Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Wurzen: Gert Maaßdorf feiert 80. Geburtstag
Region Wurzen Wurzen: Gert Maaßdorf feiert 80. Geburtstag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 05.03.2017
Ein Bild aus früheren Tagen: Gert Maaßdorf trainierte 25 Jahre lang die Fußballer von Empor Wurzen. Quelle: Foto:
Anzeige
Wurzen

Fußballtrainer Gert Maaßdorf wird am morgigen Sonntag 80 Jahre alt. Er coachte Empor Wurzen von 1975 bis 1990. Das „goldene Zeitalter“ der Höherklassigkeit war da schon vorbei, die Zuschauerzahlen sackten von durchschnittlich 3000 auf gerade einmal einige Hundert ab, die noch den Weg ins Albert-Kuntz-Stadion fanden. Maaßdorfs Meisterstück gelang mit der Stabilisierung der Mannschaft, seinen beruflichen Meister machte er als Fliesenleger und Ofenbauer.

Die Fußballer-Laufbahn begann er zehnjährig bei der BSG Krietsch, einem Vorläufer von Empor, als Halblinker, dann im Mittelfeld und schließlich als Verteidiger auf dem Rasen unterwegs. Unter Heinz Pörschke lernte Gert Maaßdorf viel, noch mehr unter dem legendären Hans Studener, seinem Vorbild, der ihn in den Anschlusskader der „Ersten“ aufrücken ließ. Ein Ruhmesblatt des Vereins bildete der Meistertitel der Reserve der 1. DDR-Liga. Als Spielertrainer der 2. Mannschaft mit tatkräftiger Unterstützung seines Mentors Karl Maschke holte er sich das Rüstzeug für seine neue Aufgabe mit dem 1.Team,denn Gert arbeitete akribisch, führte Buch über die Spiele seiner Elf.

Unter seinen Fittichen reiften unter anderem Jürgen Kurpanik, Peter Kern und Karsten Theile zu Spielerpersönlichkeiten, Rolf Handau und Klaus Schulze zu zuverlässigen Partnern im Männer- und Jugendbereich sowie Rainer Ingenhoff, sein Nachfolger als Trainer. Dem ewigen Zweiten der Bezirksklasse gelang nun der Coup mit dem Aufstieg in die Bezirksliga. Die Fußball-Obrigkeit honorierte Maaßdorfs Leistungen mit der DFV- Nadel in Bronze. Gert Maaßdorf erinnert sich: „Dreimal in der Woche trainierte die Mannschaft. Ab 14 Uhr wurden die Spieler vom Betrieb freigestellt. Damals spielte man noch sonntags. Manchmal kam der Bus von Auswärtsspielen spät zurück. Die Aktiven mussten dann morgens im Beruf wieder ihren Mann stehen.“ Bleibt zu ergänzen, dass die Spesen des Trainers mit zehn Mark auch nicht gerade üppig ausfielen. Und lief es gut, gab es reihenweise Schulterklopfen von den Fans. Lief es nicht, waren Kritik okay, Beleidigungen und gar Trauerkarten unter der Gürtellinie.

Das Fußballerleben des Jubilars ist reich an Episoden. So hatte der spätere Bundestrainer Helmut Schön beim Spiel der Sachsenauswahl in der Muldenstadt Quartier. Hans Studener wurde von Gert Maaßdorf mit einem F 8 zum Länderspiel Deutschland gegen Sowjetunion 1:2 am 15. September 1956 ins Niedersachsen- Stadion nach Hannover chauffiert, wo er sein Idol Fritz Walter bewundern konnte. Während der Wende sah sich der Wurzener Trainer plötzlich als „freier Redner“ überrascht und ohne Konzept – vor über 2000 Zuhörern in Gaggenau, denn die wollten viel wissen von den „Exoten“ aus dem Osten. Man hörte die Stecknadel fallen. Blitzlichtgewitter!

An Freundschaften und Begegnungen wie die mit Altersgenossen Manfred Walter, Ex-Empor-Aktiven Wasja Pawluschin aus dem Baltikum oder mit der fußballbegeisterten Klasse aus der ehemaligen „Alexander-Matrossow-Schule“ Leipzig erinnert sich der verdienstvolle Trainer und erfolgreiche Handwerker gern. Heute noch versäumt er kein Heimspiel von Frisch Auf Wurzen. Gert Maaßdorf – der Sportsmann, der zeitweise 13 Ehrenämter begleitete – ist seit Wiedergründung des ATSV Vorstandsmitglied und seit 2012 Ehrenmitglied des Vereins.

Von Hansrainer Baum

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eigentlich hätte der Verein zur Förderung umweltbewussten und sozialen Handelns noch bis 31. März den Wurzener Jugendtreff im Kulturhaus Schweizergarten mietfrei betreiben können. Doch nachdem die Stadtverwaltung beschloss, die Einrichtung auf Grund von Sparzwängen zu schließen, zog die Gemeinschaft mit einer Abschiedsfeier für die verbliebenen 15 bis 20 Kinder und Jugendlichen einen vorzeitigen Schlussstrich.

06.03.2017

Cannabis ist als Medizin seit 1. März in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Nur hat der Gesetzgeber es offensichtlich versäumt, den Hausärzten konkret zu erklären, bei welchen Patienten sie es wie verschreiben sollen. Warum bei den Allgemeinmedizinern im Landkreis Leipzig große Ratlosigkeit herrscht.

06.03.2017

Elke Ullrich, Centermanagerin des PEP, eröffnete mit Landrat Henry Graichen und der Kreishandwerkerschaft die 12. Muldentaler Handwerkerschau . Unter dem Motto „Gemeinsam für die Region“ stehen 50 Unternehmer und Dienstleister den Besuchern mit fachspezifischer Beratung bis Sonnabend zur Seite.

03.03.2017
Anzeige