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Wurzen „Wohin denn ich? – Porträts von Vuk Dieter Karadžic in der Kirche
Region Wurzen „Wohin denn ich? – Porträts von Vuk Dieter Karadžic in der Kirche
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10:43 22.02.2018
"Wohin denn ich?" ist der etwas ungewöhnliche Quelle: Thomas Kube
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Panitzsch

"Wohin denn ich?" ist der etwas ungewöhnliche Titel einer Fotoausstellung in der Kirche Panitzsch bei Borsdorf. Der Deutsch-Serbe Vuk Dieter Karadžic präsentiert dort 13 großformatige auserwählte Porträtfotos der etwas anderen Art. Beim Betrachten seiner Bilder wird schnell klar, dass der Bildautor hinter die Fassade seiner Fotomodelle blicken will. Porträts von Vuk D. Karadžic ist eine Art der Fotografie, die der heutigen Mainstream-Fotografie und der tausendfachen alltäglichen Bilderflut entgegen steht, die im besten Sinn psychologisch tiefgreifende Ergründungen des Gegenübers. Sie zeugen davon, dass sich der Mensch vor der Kamera dem Fotografen anvertraut hat. Eine, die das bestätigen kann, ist Michaela Seliger. Die Berliner Künstlerin und Kunsttherapeutin ließ sich von Karadžic porträtieren. Ihr Abbild ist eines ausgestellten Exponate. Und sie hielt auch den Einführungsvortrag zur Fotoschau. Schnell klärte sich damit der Titel der Fotoschau auf. „Erst wenige Tage vor unserem Fototermin erfuhr ich vom Treffpunkt für die Fotoaufnahmen.“ Eine Praxis, die Karadzic, wohl häufiger so praktiziert. „Und als er dann mit Stativ, seiner Hasselblad-Mittelformatkamera und nur einem Objektiv auftauchte – blieb mir nur die Frage: „Wohin denn ich?“. Womit der finale Standort des zu Fotografierenden gemeint ist. Alle Motive der Ausstellung sind in den Jahren 2000 bis 2007 entstanden. Vuk Dieter Karadžic , geboren 1948 in Berlin, lebt und arbeitet als Fotokünstler in Berlin. Die Portraitarbeit hat den Künstler immer wieder über lange Zeiträume beschäftigt. Unerschrocken und einfühlsam erforscht er mit seinen Portraits, die immer unter freiem Himmel entstehen, das menschliche Ich seines Gegenübers. Dabei kommt er seinen Modellen sehr nah, scheint optisch ihre Seelen eingefangen zu haben. Bezug nehmend auf die 13 ausgestellten Porträts analysiert Seliger: "Jeder Kirchenbesucher könnte hier ein Porträtierter sein. Die Gesichter sind weniger schön oder ästhetisch, mehr ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Bestimmt von verhaltener Farbigkeit erforscht der Fotograf die Zerbrechlichkeit und Widerständlichkeit des Porträtierten." Wer diese Begegnung mit dem menschlichen Abbild einmal höchstpersönlich erleben möchte, hat dazu bis Pfingstmontag, 21. Mai 2018, täglich von 10 bis 16 Uhr in der Kirche Panitzsch Gelegenheit.

Von Thomas Kube

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