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Wo erinnert Beucha an Bebel?

Wo erinnert Beucha an Bebel?

Beucha. An welcher Stelle erinnert Beucha an Bebel? Eine Frage, mit der sich der Ortschaftsrat auf seiner vorgestrigen Sitzung befasste.

. Ursprünglich trug die Schule des Ortes den Namen des Sozialistenführers. Der entsprechende Schriftzug an der Fassade verschwand in der Vergangenheit aber ebenso wie ein Gedenkstein, der einem der Gründerväter der deutschen Sozialdemokratie gewidmet war. Die Schulkonferenz hatte sich dafür ausgesprochen, die Überbleibsel aus DDR-Zeiten zu beseitigen (LVZ berichtete).

Nun bemüht sich der vor zwei Jahren gegründete Beuchaer Heimatverein, wenigstens das steinerne Andenken an August Bebel (1840-1913)wieder ans Licht zu holen. Im Juni stellte der Vorstand einen Antrag ans Brandiser Rathaus. Die darin geäußerte Bitte: Der Gedenkstein solle in der August-Bebel-Straße oberhalb des Kirchbruchs wieder errichtet werden – nahe der Säulen, die bereits von der Steinbruchgeschichte des Ortes zeugen.

Dass es einen Ort des Gedenkens an Bebel geben soll und man das Denkmal nicht einfach in der Versenkung verschwinden lässt, steht für den Heimatverein außer Frage. „August Bebel hatte ja sogar einen persönlichen Bezug zu Beucha", argumentiert Vereinsvorsitzende Brigitte Süptitz. Während der Zeit der Sozialistengesetze, schreibt Ortschronistin Käte Löhr in ihren Aufzeichnungen, sei er oft im Gasthof Wolfshain eingekehrt. Hier habe sich Bebel mit Gesinnungsgenossen zum Raucherclub getroffen, um unter diesem Deckmäntelchen politische Diskussionen zu führen. „Im Kreml brennt noch Licht", heißt es in Wolfshain heute noch, wenn in der kleinen Gaststube gefeiert wird. Wie gut sich Bebel in Beucha auskannte, davon berichtete auch Geschichtsprofessor Wolfgang Schröder aus Taucha: „Anders als der auf ihn angesetzte Polizeispitzel verirrte er sich nicht, als er mit Familie zum Kohlenberg wanderte, wo er am 30. April 1882 vor 350 Teilnehmern einer illegalen Zusammenkunft mitreißend über die wirtschaftliche und politische Krise des Deutschen Reiches sprach", so Schröder 2005 in einem Leserbrief an die LVZ, in dem er sich kritisch zur Vergangenheitsbewältigung in Beucha äußerte.

Der Ortschaftsrat sei nun überein gekommen, dass der Gedenkstein in der Nähe des Steinarbeiterdenkmals oberhalb des Kirchbruchs stehen sollte, berichtete Brigitte Süptitz gestern. „Die Steinplatte wurde vom Beuchaer Steinmetz Conny Wolf geschaffen und besteht aus Beuchaer Granit." Somit sei auch ein Bezug zu diesem Standort gegeben. Die Verwaltung hatte sich eher dafür ausgesprochen, in der Nähe des Wolfshainer Gasthofs an den prominenten Einkehrer zu erinnern. „Wir denken allerdings, dass der Gedenkstein dort nicht am richtigen Platz ist und das Anliegen eher untergehen würde", so die Chefin des Heimatvereins.

Simone Prenzel

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