppe in der Vorrunde raus.“ Auch wenn man nicht mit dem Schiri diskutieren soll, hier hat er ja wohl ganz klar Tomaten auf den Augen. 

Markus Tiedtke

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