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Wurzen Winter bremst die Landwirtschaft - Frost und Schnee auf den Feldern sorgen für Verschiebung der Frühjahrsbestellung
Region Wurzen Winter bremst die Landwirtschaft - Frost und Schnee auf den Feldern sorgen für Verschiebung der Frühjahrsbestellung
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05:00 30.03.2013
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Muldental

Und er verhindert landwirtschaftliche Tätigkeiten auf den Äckern. Die Frühjahrsbestellung verschiebt sich.

"Wir sind sehr spät dran in diesem Jahr", kommentiert Frank Freiberg die Situation, "die Natur hält uns auf." Die Temperaturen unter Null würden dazu führen, dass nicht einmal Bodenproben genommen werden könnten. Damit sei auch keine Düngung möglich. "Und Gülle ausbringen bei Schnee geht ohnehin nicht", ergänzt der Geschäftsführer des Regionalbauernverbandes Muldental.

Freiberg hat schon eine Ahnung davon, was in der nächsten Zeit passiert. Wenn am Wochenende von Winter- auf Sommerzeit umgestellt wird, bricht für die Landwirte mit Macht der Frühling an. "Ostern ist der Schnee weg", heißt seine Prognose. Danach vergehe eine Woche, die der Boden zum Auftauen und Abtrocknen benötige. "So lange der Frost noch unten drin ist, ist es zu feucht zum Ackern." In 14 Tagen aber beginne die Zeit des Einsatzes auf den Feldern. Für das Ausbringen der Mais-Saat seien Temperaturen von mindestens acht Grad nötig, für Rüben sechs Grad. Die würden im April erreicht, und dann gehe es richtig los. "Es wird Arbeitsspitzen geben", sagt der Landwirtschaftsfachmann. Um den Rückstand aufzuholen, würde dann in Schichten gearbeitet, auch in der Nacht.

"Die Landwirte sind dann mindestens vier Wochen später dran", so Freibergs Einschätzung. Grundsätzliche Sorgen bereitet ihm das allerdings nicht. Dafür führt er gleich mehrere Gründe an. Im Muldental sei sehr viel Wintergetreide ausgebracht worden, erklärt er, vor allem Weizen, aber auch Roggen, Gerste und Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen. Weil in den Frostperioden Schnee gelegen habe, seien - im Gegensatz zum Vorjahr - kaum Auswinterungen zu befürchten. Der zweite Hauptgrund für Freibergs Optimismus: "Die Natur holt auf." Wenn April und Mai normale Wetterverhältnisse brächten, dann könne auch das gesamte Jahr für die Landwirtschaft noch einen normalen Verlauf nehmen. "Es gibt jedenfalls im Moment noch keinen Grund zur Panik", stellt Freiberg eindeutig fest.

Damit liegt er auf einer Linie mit dem Deutschen Bauernverband (DBV). Mit dem lang anhaltenden Winterwetter seien die heranwachsenden Getreide- und Rapspflanzen bisher gut zurechtgekommen, lautet die Einschätzung des DBV. Auch im Obst- und Gemüsebau gebe es bislang keine negativen Einflüsse auf die Pflanzenbestände infolge des spät einsetzenden Frühjahrs, etwa bei den Spargel- oder Erdbeerpflanzen. Die Bestände seien während der eisigen Frostperioden stets durch eine Schneedecke vor Austrocknung geschützt gewesen. Schäden durch Sauerstoffmangel, der unter Eisdecken auftreten könne, ließen sich jedoch erst nach dem Abschmelzen der Schneedecke feststellen. Der erste Spargel aus Deutschland, den es zu Ostern geben werde, würde allerdings aus "beheiztem" Anbau stammen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.03.2013

Heinrich Lillie

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