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Region Wurzen Wurzen: Der Problemfall Parkhaus
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14:53 19.05.2015

Und dass die nicht gering ist, mussten Dauerparker in den letzten Wochen wiederholt erfahren: Allein am vergangenen Wochenende wurden sechs Autos aufgebrochen, eine Woche zuvor drei. Die Stadt als Eigentümer bedauert dies, eine Lösung indes kann sie - zumindest kurzzeitig - nicht anbieten.

Eckehard Kurmann ist sauer. Er ist einer der Geschädigten. Seit etwa zehn Jahren schon nutzen er und seine Frau die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge im nahen Parkhaus abzustellen, weil sie sehr früh zur Arbeit müssen und die Nachbarn nicht durch Motorgeräusche und knarrende Garagentore stören wollen. Ihre Rücksichtnahme kam ihnen jetzt teuer zu stehen. Zwei Scheiben schlugen die Vandalen an Kurmanns Opel ein, ein Holm ist leicht eingedrückt, muss neu gespritzt werden. Kosten: 2000 Euro. Ob die Versicherung den Schaden übernimmt, weiß der Wurzener noch nicht, auf alle Fälle muss er die Selbstbeteiligung von 300 Euro tragen. "Es muss doch eine Lösung geben, dass das Parkhaus wenigstens nachts gesichert wird", sagt Kurmann. Durch seine Arbeit europaweit unterwegs, habe er auch viele Parkhäuser in den alten Bundesländern gesehen. "Da gehen nachts die Rolltore runter", erzählt er.

Das schließt Stadtsprecherin Cornelia Hanspach aus. "Das ist ein Parkhaus und keine Garage", sagt sie. Aber es sei auch nicht so, dass die Stadt gar nichts für die Sicherheit tue. "Das Parkhaus wird seit einigen Jahren schon durch einen Wachschutz bestreift." (Die Polizei, so der Pressesprecher im Grimmaer Revier, wolle es nach den jüngsten Vorfällen übrigens auch verstärkt ins Visier nehmen.) Die Stadt reagierte damit laut Frank Rehmann, dem zuständigen Mitarbeiter im Fachbereich Liegenschaften, auf die auch schon vorher, allerdings "in größeren Abständen und in unterschiedlicher Intensität" stattgefundenen Zerstörungen - auch am Parkhaus selber.

Die Stadt hatte von Anfang an wenig Glück mit dem Mitte der 90er-Jahre zur Entspannung der Parksituation in der Innenstadt erbauten Objekt. Benutzer schimpfen über die engen Auffahrten, die zudem durch einen erhöhten Fußweg eingeengt werden. Die nur vergitterten Fenster zum Treppenhaus bieten keinen Schutz vor Regen und Schnee, auf den Stufen sammelt sich das Laub. Die Schranke an der Einfahrt funktioniert nur nach Laune, der Kassenautomat gar nicht mehr - er wurde 2011 zerstört. "Die erheblichen finanziellen Mittel für das Ersatzgerät wurden bisher nicht freigegeben", sagt Rehmann. Seit April 2013 sind die oberen Parkdecks gesperrt, weil ein brennender Pkw die Decke zur ersten Plattform beschädigt hatte. Zumindest diese Brandschäden werden derzeit, nachdem Monate ins Land gingen bis Statiker ein Gutachten vorlegten und die Versicherungsfrage geklärt war, repariert. - Was das Parkhaus der Stadt derzeit an Unterhaltung kostet und wie groß dem gegenüber die Einnahmen sind, kann die Stadtsprecherin nicht sagen. "Aber es hat nie richtig Geld abgeworfen."

Besserung verspricht man sich im Stadthaus mit einem Parkleitsystem für die Stadt. Das, so Hanspach stehe seit 2012 auf der Agenda. "Und dieses Jahr kommt es auf alle Fälle." Denn das Parkhaus sei nur eine der zu klärenden Fragen. "Wir haben bisher nur punktuell auf Probleme reagiert, beispielsweise auf das wilde Parken auf dem Markt, aber haben kein wirkliches System", verweist sie beispielsweise darauf, dass Parken auf dem Markt gebührenfrei, im nahen Badergraben aber - beides ist Innenstadt - kostenpflichtig sei.

Durch Integrierung des Parkhauses in ein Parkleitsystem hofft Rehmann auf eine erhöhte Nutzerzahl - und damit gleich mehrere Probleme zu lösen. "Erstens würde eine Belebung des Parkhauses potenzielle Randalierer zurückdrängen. Und zweitens könnten die sich erhöhenden Einnahmen in einen intensiveren Wachschutz, in technische Überwachungen oder bauliche Verbesserungen investiert werden." So lange das Parkleitsystem aber aussteht, werde auch nichts repariert, stellt Rehmann klar. Und so lange der Kassenautomat nicht ersetzt ist, können auch nur Dauerparker mit Karte das Haus nutzen - weshalb auch das Parkschild an der Einfahrt Dresdener Straße durchgestrichen ist. "Sollten alle Maßnahmen nicht fruchten, wäre als Alternative über einen Abbruch nachzudenken", sagt Rehmann.

Auch Eckehard Kurmann überlegt, nämlich ob er seine Fahrzeuge nun doch wieder auf dem eigenen Grundstück abstellt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.01.2014
Ines Alekowa

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