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Wurzen Experte in Bennewitz: Wolf im Muldental noch nicht gesichtet
Region Wurzen Experte in Bennewitz: Wolf im Muldental noch nicht gesichtet
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00:31 05.03.2018
Spannendes Thema: Sven Möhring (r.) referiert im voll besetzten Jugendhaus Bennewitz rund um das Thema Wolf im Revier. fsw - Frank Schmidt - MTL - BOG Quelle: Frank Schmidt
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Bennewitz

Der Wolf stand im Mittelpunkt eines Vortrages, den Sven Möhring auf Einladung der Kommune im Jugendhaus in Bennewitz hält. Der 47-jährige Experte ist offizieller Wolfsbeauftragter der unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Leipzig und weiß sehr wohl, dass das Thema Isegrim auf großes Interesse stößt. Kein Wunder also, dass die Sitzplätze im proppenvollen Jugendhaus nicht ausreichten und einige Besucher bis hinaus in den Vorraum stehend seinen Ausführungen folgten.

„Wir müssen drüber informieren, denn Wölfe sind da. Zum Beispiel wissen wir von einem bestätigten Rudel in der Dahlener Heide, die bis in den Landkreis Leipzig hineinreicht. Nur ist nicht ganz klar, in welcher Anzahl sich die Wölfe wieder ausbreiten“, sagte Möhring. Außerdem erzählt der Volksmund, dass es hier schon zu DDR-Zeiten Wölfe gegeben habe, die aber geschossen worden seien, was jedoch das bundesdeutsche Jagdrecht verbiete.

Respekt vor den Tieren

Deshalb gehört zur wichtigsten Botschaft des Abends, „dass die Menschen keine Angst vor dem Wolf haben müssen, weil sie nicht zum Beutespektrum des Tieres gehören.“ Klar sei ebenso, „dass wir dem Tier gegenüber dennoch Vorsicht, aber auch Respekt walten lassen müssen, denn es ist ein Raub- und kein Kuscheltier. Und deshalb müssen Tierhalter entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen, alles andere wäre fahrlässig.“

„Der Wolf ist ein scheues Tier“, weiß der Experte. Und damit kommt die Frage im Publikum auf, warum es in jüngster Vergangenheit immer wieder vorgekommen sei, dass der Wolf in unserer Ecke gesichtet werden konnte. „Sind es denn tatsächlich immer Wölfe gewesen“, stellt der Experte die Gegenfrage und wirft fünf Fotos von Wölfen an die Leinwand. Gepaart mit der Frage, wie viele Wölfe tatsächlich zu sehen sind. Fünf, vier, drei, zwei oder gar nur einer? Überraschung. Kein einziger Wolf ist dabei, nur Wolfshunde und ähnlich einem Wolf aussehende Vierbeiner sind abgebildet.

Kein Verlässlicher Nachweis in der Region

Experte Möhring versicherte dem skeptischen Publikum, „dass es in unserer Region keinen verlässlichen Nachweis gibt, der auf Schäden von Wölfen hindeutet. Um das verlässlich bestimmen zu können, gibt es zahlreiche natürliche Merkmale und wissenschaftliche Methoden.

Bei aller Diskussion um den Wolf stellte Möhring klar, dass er keine Polemik zum Thema Wolf aufkommen lassen wolle und sich auch nicht zum Anwalt irgendeiner Interessengruppe machen werde, egal ob die sich für oder gegen den Wolf positioniere. Er appellierte an die Vernunft. „Der Wolf und die Angst vor ihm gehören zur Historie der Menschheit“, sagte Möhring. Der Experte erinnerte an verschiedene Märchen, in denen der Wolf eine zumeist unrühmliche Hauptrolle spielt, allen voran Rotkäppchen. Außerdem werden die Angst in Peter und der Wolf zur Musik von Sergei Prokofjew thematisiert. Diverse Wehrwolfsgeschichten und nicht zuletzt die vielen Verbindungen mit dem Wolf in Namen - Wolfgang, Wolfsburg, Wolfgangsee seien durch das Tier geprägt. „Ganz zu schweigen von dessen Bedeutung in anderen Kulturkreisen, etwa aus der römischen Mythologie, Stichwort Romulus und Remus.“

Trotzdem wäre es fatal, so betonte Möhring, den Wolf an den Menschen zu gewöhnen, etwa durch direkte oder indirekte Fütterung, wovon beispielsweise schon die Waschbärenpopulation profitiert.

Von Frank Schmidt

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