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Wiederaufbau nach Gasexplosion: Wurzener Wohnhaus soll Ende des Jahres fertig sein

Friedrich-Ebert-Straße 11 Wiederaufbau nach Gasexplosion: Wurzener Wohnhaus soll Ende des Jahres fertig sein

Nach der Sicherung der Giebelfundamente der Nachbarhäuser, dem Abriss des Kellers und dem Gießen einer 40 Zentimeter starken Bodenplatte beginnt jetzt in der Friedrich-Ebert-Straße 11 der Rohbau. Wie die Wurzener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mitteilte, betragen die Gesamtkosten anderthalb Millionen Euro.

Die Bodenplatte ist bereits gegossen: Eigentlich sollte der Keller des Mehrfamilienhauses Friedrich-Ebert-Straße 11 erhalten bleiben. Doch aufgrund der Statik musste auch er abgerissen werden. Bis Ende des Jahres entsteht hier ein modernes Gebäude mit acht Wohneinheiten.

Quelle: Frank Schmidt

Wurzen. Voraussichtlich im Juli, spätestens Anfang August soll das Richtfest erfolgen. Ende des Jahres sei dann die Fertigstellung des Mehrfamilienhauses Friedrich-Ebert-Straße 11 und der Einzug der ersten Mieter geplant, kündigte jetzt kurz nach Start der Bauarbeiten die Wurzener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH (WGW) an. So wurde bereits vorige Woche die Bodenplatte gegossen – 40 Zentimeter stark.

Für die WGW ist das aktuelle Vorhaben der erste Neubau seit der Wende, berichtet Geschäftsführer Peter Sauer und erinnert zugleich an den traurigen Anlass. Denn am 25. Juni des Vorjahres verursachte der „grob fahrlässige Umgang mit Propangas“ eine gewaltige Explosion. In deren Folge verstarb der Verursacher, sieben Mieter verloren ihr Heim, da die Druckwelle das Objekt stark beschädigte (die LVZ berichtete). „Zunächst“, so Sauer, „gingen wir davon aus, die Immobilie wenigstens zum Teil zu erhalten.“ Jedoch stellte sich bald heraus, dass ein Neubau wirtschaftlich sinnvoller sei. „Selbst die ursprüngliche Variante, den Keller zu erhalten, musste aus statischen Gründen verworfen werden.“ Während der vergangenen Monate führte der WGW-Chef zahlreiche Gespräche mit dem Gebäudeversicherer, der übrigens komplett für den Schaden aufkommt.

Wie der 54-Jährige betont, verdankt die WGW den raschen Beginn des Wiederaufbaus vor allem der guten Zusammenarbeit mit der Signal Iduna, dem Schadensgutachter, der Baugenehmigungsbehörde im Landratsamt, der Verkehrsbehörde sowie dem Planungsbüro Kewitz. „Im ersten Schritt sicherten wir die Giebelfundamente der Nachbarhäuser, rissen danach den Keller ab und hoben die Baugrube aus.“ Als weitere Schritte seien der Rohbau sowie das Errichten des Dachstuhls angedacht. Ende Juli/Anfang August rechnet Sauer mit dem Richtfest und dem Aufheben der derzeitigen Vollsperrung vor Ort.

Mit Blick in die Zukunft sagt er weiter: „Hier entsteht ein moderner Neubau mit acht Wohneinheiten – vier Zwei-Raum-, zwei Drei-Raum- und zwei Vier-Raum-Wohnungen – inklusive eines ausgebauten Dachgeschosses.“ Sämtliche Wohnungen verfügen ferner über eine Fußbodenheizung, einen Balkon oder eine Dachterrasse. „Außerdem dürfen sich die neuen Mieter aufgrund der erforderlichen Dämmung und eines Blockheizkraftwerkes im Keller auf niedrige Energie- und Heizkosten freuen.“

Apropos Kosten: Den Unterlagen zufolge ist das Projekt mit anderthalb Millionen Euro veranschlagt. Reinweg in den Bau fließen 1,35 Millionen, die Restsumme übernimmt die WGW für die Montage der Balkone. Im Bezug zum Abriss des Kellers ergänzt Planer Andreas Kewitz, dass dieser noch der stabilste Bereich des um 1929 errichteten Hauses gewesen sei. Die sparsame Bauweise seinerzeit habe sich insbesondere bei den Fundamenten und dem Mauerwerk gezeigt. Lobend äußerte er sich über die energetischen Voraussetzungen des Gebäudes nach Fertigstellung. Demnach ließe sich zum Beispiel das Blockheizkraftwerk erweitern, um die Nachbarhäuser irgendwann im Netzverbund zu versorgen.

Zum momentanen Investitionsprogramm der WGW gehört überdies der WBS-70-Block Friedrich-Ebert-Straße 67 – 81 in Wurzen Nord. Seit Frühjahr werden hier die vierte und fünfte Etage des 1985 vom VEB Baukombinat Leipzig hochgezogenen Plattenbaukomplexes zurückgebaut. Von einst 80 Wohneinheiten bleiben 46 übrig. Investition mit Rundum-Sanierung und Außenanlage: 2,7 Millionen Euro.

Von Kai-Uwe Brandt

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