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Wurzen: Deich wird für vier Millionen Euro gesichert

Wurzen: Deich wird für vier Millionen Euro gesichert

Nördlich der Wurzener Muldebrücke haben Arbeiten zur Sicherung der schwächelnden Deiche begonnen. Mitarbeiter einer Dessauer Spezialbaufirma sind seit Wochenbeginn dabei, mit Hilfe schwerer Technik Spundwände zu versenken.

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Deichsicherung in Wurzen: Spundwände werden bis zu acht Metern in die Erde getrieben.

Quelle: Andreas Röse

Wurzen/Bennewitz. Insgesamt ist auf rund 2,5 Kilometern eine Sofortsicherung durch die Landestalsperrenverwaltung (LTV) geplant. Hörbar wird die Deichertüchtigung ab der kommenden Woche für die Gäste des Dreibrückenbades. Denn in Höhe des Freizeittempels wird ebenfalls lautstark gerammt.

Auftraggeber der umfangreichen Deich-Kur ist der LTV-Betriebsteil Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster mit Sitz in Rötha. Susan Kloß, Projektverantwortliche, erklärt zu den begonnenen Arbeiten: "Im Rahmen von Schadensbegehungen nach dem Hochwasser wurden verschiedene Sickerstellen festgestellt." Die Standsicherheit des Deiches sei nicht mehr gegeben.

In zwei Bauabschnitten legen die beauftragte Spezialfirmen los. "Bereits begonnen haben die Rammarbeiten nördlich der Wurzener Muldebrücke. Hier werden entlang des Kanals auf 1,8 Kilometern Spundwände eingebracht", erläutert die LTV-Ingenieurin. Die Stahlsegmente werden bis zu acht Metern in die Erde getrieben. Die Arbeiten sollen vier bis sechs Wochen dauern und werden von der Firma Umwelttechnik und Wasserbau Dessau-Roßlau ausgeführt. Ein Rammgerät befindet sich vor Ort und verleiht dem Deich wieder Stabilität. Wurzens Bürgermeister Gerald Lehne (CDU) betont auf Anfrage, dass es sich um eine absolute Schwachstelle während der Juni-Flut gehandelt habe. Am 3. Juni hatte flussabwärts ein Großaufgebot von Helfern kritische Sickerstellen abgedichtet. Hunderte Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Bundeswehr waren an den Schwachpunkten im Einsatz.

Besonders kritisch sei die Lage auch an der ICE-Trasse gewesen. "Weil sich die in diesem Bereich neu gebauten Deiche noch nicht richtig gesetzt haben, kam es zu Durchsickerungen", schildert Lehne. Zudem sei der Damm im Bereich Damaschkestraße überspült worden. Deshalb haben sich die Hochwasserschützer auch das Stadtbad als zweiten wichtigen Abschnitt vorgenommen. Derzeit erfolgen Vorarbeiten, bevor sich ab der kommenden Woche Rammgeräusche zwischen Kreischen und Gelächter der Badegäste mischen werden. "Entlang des Dreibrückenbades werden auf rund 700 Metern Spundwände versenkt", informiert die Projektverantwortliche der LTV. "Baulärm wird sich dabei nicht vermeiden lassen", weist Susan Kloß vorsorglich auf die zu erwartenden Einschränkungen hin. Gemeinsam mit der Stadt Wurzen habe man aber die Entscheidung getroffen, den Flutschutz nicht auf die lange Bank zu schieben: "Niemand möchte im August da stehen und erneute Schäden riskieren." Im Bereich des Bades soll laut LTV vier bis sechs Wochen gerammt werden. Den Auftrag erhielt die Firma Swietelsky Baugesellschaft, Niederlassung Meißen. Gestartet wird im Ein-Schicht-Betrieb. Je nach Baufortschritt könne es aber auch Veränderungen geben.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.07.2013

Simone Prenzel

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