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Wurzen "Wir treffen den Nerv vieler"
Region Wurzen "Wir treffen den Nerv vieler"
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05:00 20.04.2012

Anfang März im Alten Kranwerk (AKW) Naunhof gegründet hat. Über Ziele, Anliegen und Projekte des Vereins sprach LVZ mit der Vorsitzenden, Anja Büchting.

Frage:In der Satzung heißt es: „Zweck des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur sowie des Umweltschutzes". Das haben sich auch schon andere auf ihre Fahnen geschrieben. Warum braucht es dazu auch dieses Vereins?

Anja Büchting:Unser Verein sieht sich mit seinen Zielen vor allem in der Region verankert. Es stimmt, es gibt vor allem in den großen Städten und überregional Akteure mit ähnlichen Intentionen, aber es ist auch offensichtlich, dass gerade vor Ort in unserem ländlichen Raum Umweltethik und Sozio-Kultur noch zu wenig thematisiert und praktiziert werden. Hier sehen wir unser Wirkungsfeld, auf dem wir uns engagieren wollen. Dass wir damit auch den Nerv vieler Menschen treffen, zeigt uns übrigens die große Resonanz, die alljährlich das im AKW etablierte Ökofest findet. Es ist gewissermaßen auch ein Spiegelbild unserer Vereinsphilosophie: Dort trifft man Selbsterzeuger, Direktvermarkter aus der Region, Naturschützer und Kulturschaffende, die sich dem Gedanken verbunden fühlen, dass man der globalen Umweltzerstörung, dem Verlust heimischer Arbeit und der Ausbeutung von Schwellenländern etwas entgegensetzen kann, indem man ökologisch und ethisch erzeugte Produkte regionaler Herkunft konsumiert. „Genuss ohne Reue" steht deshalb auch in Klammer hinter dem Motto unseres Ökofestes, das „Pure Lebenslust" lautet.

Sozio-Kultur und Umweltethik sind zwei große Worte. Wie will diese der Verein begreifbar, erfahrbar und erlebbar machen?

Wir haben ein weitgefächertes Programm konzipiert. Das reicht von Veranstaltungen der Kleinkunst, Konzerten, Theateraufführungen oder Ausstellungen über künstlerisch-bildnerische und handwerkliche Workshops bis hin zu Seminaren, Diskussionsforen, philosophischen Themenabenden und erlebnispädagogischen Freizeitangeboten. Darüber hinaus unterhält der Verein eine Umweltbibliothek, in der bisher schon rund 900 Bücher katalogisiert sind. Das ist eine Sammlung unter anderem zu aktuellen Themen des Umweltschutzes, zu Ökoprojekten, zur Baubiologie sowie zur entsprechenden Grundlagenforschung. Zum Thema „Umweltethik" ist die Initiative „Marken-Index.com" sowohl unser gesellschaftlicher Anspruch als auch ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Dieses ethische Label kann Kindern und Jugendlichen eine Alternative zur derzeitigen „Markenhörigkeit" bieten und auf glaubwürdige, vernünftige Art gesellschaftliche und ethische Widersprüche aufzeigen.

Stichwort erlebnispädagogische Angebote. Das weist darauf hin, dass der Verein vor allem auch junge Leute für sein Anliegen interessieren möchte. Gibt es schon konkrete Projekte?

Wir sind zum Beispiel dabei, ein Generationenprojekt „Panoptikum" aufzubauen. Es wird eine allmählich wachsende Ausstellung sein, in der wir den Blick auf die Welt als Ganzes schärfen wollen. Geplant sind bis zu 40 Stationen, an denen physikalische oder Naturphänomene erfahrbar gemacht werden sollen. Wir kooperieren dabei mit der Universität Leipzig. Studenten sollen als Mentoren das Projekt begleiten. Wir planen auch so genannte „Weltentdeckertouren". Dabei geht es nicht um ferne Welten, sondern wir laden ein, die Welt bei Radtouren oder Wanderungen vor unserer Haustür neu und bewusst zu entdecken. In Workshops, die speziell auch als Schülerangebote konzipiert sind, bieten wir ein breites Angebot an kreativem Handwerk und künstlerisch schöpferischem Ausprobieren. Und wir wenden uns auch an Kinder im Vorschulalter und deren Eltern. Ich sehe viele Möglichkeiten, auch mit kleineren Projekten in Kindereinrichtungen zu verantwortungsvollem Miteinander und zu achtungsvoller Begegnung mit unserer Umwelt beizutragen. Erste Kooperationen bahnen sich da schon an.

Interview: Andreas Läbe

Andreas Läbe

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