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Wurzen Wohnungsgenossenschaft Wurzen investiert
Region Wurzen Wohnungsgenossenschaft Wurzen investiert
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15:55 20.02.2017
Um die fortschreitende Verwahrlosung der leer stehenden Kaufhalle zu verhindern, hat die Wohnungsgenossenschaft Wurzen jetzt das Objekt gekauft. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen eine Weiternutzung prüfen. Quelle: Foto: Kai-Uwe Brandt
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Wurzen

Im April geht es schon los: Dann erhält der Wohnblock in der Theodor-Körner-Straße 82 – 88 nicht nur eine komplett neue Haustechnik, sondern ebenso Balkone, eine frische Fassade, schmucke Eingänge sowie Aufzüge für den barrierefreien Zugang. „Wir betreten mit dem aktuellen Vorhaben übrigens Neuland. So müssen die Mieter für zwei Wochen ihre Wohnungen verlassen“, informiert Sven Mittenzwei, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft Wurzen. Allein 1,7 Millionen Euro investiert der Großvermieter in die Immobilie Theodor-Körner-Straße 82 – 88, insgesamt drei Millionen dieses Jahr für die Modernisierung des Bestandes.

Darunter zählen zum Beispiel die Lessingstraße 30 – 36 mit einem neuen Farbanstrich oder die Lessingstraße 63 – 73, deren Treppenhäuser renoviert und die Keller sowie Böden mit Brandschutztüren ausgerüstet werden. Neue Wohnungseingangstüren bekommen zudem die 64 Mieter in der Querstraße 1 – 8 und eine neue Heizung das Haus Steinhof 19. Darüber hinaus sieht das Investitionsprogramm eine bessere Wärmedämmung der obersten Geschossdecke des Objektes Querstraße 9  – 16 vor und Mitte des Jahres den Bau eines kleinen Spielplatzes in Brandis. Keineswegs unerwähnt lassen möchte Mittenzwei die Fortsetzung der Badumbauten für ältere Genossenschaftsmitglieder – je nach Bedarf und auf Wunsch. „Hier liegen uns bereits eine Reihe von Anträgen vor.“

Gute Nachrichten gibt es auch fürs Wohngebiet „Am Steinhof“. Wie Mittenzwei mitteilte, habe die Wohnungsgenossenschaft die ehemalige und jetzt leer stehende Kaufhalle erworben, „um die fortschreitende Verwahrlosung zu stoppen“. Im Vorfeld des Kaufes erfolgte eine Befragung der Mieter, die sich zu fast 60 Prozent daran beteiligten. Etwa drei Viertel wünschten sich demnach wieder ein Lebensmittelgeschäft, einen Bäcker und Fleischer, einen „Konsum, wie es früher war“, einen „Tante Emma-Laden“ oder Getränkehandel. „Viele hätten gern ein Café – 25 Prozent, eine Physiotherapie, einen Friseur oder Zeitungsladen“, so der 48-Jährige. Daher prüfe die Genossenschaft im Laufe des Jahres eine Weiternutzung der Immobilie mit einer Fläche von 240 Quadratmetern im Erdgeschoss und 150 Quadratmetern im Keller. Eine Option schließt Mittenzwei allerdings von vornherein aus: „Definitiv wird es keinen Lebensmittelmarkt geben, weil der sich nicht rechnet.“

Jede Menge Akzente setzt das Unternehmen auch wieder in Sachen Kultur. Start für den Veranstaltungskalender 2017 ist am 22. März mit einem Konzert zur Osterzeit. Am 12. April präsentiert Konstanze Kapell „wilde Küche“ und ein Rundum-Mitmachangebot – mit Vortrag, Kochen und Verkostung. Nächster Höhepunkt: der traditionelle Kinderflohmarkt am 13. Mai. Zu Gast sind dann der Spielmannszug, das Spielmobil des Kinder- und Jugendhauses sowie der Reithof Altenbach. Ein kulturhistorischer Vortrag zum Thema „Wie alt war man, wenn man alt war“ am 11. Oktober, „Weihnachtsengel in Tiffany-Technik“ am 8. November und das Konzert der Musikschule Fröhlich am 13. Dezember runden das Angebot ab.

Derzeit bewirtschaftet die Genossenschaft 1686 Wohnungen in Wurzen (1540 Wohnungen) sowie in Brandis, Beucha, Hohburg, Böhlitz, Bennewitz und Lüptitz. Aktuell gehören 1780 Mitglieder dem Unternehmen mit Sitz in der Georg-Schumann-Straße 25 an. Gegründet wurde der Großvermieter, der 22 Mitarbeiter inklusive zwei Auszubildenden beschäftigt, im Dezember 1954 als Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft (AWG) „Albert Kuntz“. Die Leerstandsquote zum Jahresende 2016 betrug 2,8 Prozent (2015 – 2,02 Prozent). Ursache für den leichten Anstieg, so Mittenzwei, sei die hohe Anzahl von Kündigungen wegen gesundheitlicher Gründe und viele Sterbefälle. Außerdem vermietete die Genossenschaft absichtlich keine Wohnungen mehr in der Theodor-Körner-Straße 82 – 88, um die nötige Baufreiheit zu erhalten.

Von Kai-Uwe Brandt

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