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Wurzen Wohnen im Klassenzimmer
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00:32 14.09.2015
Ein Modell zeigt, wie die Röcknitzer Schule einmal aussehen soll. Das historische Hauptgebäude links bleibt erhalten. Schräg über den Hof sind Wohnungen für Jung und Alt geplant. Ein Verbindungsbau soll abgerissen und Carports angeordnet werden. Quelle: Leipzigbau
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Die Veranstaltung war überaus gut besucht. Schließlich ist der jahrelange Leerstand vielen Röcknitzern schon lange ein Dorn im Auge. In guter Erinnerung haben viele die Zeit, als die Schule noch das Dorfleben bestimmte.

Angedacht sind alternative Wohnformen für Jung und Alt. "Wo wohnt ein junger Mensch, der auf eigenen Füßen stehen, aber seinen Heimatort noch nicht verlassen will? Und bleibt betagten Menschen nur das ferne Seniorenheim in Wurzen oder Eilenburg?", umriss Sabine Heymann von LE-Regio die Ausgangslage. Die Schule biete ideale Voraussetzungen, Wohnungen zu schaffen, so die Projektverantwortliche. Sowohl jungen Nestbauern, aber auch selbst bestimmten Senioren würde so ermöglicht, in der vertrauten Umgebung zu bleiben.

Architekt Jörg Padrok vom Büro Leipzigbau entwarf vor den Augen der Röcknitzer eine Vision: Im so genannten Schulwinkel könnten zehn Wohnungen für Senioren und acht für jüngeres Publikum entstehen. Wo früher die Kreide über die Tafel quietschte, sind Wohngrößen von 40 bis 68 Quadratmetern denkbar. Ein Aufzug würde für Barrierefreiheit sorgen. Die Überlegungen zielen darauf ab, das Gelände durchlässiger zu gestalten. Das historische Schulhaus, dessen Fassade unter Denkmalschutz steht, stammt aus dem Jahr 1905. Später und vor allem zu DDR-Zeiten erfolgten mehrere Erweiterungen. "Als erstes wollen wir den Verbindungsbau, der sich an das historische Gebäude anschließt, abreißen", erläuterte Pöge. So könne das repräsentative Gemäuer auch wieder besser zur Geltung kommen. Die alte Schulküche soll ebenfalls von der Bildfläche verschwinden. Der Hof soll entsiegelt und Platz für Carports geschaffen werden. "Die Vermarktung von drei Eigenheim-Bauplätzen im hinteren Bereich soll Geld in die Kasse spülen." Eine Art Anschubfinanzierung, um das 8500-Quadratmeter-Areal aus seinem Dornröschenschlaf zu reißen.

Gemeinsam mit den Röcknitzern soll das Projekt langsam wachsen, wünscht sich das Gemeindeoberhaupt. Als erstes sei 2016 der Abriss der nicht mehr benötigten Gebäudeteile geplant. Sabine Heymann hat den Auftrag, die Vorstellungen der Gemeinde in ein Exposé zu gießen und damit auf Partnersuche zu gehen. "Die Kommune will sich den Hut aufsetzen. Aber Ziel ist natürlich eine nachhaltige, sich selbst tragende Nutzung", versicherte Pöge. Noch sei auch nichts in Stein gemeißelt. Sollte zum Beispiel mehr Bedarf für Senioren bestehen, könne man den Bereich auch erweitern. "Ein Pflegeheim aus der Schule zu machen ist allerdings nicht unser Plan." Vorgesehen sind zudem Übernachtungsmöglichkeiten für Kletterer und Besucher des Geoportals. Eine Belebung des historischen Haupthauses sei erst später geplant.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.09.2015

Simone Prenzel

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