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Wurzen: Gert Maaßdorf feiert 80. Geburtstag

Fußball-Urgestein Wurzen: Gert Maaßdorf feiert 80. Geburtstag

Der Fußball in Wurzen ist untrennbar mit seinem Namen verbunden: Gert Maaßdorf trainierte Empor Wurzen von 1975 bis 1990. Er feiert am Sonntag seinen 80. Geburtstag.

Wurzener Urgestein – Fußballtrainer Gert Maaßdorf wird 80 Jahre alt.

Quelle: privat

Wurzen. Fußballtrainer Gert Maaßdorf wird am morgigen Sonntag 80 Jahre alt. Er coachte Empor Wurzen von 1975 bis 1990. Das „goldene Zeitalter“ der Höherklassigkeit war da schon vorbei, die Zuschauerzahlen sackten von durchschnittlich 3000 auf gerade einmal einige Hundert ab, die noch den Weg ins Albert-Kuntz-Stadion fanden. Maaßdorfs Meisterstück gelang mit der Stabilisierung der Mannschaft, seinen beruflichen Meister machte er als Fliesenleger und Ofenbauer.

Die Fußballer-Laufbahn begann er zehnjährig bei der BSG Krietsch, einem Vorläufer von Empor, als Halblinker, dann im Mittelfeld und schließlich als Verteidiger auf dem Rasen unterwegs. Unter Heinz Pörschke lernte Gert Maaßdorf viel, noch mehr unter dem legendären Hans Studener, seinem Vorbild, der ihn in den Anschlusskader der „Ersten“ aufrücken ließ. Ein Ruhmesblatt des Vereins bildete der Meistertitel der Reserve der 1. DDR-Liga. Als Spielertrainer der 2. Mannschaft mit tatkräftiger Unterstützung seines Mentors Karl Maschke holte er sich das Rüstzeug für seine neue Aufgabe mit dem 1.Team,denn Gert arbeitete akribisch, führte Buch über die Spiele seiner Elf.

Unter seinen Fittichen reiften unter anderem Jürgen Kurpanik, Peter Kern und Karsten Theile zu Spielerpersönlichkeiten, Rolf Handau und Klaus Schulze zu zuverlässigen Partnern im Männer- und Jugendbereich sowie Rainer Ingenhoff, sein Nachfolger als Trainer. Dem ewigen Zweiten der Bezirksklasse gelang nun der Coup mit dem Aufstieg in die Bezirksliga. Die Fußball-Obrigkeit honorierte Maaßdorfs Leistungen mit der DFV- Nadel in Bronze. Gert Maaßdorf erinnert sich: „Dreimal in der Woche trainierte die Mannschaft. Ab 14 Uhr wurden die Spieler vom Betrieb freigestellt. Damals spielte man noch sonntags. Manchmal kam der Bus von Auswärtsspielen spät zurück. Die Aktiven mussten dann morgens im Beruf wieder ihren Mann stehen.“ Bleibt zu ergänzen, dass die Spesen des Trainers mit zehn Mark auch nicht gerade üppig ausfielen. Und lief es gut, gab es reihenweise Schulterklopfen von den Fans. Lief es nicht, waren Kritik okay, Beleidigungen und gar Trauerkarten unter der Gürtellinie.

Das Fußballerleben des Jubilars ist reich an Episoden. So hatte der spätere Bundestrainer Helmut Schön beim Spiel der Sachsenauswahl in der Muldenstadt Quartier. Hans Studener wurde von Gert Maaßdorf mit einem F 8 zum Länderspiel Deutschland gegen Sowjetunion 1:2 am 15. September 1956 ins Niedersachsen- Stadion nach Hannover chauffiert, wo er sein Idol Fritz Walter bewundern konnte. Während der Wende sah sich der Wurzener Trainer plötzlich als „freier Redner“ überrascht und ohne Konzept – vor über 2000 Zuhörern in Gaggenau, denn die wollten viel wissen von den „Exoten“ aus dem Osten. Man hörte die Stecknadel fallen. Blitzlichtgewitter!

An Freundschaften und Begegnungen wie die mit Altersgenossen Manfred Walter, Ex-Empor-Aktiven Wasja Pawluschin aus dem Baltikum oder mit der fußballbegeisterten Klasse aus der ehemaligen „Alexander-Matrossow-Schule“ Leipzig erinnert sich der verdienstvolle Trainer und erfolgreiche Handwerker gern. Heute noch versäumt er kein Heimspiel von Frisch Auf Wurzen. Gert Maaßdorf – der Sportsmann, der zeitweise 13 Ehrenämter begleitete – ist seit Wiedergründung des ATSV Vorstandsmitglied und seit 2012 Ehrenmitglied des Vereins.

Von Hansrainer Baum

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