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Wurzen Wohnungsgesellschaft Brandis besorgt: Mieter bekommen Tongrube vor die Nase
Region Wurzen Wohnungsgesellschaft Brandis besorgt: Mieter bekommen Tongrube vor die Nase
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14:09 19.05.2015

"Wir haben die Firmen-Pläne der Tonwerke Brandis GmbH mit großer Sorge zur Kenntnis genommen." Sollten sie so wie in den Unterlagen des Raumordnungsverfahrens ersichtlich umgesetzt werden, fürchtet die BWS-Chefin um die Attraktivität der städtischen Immobilien.

Die BWS als hundertprozentige Tochter der Kommune unternahm in letzter Zeit massive Anstrengungen, um den Wohnungsbestand zu modernisieren. "Der Tonabbau gefährdet jetzt ausgerechnet die Vermietbarkeit der Häuser, die mit zu den besten in unserem Portfolio zählen." Die 59-Jährige bangt vor allem um die Objekte in der Schützenstraße 10 bis 20. Von hier bis zur Grube wäre es nur ein Kilometer Luftlinie. "In der Schützenstraße haben wir sehr schöne Wohnungen mit Bad und Balkon." Sämtliche 29 Wohneinheiten seien derzeit vermietet. Die Geschäftsführerin fürchtet, dass sich das ändert, wenn erst die Radlader im Tagebau ihre Runden drehen.

"Nicht nur die Grube als solches hätten unsere Mieter dann vor der Nase. Hinzu kommt, dass die Transporte über das von den Tonwerken in unmittelbarer Nachbarschaft genutzte Gelände des ehemaligen Silikatwerkes donnern würden." Auf das Areal sei die Aussicht schon jetzt nicht sehr idyllisch. "Man kann sich vorstellen, was sich hier an Staub- und Lärmbelastungen abspielt, wenn jährlich erst 50 000 Tonnen Ton abgebaut werden sollen." Schon in der Vergangenheit habe der Eigentümer auf dem Werksgelände systematisch Kahlschlag betrieben. "Es fehlt bereits jetzt jeglicher Sichtschutz."

Weitere BWS-Immobilien in der nahen Waldstraße seien betroffen. Auch auf die Gebäudesubstanz werde sich der Tagebau, für den 30 Hektar in Anspruch genommen werden sollen, nicht günstig auswirken. "Unsere Häuser stammen überwiegend aus den 30er Jahren. Es würde mich wundern, wenn es durch die Grundwasserabsenkung nicht zu Setzungserscheinungen und damit Rissbildungen kommt." Auch wenn sich die BWS nicht mit Verkaufsabsichten für ihre Blöcke trägt, prognostiziert Otto, dass der Wert der Immobilien sinken wird. "Wenn jeder weiß, dass sich hier über Jahrzehnte ein riesiges Baufeld auftut, wird sich das massiv auf unsere Wirtschaftlichkeit auswirken", schlägt die Geschäftsführerin Alarm. Auch weiter weg liegende Straßenzüge, durch die der Verkehr dann flutet, würden mit den dort befindlichen BWS-Objekten betroffen sein. Durch die Ableitung des Wassers über den Todgraben käme es aus ihrer Sicht zu Auswirkungen bis hin nach Beucha.

Die BWS-Chefin ermuntert deshalb alle Mieter, ihre Bedenken möglichst konkret gegenüber der Landesdirektion zum Ausdruck zu bringen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.02.2015
Simone Prenzel

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