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"Wir brauchen viele solcher Leuchttürme"

"Wir brauchen viele solcher Leuchttürme"

Hoher Besuch in der Stephanstraße 1: Dass das traditionelle Neujahrsfrühstück im Wurzener Mehrgenerationenhaus (MGH) diesmal mit einem besonderen Gast aufwartete, konnten Passanten am Dienstagvormittag bereits vorm Gebäude sehen - eine dunkle Dienstlimousine mit Dresdener Kennzeichen in der Toreinfahrt und Polizeibeamte.

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Frühstück im Mehrgenerationenhaus Wurzen: Als Ehrengäste begrüßt die Projektleiterin Orsina Wehner (v. l.) Matthias Rößler, Präsident des Sächsischen Landtages, sowie die Landtagsabgeordnete Hannelore Dietzschold (4. v. l.).

Quelle: Andreas Döring

Wurzen. Auf Einladung der CDU-Landtagsabgeordneten Hannelore Dietzschold weilte Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) in Wurzen und wurde herzlich von den Projektleiterinnen Orsina Wehner und Christa Hennicker begrüßt.

Den Rede-Reigen vor gut 40 Besuchern und Förderern an den gedeckten Tischen, Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) hatte sich entschuldigen lassen, eröffnete jedoch nicht Rößler, sondern MGH-Chefin Wehner, die mit einem Zitat von Kurt Tucholsky begann: "Sprich nicht frei. Das macht einen unruhigen Eindruck. Am besten ist es: Du liest deine Rede ab." Und so resümierte die 51-Jährige mit Blick ins Manuskript kurz über das, was im MGH in den vergangenen zwölf Monaten geschah und was die Einrichtung 2015 erwarte. Dieses Jahr, so Wehner, sei ein Übergangsjahr, da das MGH-Programm der Europäischen Union 2014 auslief. Jedoch habe der Trägerverein Zuversicht schon seine Bewerbung verschickt. All jenen, die das Haus mit Leben füllen, zur Vielfalt des Angebotes beitragen, den Sponsoren und Kooperationspartnern dankte Wehner und übergab das Wort an Christa Hennicker, die wiederum die 2014er Höhepunkte in Erinnerung rief. Sie erwähnte die Kreativwerkstatt, die Interkulturellen Wochen, den Tafelservice, Modeschauen sowie die Exkursion zum Völkerschlachtdenkmal in Leipzig. Mittlerweile sei das MGH die Heimstatt von vier Selbsthilfegruppen (SHG), der Computerklub erfreue sich gerade beim älteren Semester großer Beliebtheit. Und wie eine Umfrage bei den Teilnehmern der SHG Deutsch ergab, sehen diese in der Einrichtung sogar ein zweites Zuhause. Daran knüpfte Rößler an, bezeichnete den Begegnungsort in der Stephanstraße als "kleinen Leuchtturm - und wir brauchen viele solcher Leuchttürme". Häuser wie das in Wurzen bringe Menschen zusammen und verbinde Generationen. "Ich bin froh, heute bei ihnen zu sein."

Offiziell eröffnet wurde das MGH der siebenköpfigen Gemeinschaft Zuversicht unter Vorsitz von Heike Freudenberg ein Jahr nach Bestehen am 24. Mai 2008. Nachdem Projektleiterin Hennicker in Rente ging, führt Wehner das Haus. Ihr zur Seite stehen derzeit elf Mitarbeiterinnen im Ehrenamt. Zum Angebot gehöre ein Tafel-Service, den im Vorjahr insgesamt 3574 Haushalte nutzten. "Bis Ende 2014 zählten wir außerdem 6570 Besucher, das sind 500 mehr als 2013."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.01.2015
Kai-Uwe Brandt

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