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Wurzen Wohnungsgesellschaft plant die Sanierung des 100er-Blocks in Wurzen-Nord
Region Wurzen Wohnungsgesellschaft plant die Sanierung des 100er-Blocks in Wurzen-Nord
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13:56 11.03.2018
Wurzens 100er-Block: 1971 zogen hier die ersten Mieter ein und freuten sich über damals moderne Wohnungen. Mittlerweile beträgt der Leerstand 45 Prozent, und das will die Wohnungsgesellschaft mbH mit fünf Millionen Euro ändern. Quelle: Foto:
Wurzen

Es ist das wohl größte Sanierungsvorhaben in der Geschichte der Wurzener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH (WGW). „Wir befinden uns inmitten der Entwurfsphase für die Modernisierung des 100er-Blocks in der Liscowstraße“, verrät WGW-Geschäftsführer Peter Sauer mit Blick auf die Skizze hinter seinem Bürostuhl.

Die DDR-Immobilie aus dem Jahre 1971 braucht nämlich dringend eine Frischekur, und dafür will das stadteigene Unternehmen demnächst fünf Millionen Euro in die Hand nehmen. Jedoch nicht auf einen Schlag, sondern in drei Jahresscheiben. „Insofern dauern die Arbeiten am und im Gebäude mit den zehn Eingängen und 100 Wohnungen voraussichtlich von 2019 bis 2022.“ Das eigentliche Problem, fügt der 55-Jährige an, seien aber weniger die Investitionsgelder, sondern eher die späteren Unterhaltungskosten. Immerhin müsse der Wohnraum für den hiesigen Markt auch in Zukunft bezahlbar bleiben. Der Mehraufwand für Mieter würde dann allein schon durch einen zentralen Fahrstuhl verursacht, der sie bis in den fünften Stock transportiert. Ferner denken die Planer über mögliche neue Wohnungszuschnitte nach. „Das richtet sich allerdings je nach dem Bedarf.“ Momentan gibt es Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen in acht Eingängen sowie Ein- und Vier-Raumwohnungen in zwei Treppenaufgängen. Wie notwendig eine baldige Runderneuerung des Objektes Liscowstraße 12 – 30 ist, betont Sauer zum Schluss, zeige sich in der aktuellen Leerstandsquote – sie beträgt 45 Prozent. Übrigens wurde der sogenannte 100er-Block in Wurzen-Nord seinerzeit im Zuge des Wettbewerbs „Schöner unsere Stadt Wurzen – mach mit 1971“ hochgezogen. Erst drei Jahre später weihten die DDR-Funktionäre die nahe „Wilhelm-Pieck-Oberschule“, die jetzige Ringelnatz-Grundschule, ein und erschlossen damit das Gelände bis zur Zillestraße.

Bereits diese Woche startet die Entkernung der beiden Häuser Badergraben 26 und Jacobsplatz 1 in der Innenstadt. Beide Objekte, errichtet 1930 und 1928, stehen bereits seit längerem auf dem WGW-Programm. Nach Absprache mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und einigen Auflagen, wie zum Beispiel ein Abrissverbot für Berliner Öfen, sowie einem Zuschuss aus dem Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ kann es jetzt endlich losgehen. Durch das Vorhaben nicht betroffen, sind die jeweiligen Läden im Erdgeschoss. Von A bis Z saniert werden alles in allem 13 Wohneinheiten, kündigt WGW-Chef Sauer an. Die Zwei- und Vier-Raum-Wohnungen erhalten zudem einen Balkonanbau – Gesamtkosten 1,35 Millionen Euro.

Auf der Zielgeraden befindet sich indes das Projekt Marienstraße 2 A mit neun Wohneinheiten. Sechs seien laut Sauer bezogen, drei warten nach den Arbeiten auf neue Mieter. „Insbesondere der Hinterhof bietet hier nicht nur Parkflächen, sondern die Möglichkeit, Grün anzulegen.

Dritte und damit letzte Investition der WGW für 2018 ist die Immobilie Ringelnatzstraße 3 – 7. Für circa 250 000 Euro will der Großvermieter Balkone installieren lassen. „Dank der Ausrichtung des Gebäudes können die Bewohner in absehbarer Zeit die Sonne von mittags bis abends genießen“, so Sauer.

Die WGW mit Sitz in der Lichtwerstraße 2 ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt Wurzen und wurde 1994 gegründet. Das Unternehmen bewirtschaftet 1550 Wohnungen und verwaltet circa 500 Wohneinheiten für Dritte.

Von Kai-Uwe Brandt

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