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Wurzen „Wir sind keine Sündenböcke“
Region Wurzen „Wir sind keine Sündenböcke“
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09:32 18.09.2009

. Der Chef der Agentur „Die Vier“ mache es sich zu einfach, wenn er das Scheitern der Fiesta allein auf die angeblich fehlende Unterstützung der Händler (die LVZ berichtete Mittwoch) zurückführe, lautet der Tenor.

Gleichzeitig wollten die meisten Händler die Fiesta nicht sterben lassen. Ein Herbstfest, kleinteiliger und individueller – zum Beispiel als „Wurzener Herbstgeflüster“ – in diesem Jahr und auch künftig anzubieten, halten viele für möglich und wünschenswert, sagte Stadtmarketing-Koordinatorin Katrin Hussock nach dem Händlertreff am Dienstagabend. Überdies sei auch eine „gewisse Erleichterung“ zu spüren gewesen, als die Absage der Agentur „Die Vier“ die Runde machte. Sie glaube, dass viele Händler etwas anderes wollten, einen anderen Anspruch an die Fiesta hätten als „Die Vier“.

Peter Thomas, Schuhhändler aus der Jacobsgasse, erklärte, dass es an fehlender Händlerunterstützung für die Fiesta nicht fehle – zumindest nicht aus der Jacobsgasse. Das müsse auch Jens Herrtrampf mitbekommen haben, so Thomas. „Unsere Unterstützung war umfangreicher als in den letzten Jahren.“ Das, was in der LVZ zu lesen war, stempele die Händler „zu Sündenböcken ab, was sie auf gar keinen Fall sind“. Wenn sich Jens Herrtrampf schon über mangelnde Unterstützung durch die Händler beschwere, weil diese nicht auf den Marktplatz kommen, solle er fragen, warum das so ist. Peter Thomas führt hohe Standgebühren an, die durch „Die Vier“ gefordert würden und bei 500 Euro lägen. Jens Herrtrampf dazu: „Diese 500 Euro sind nur ein Orientierungspreis. Die Summe umfasst neben dem Stand, auch sämtliche Kommunikationsleistungen und Logistik rund um die Veranstaltung.“ Grundsätzlich habe man unterschiedliche Sponsorenpakete angeboten. Das billigste kostete 25 Euro, so Herrtrampf.

Auch Christine Freigang, Sport- und Jeansmodehändlerin in den Wenceslaigasse, kann die Kritik von Jens Herrtrampf nicht nachvollziehen. „Große finanzielle Beteiligungen sind doch für die Händler gar nicht machbar. Wir kämpfen ums Überleben, jeden Tag.“ Von großen Aktionen auf dem Markt hätten dezentral gelegene Händler kaum etwas. „Die Kürbisfiesta ist nie ein Einkaufsfest gewesen. Die meisten Händler haben nie davon profitiert.“ Sie halte Feste straßenweise, wie in jüngster Vergangenheit schon erfolgreich praktiziert, für sinnvoller. „Wenn es hingegen eine in der Organisation aufwändige oder teure Veranstaltung mit Außenwirkung werden soll, wie die Kürbis-Fiesta offenbar angelegt war, müsse sich wohl die Stadt stärker finanziell engagieren“, findet Christine Freigang.

Katrin Hussock kann die Reaktion der Händler „gut verstehen“. Sie kritisiert vor allem die kurzfristige Absage durch die Agentur. „Ich frage mich, warum in den vergangenen Monaten Herr Herrtrampf im Rahmen der Händlertreffs oder bei der Stadt oder bei mir von der schwierigen Lage gesprochen hat. So sind wir regelrecht von der Nachricht überrollt worden.“ Gleichsam glaube sie, dass die Absage unter den Händlern neues Potenzial freisetzen könne. Dafür spreche deren Willen, viele herbstliche Aktionen organisieren zu wollen.

Drago Bock

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