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Wurzen Wohnprojekte auf dem Land und Infrastruktur sind Schwerpunkte
Region Wurzen Wohnprojekte auf dem Land und Infrastruktur sind Schwerpunkte
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16:24 22.02.2018
Der Nordturm der Geithainer Nikolaikirche wird über die Leader-förderung unterstützt. Quelle: Jens Paul Taubert
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Landkreis Leipzig

Die ländliche Region fördern und Anreize für die Zukunft schaffen – das ist das Hauptanliegen von EU-geförderten Leader-Regionen. Drei davon gibt es im Landkreis Leipzig. Das Leipziger Muldenland, das Land des Roten Porphyr und den Leipziger Südraum.

Die Leaderregion Leipziger Muldenland veranstaltet am 24. November die jährliche Regionalkonferenz in Trebsen im historischen Speicher im Ortsteil Seelingstädt. „So wollen wir uns den Leuten vorstellen und Fördermöglichkeiten weiter bekannt machen“, sagt Regionalmanager Matthias Wagner. „Außerdem können die Leute ihre Ideen unverbindlich vortragen, sich mit anderen austauschen und Kooperationspartner finden.“ Die Konferenz startet um 16 Uhr.

Derzeit laufen im Muldenland 50 Projekte, von denen etwa 25 durch den Landkreis bewilligt sind. „Wer einen Antrag auf Leader-Förderung einreicht, tut dies zunächst bei der lokalen Aktionsgruppe Leipziger Muldenland. Der Koordinierungskreis wählt die einzelnen Vorhaben entsprechend der Kriterien der Leader-Entwicklungsstrategie aus. Nach der Auswahl erhält der Akteur eine Dokumentation, welche er den Formularen und Unterlagen seiner Antragsstellung an die Bewilligungsbehörde, Landratsamt des Landkreises Leipzig, beifügt. Der Lokale Aktionsgruppe Leipziger Muldenland prüft die Förderwürdigkeit von Vorhaben. Die Bewilligungsbehörde entscheidet über die Förderfähigkeit“, erläutert Wagner das Prozedere. Eingereicht werden können Anträge zu den Bereichen Koordination und Kooperation, Siedlungsentwicklung, kommunale Infrastruktur, lokale Wirtschaft, Umwelt und Klima sowie Landtourismus und Marketing. „Die Anträge sind immer zu bestimmten Stichtagen einzureichen.“ Wann diese Tage sind, erfahren Interessierte auf den jeweiligen Internetseiten der Leader-Regionen. „Unsere Beratung der Akteure bezüglich ihrer Vorhabensvorbereitung erfolgt oft schon langfristig im Vorfeld des Aufruftermines.“

Ähnlich gelagert sind auch die Förderbereiche im Südraum Leipzig und im Land des Roten Porphyr. Dorothea Palm, Regionalmanagerin der Leaderregion Land des Roten Porphyr sagt: „Besonderes Interesse galt bei uns dem Handlungsfeld Entwicklung von Rahmenbedingungen für Unternehmen, bedarfsgerechte Entwicklung von Dörfern und Städten als Wohnorte unter Bewahrung des ländlichen Kulturerbes sowie dem Erhalt und der Vernetzung wohnortnaher sozialer Infrastrukturen und Angeboten für alle Generationen.“ Zum letztgenannten Handlungsfeld gehören soziokulturelle Zentren von Vereinen und Kirchen. Dort sind bereits von acht beantragten Maßnahmen sechs in der Umsetzung. „Dazu gehören beispielsweise die Dachsanierung vom Oldtimerverein Terpitz, die Erneuerung des Turmdachs der Dorfkirche Greifenhain und die Sanierung des Nordturms der Nikolaikirche Geithain“, so Palm weiter. Bei der Um- oder Wiedernutzung von Wohnraum oder Erhaltung der Außenhülle seien im Kohrener Land drei Gebäude in der Umsetzungsphase. Insgesamt wurden bisher 20 Anträge im Leader-Gebiet Land des Roten Porphyr gestellt.

Im Leipziger Südraum sind in diesem Jahr bereits fünf Anträge bewilligt worden. Weitere sind derzeit in Arbeit. Zwei Aufrufe gab es in diesem Jahr bereits. Auch hier sind vor allem das ländliche Wohnen und soziale sowie touristische Infrastruktur gefragt. Rund 7,6 Millionen Euro stehen zur Verfügung. „Der Hauptteil mit fast 1,5 Millionen Euro ist für das Wohnen von jungen Familien und dem Mehrgenerationenwohnen in alten Gemäuern reserviert“, sagt Ina-Beate Groß vom Regionalmanagement Leipziger Südraum.

Das besonders in diesem Bereich die Nachfrage hoch ist, war bereits zu Beginn des Jahres auf einer Informationsveranstaltung im Haus der Demokratie in Leipzig zu erkennen. Unter dem Motto „Raus aufs Wurzener Land“ luden die Bürgermeister aus Wurzen, Thallwitz, Lossatal und Bennewitz zusammen mit der Leader-Region Leipziger Muldenland zu einer Informationsveranstaltung ein. „Die Besucherzahl war erfreulich hoch“, erinnert sich auch Wagner. „Auch bei einer Nachfolgeveranstaltung mit Besichtigung von möglichen Objekten waren viele Leute dabei.“ Verschiedene Ideen sind in Planung. Für Wagner zählt nicht nur die Bewilligung neuer Projekte, sondern auch der Leader-Prozess insgesamt mit all seinen Möglichkeiten. „Für die Region ist das eine unglaubliche Bereicherung. Die regionale Wirtschaft erhält Impulse, denn Akteure, welche Leader-Förderung in Anspruch nehmen können, sind sehr eng lokal und regional verknüpft und binden für die Umsetzung ihrer Vorhaben oftmals ansässige Firmen mit ein“, schildert der Regionalmanager die positiven Effekte von Leader. Darüber hinaus stärkt der Leader-Prozess beispielsweise auch regionale Produzenten und Gastronomen. Die wunderbare Veranstaltungsreihe Regiobrunch im Leipziger Muldenland hat sich seit 2013 bereits als schöne Tradition etabliert.“ Schon in der vorangegangenen Förderphase von 2007 bis 2013 sind im Leipziger Muldenland rund 450 Projekte mit etwa 35 Millionen Euro unterstützt worden.

321 Leaderregionen gibt es in Deutschland, in 13 Bundesländern. Der aktuelle Förderzeitraum läuft noch bis 2020.

Von Tatjana Kulpa

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