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Wurzen Wohnsitzauflage: Kreis verteilt Flüchtlinge nicht auf bestimmte Kommunen
Region Wurzen Wohnsitzauflage: Kreis verteilt Flüchtlinge nicht auf bestimmte Kommunen
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19:02 16.04.2018
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Quelle: dpa
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Landkreis Leipzig

Die Zahl der Asylbewerber im Landkreis ist weiter rückläufig. Ende März waren nach Angaben des Ausländeramtes 1599 Flüchtlinge im Landkreis untergebracht. Im November 2017 waren es noch 1667, zu Spitzenzeiten hatte die Zahl bei über 2900 gelegen. „Wir spüren, dass die Zuweisungen weiter zurückgehen, auch wenn nicht mehr in der Größenordnung“, erklärt Landrat Henry Graichen (CDU). Seit Jahresbeginn wurden dem Landkreis insgesamt 97 Erstantragteller zugewiesen, davon im Januar 52, im Februar 27. Im März erreichte die Zahl mit nur 18 Neuankömmlingen einen neuen Tiefstand. Die Zahl der Abschiebungen hielt sich hingegen in Grenzen. Seit Januar mussten neun Asylbewerber die Region auf diesem Weg verlassen.

Kreis verzichtet auf gezielte Zuweisung

Auch im Landkreis Leipzig wird die seit 1. April geltende Wohnsitzauflage umgesetzt. Künftig können Zuwanderer, wenn ihr Asylantrag anerkannt wurde, bis zu einer Frist von drei Jahren verpflichtet werden, ihren Wohnsitz in dem Kreis zu nehmen, dem sie nach ihrer Einreise zugeteilt wurden. „Von der Möglichkeit, die anerkannten Asylbewerber bestimmten Kommunen zuzuweisen, machen wir allerdings keinen Gebrauch“, verdeutlicht der Kreischef. „Bei uns gibt es keine Ballung – anders als zum Beispiel im mittelsächsischen Freiberg.“ Hier hatten sich 70 Prozent der Asylbewerber einer Region auf ein Mittelzentrum konzentriert, was letztlich zum Beschluss eines Zuzugsstopps durch den dortigen Stadtrat geführt hatte. „Wir haben gemeinsam mit den Kommunen von Anfang an versucht, die Geflüchteten relativ gleichmäßig über den Landkreis zu verteilen“, betont Graichen. Deshalb müsse man jetzt mit der Wohnsitzauflage auch nicht weiter regulierend eingreifen. Zum Vergleich: Mittelsachsen geht auf Grund der neuen sachsenweiten Regelung einen anderen Weg. Hier wurden mit Waldheim, Roßwein, Hartha, Leisnig und Döbeln vorerst fünf Städte ins Auge gefasst, um dort anerkannte Flüchtlinge unterzubringen.

In Borna leben die meisten Asylbewerber

Im Landkreis Leipzig sind von den aktuell 1599 Asylbewerbern 771 in Wohnheimen und 828 in Wohnungen untergebracht. Die meisten Flüchtlinge sind derzeit in Borna (369) und Grimma (275) zuhause. Es folgen Kapazitäten in Markranstädt (159), Wurzen (122) und Neukieritzsch (115). Knapp hundert Asylbewerber sind jeweils in Borsdorf und Brandis registriert. Keine Flüchtlinge gibt es in Belgershain, Bennewitz, Lossatal, Otterwisch, Parthenstein und Thallwitz.

Von Simone Prenzel

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