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Wurzen Wölfe bei Wurzen – Jäger wollen das Raubtier bejagen
Region Wurzen Wölfe bei Wurzen – Jäger wollen das Raubtier bejagen
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09:00 04.06.2017
Wölfe wie diese wurden auch im Muldental gesichtet. Quelle: dpa
Landkreis Leipzig

Die Botschaft ist nicht mehr ganz neu. Längst ist auch der Landkreis Leipzig und speziell ein Teil des Muldentals Wolfsgebiet. Das machen Yvonne Mucke und Michael Kracht vom Kreisjagdverband Muldental deutlich. Es war im Dezember bei einer Ansitzrückjagd im Planitzwald. „Dabei wurden zwei Wölfe gesichtet“, sagen die Jäger. Von wenigstens fünf Leuten. Zudem seien die Tiere in der Umgebung in eine Fotofalle gegangen, so dass es Bilder von ihnen gibt. Weil es nicht die erste Begegnung mit Meister Isegrim war, fordern die Waidmänner, den Wolf perspektivisch zu bejagen.

Bei Treibjagden wird es laut, weshalb die beiden Wölfe offenbar aufgeschreckt worden seien, so Kracht weiter. Und er verweist darauf, dass es Spuren von Wölfen auch in Altenhain, Grubnitz und Lüptitz oder auch auf dem Kohlenberg zwischen Polenz und Brandis gab. „Die ziehen durch die Gegend und schaffen schon 40, 50 Kilometer in einer Nacht.“ In der Gegend um Wermsdorf im benachbarten Nordsachsen wurden die Raubtiere ebenfalls bereits gesichtet.

„Der Wolf hat uns eigentlich nicht gefehlt“, stellt Jäger Kracht nüchtern fest. Dafür gebe es ökologische und ökonomische Gründe. Nicht nur, dass es durch Wölfe weniger Wild für die Jägerschaft gebe. Vor allem Jungwild und Wildtiere bis zur Größe von Rehwild seien eine potenzielle Nahrungsquelle für Wölfe. Die Raubtiere, die über Oder und Neiße nach Deutschland kamen, könnten auch ganze Wildarten ausrotten – speziell Muffelwild. Dabei handelt es sich um Tiere, die ursprünglich nicht in Mitteleuropa zu Hause waren und deshalb im Wolf nicht ihren natürlichen Feind sehen. Stattdessen, so Kracht, stellen sie sich dem Angreifer, was freilich in jedem Fall ein tödlicher Irrtum ist. Sie werden dadurch zur leichten Beute.

Und nicht zuletzt gehe die Ankunft der Wölfe ins Geld, sagen Yvonne Mucke und Michael Kracht. „Jeder Wolf kostet den Steuerzahler Geld“ – und zwar dann, wenn etwa gerissene Schafe ersetzt werden müssen. Das Wolfsmonitoring muss ebenfalls bezahlt werden.

Ganz abgesehen davon, dass die Tiere auch zu einer potenziellen Gefahr für den Menschen werden können. Sie gelten als scheu, aber wer einem Wolf begegnet, „der sollte ihn anschreien und laute Geräusche machen“, sagt Kracht. Deswegen müss der Wolf bejagt werden können, um den Menschen als Feind zu erleben, dem er besser aus dem Weg gehen sollte. Aber Yvonne Mucke und Michael Kracht wissen, dass sie dabei gegen Windmühlen kämpfen. „Die Wolfslobby ist sehr stark.“

Der Wildtierbeauftragte des Landkreises Leipzig, Tino Beute, warnt vor ängstlichen Reaktionen. Mit dem Thema Wolf „sollten wir ruhig und sachlich umgehen“. Räumt aber ein, dass es im Landkreis Leipzig eine hohe Siedlungsdichte gibt. Beute: „Da wird es unweigerlich zu Konflikten kommen.“ Viele Städter fänden die Wiederkehr des Wolfs gut. Anders sehe es im ländlichen Raum aus. Da habe die Bevölkerung eher eine kritische Einstellung.

Es gebe drei Möglichkeiten, einen Wolf nachzuweisen. Zum einen durch die Untersuchung eines toten Tiers, etwa nach einem Unfall. Zudem mittels so genannter Fotofallen, auf deren Bildern Wölfe eindeutig identifiziert werden könnten, so Beute weiter. Eine weitere Untersuchungsmethode sei die DNA-Analyse der Losung, also des Kots. Damit könne ein Wolf als solcher „zu 98 Prozent“ nachgewiesen werden.

Von Nikos Natsidis

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